Tunnellösung für Osttangente wird geprüft

Die A2-Osttangente in Basel wird vielleicht doch unterirdisch ausgebaut: Bund und Kanton evaluieren Kosten und Folgen eines Tunnels unter dem Rhein. Dieser wäre laut ASTRA technisch machbar.

Heute oberirdisch, künftig vielleicht unterirdisch: Die Osttangente in Basel.

Heute oberirdisch, künftig vielleicht unterirdisch: Die Osttangente in Basel.

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Die in den 1960er- und 1970er-Jahren erstellte Osttangente ist Teil der Nord-Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien und führt die A2 in Basel-Stadt zur Landesgrenze. Mit bis zu 150'000 Fahrzeugen pro Tag ist ihre Kapazität jedoch deutlich überschritten. Ihr Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität in angrenzenden Quartieren stark.

Ein 2008 beim Bund eingereichtes Ausbauprojekt sieht zwischen dem Anschluss Gellertdreieck und dem Badischen Bahnhof mehrere, teils grössere neue Bauwerke vor. Die Autobahn soll im Breite-Quartier zwecks Lärmschutz zudem eingehaust werden. Der oberirdische Autobahnausbau hat dennoch grossen Widerstand ausgelöst.

70 Prozent Lokalverkehr

Seit Herbst 2010 hat das Bundesamt für Strassen (ASTRA) auch unterirdische Ausbau-Varianten untersucht und die Ergebnisse am 22. Juni dem baselstädtischen Baudirektor präsentiert, wie das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) am Dienstag mitteilte. Varianten in Tieflage seien «wohl technisch machbar», zitiert das BVD das ASTRA.

Beim oberirdischen Ausbau würden die zahlreichen Ein- und Ausfahrten beibehalten. Diese sind nötig wegen des Ziel- und Quellverkehrs in der Stadt - ein ASTRA-Sprecher bezifferte den Lokalverkehrs-Anteil auf rund 70 Prozent auf der Schwarzwaldbrücke. Konsequenz sind schwere und teure Eingriffe in den Stadtgrundriss.

Ein Tunnel samt Ein- und Ausfahrten bringt indes ebenfalls schwere städtebauliche Eingriffe. Um diese zu minimieren, müsste er gemäss dem ASTRA-Sprecher relativ flach unter dem Rhein geführt werden, was technisch heikler sei. Kostet der oberirdische Ausbau etwa eine Milliarden Franken, so koste einen Tunnellösung wohl etwa das doppelte.

Eine Milliarde fehlt

Für den oberirdischen Ausbau stehe das Geld beim Bund bereit, nicht so für einen Tunnel - dafür fehlt eine Milliarde. Technische und finanzielle Entscheidungsgrundlagen sollen bis Ende Jahr vorliegen; dann beginne die politische Diskussion. Kaum einfach dürfte dabei das Aushandeln der Kostenbeteiligung des Stadtkantons werden.

Im Übrigen verlangt der Gegenvorschlag zur Städte-Initiative, der im November 2010 an der Urne angenommen worden war, für den Fall eines Autobahn-Ausbaus entsprechende reduzierende Kompensation im Lokalstrassennetz. Dies zielt insbesondere auf die Osttangente. (amu/sda)

Erstellt: 28.06.2011, 14:01 Uhr

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