Und täglich grüsst der Stau in Basel

Derzeit wird in Basel überall gebaut. Die Baustellen sorgen für Verkehrsüberlastung und Stau während der Stosszeiten – trotz spezieller Koordinationskommission.

Einmal mehr Verkehrschaos: Rund um Baustellen kommt der Verkehr derzeit regelmässig zum Erliegen – wie hier an der Münchensteinerstrasse.

Einmal mehr Verkehrschaos: Rund um Baustellen kommt der Verkehr derzeit regelmässig zum Erliegen – wie hier an der Münchensteinerstrasse.

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Eine Autofahrt durch Basel gleicht derzeit einem Spiessrutenlauf. Die Wartezeiten wegen Verkehrsüberlastung werden regelmässig durch Baustellen an allen möglichen Ecken der Stadt verlängert.

Für rote Köpfe bei den Autofahrern sorgt beispielsweise der allmorgendliche und -abendliche Stillstand beim Denkmal und der Nauenstrasse. Die Industriellen Werke Basel (IWB) sanieren dort Leitungen. Durch eine Komplett­sperrung der Lindenhofstrasse staute sich zuletzt der Verkehr vor dem Denkmal und der Lonza in Richtung Dreispitz, dazu kommen Ampeln, die bloss noch ein bis zwei Autos passieren lassen. Die Umleitungswegweiser sind eher spärlich verteilt. Gerade an der Kreuzung zur Nauenstrasse biegen immer wieder hilflose Autofahrer verbotenerweise nach rechts ab, um den Weg zum Bahnhof zu finden.

Von verschiedenen Seiten werden immer wieder Stimmen laut, die die Baustellenplanung der Stadt kritisieren, wobei Schlagworte wie «chaotisch» und «unkoordiniert» fallen. «Es ist unbestritten, dass wir in Basel ein Baustellenproblem haben», sagt Christophe Haller, Präsident des TCS beider Basel.

Remo Gallacchi, Fraktionspräsident der CVP-EVP im Grossen Rat, rät generell davon ab, mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Grund dafür sei jedoch nicht eine allfällige Anti-Auto-Einstellung. «Mit Stau und Parkplatzaufhebung wird teilweise bewusst versucht, den mobilisierten Individualverkehr in der Stadt zu minimieren.» Durch künstlich verursachten Stau soll die Stadt für Autofahrer unattraktiv werden. «Ich weiss auch nicht, warum immer alle Bauarbeiten in die Sommerferien gelegt werden», kritisiert Gallacchi. Nur weil Schulferien seien, würden trotzdem Leute arbeiten und Touristen die Stadt besuchen. Auch Markus Lehmann, CVP-Grossrat, steht der Basler Baustellenplanung kritisch gegenüber. «Wir haben ein Stück weit resigniert bei einer Regierung, die nur Velo fährt.»

Koordination durch Kommission

Das Tiefbauamt weist den Vorwurf der indirekten Verkehrspolitik durch Baustellenplanung von sich. «Baustellen sind nicht dazu da, den Verkehr zu lenken, im Gegenteil, wir sind bestrebt, die Sicherheit und Verfügbarkeit der Infrastruktur langfristig zu erhalten», sagt Thomas Geiger, Leiter der Abteilung Infrastruktur des Tiefbauamts. Man versuche in der Planungsphase jeweils, den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.

«Wir erhalten nicht nur Beschwerden von Autofahrern, auch Fussgänger und Velofahrer melden sich immer wieder bei uns und fühlen sich durch Baustellen behindert.» Geiger empfindet den Vorwurf der versteckten Verkehrspolitik denn auch als unfair, denn immerhin sei dieser gegen diejenigen Leute gerichtet, die sich um die Erhaltung der Infrastruktur kümmern würden.

Bei der Planung der nötigen Instandsetzungsarbeiten wird regelmässig das Gespräch zwischen allen, die im öffentlichen Raum Anlagen betreiben, gesucht. Einmal monatlich treffen sich Vertreter der IWB, der Basler Verkehrsbetriebe (BVB), des Tiefbauamts, der Stadtgärtnerei und des Amts für Mobilität. Diese Sitzungen laufen unter dem sperrigen Namen Koordinationskommission Erhaltungsplanung.

Längere Bauzeiten

«So soll verhindert werden, dass beispielsweise das Tiefbauamt eine Strasse saniert und diese kurz danach durch die IWB oder BVB erneut aufgerissen wird», sagt Geiger. Man versuche, die Ressourcen zu bündeln und so auch die Kosten tief zu halten. Projekte, die zusammengelegt werden können, schnüre man zu einem Paket, was leider auch längere Bauzeiten bedeute. Chris­tophe Haller würde gerne einmal an einer Kommissionssitzung Mäuschen spielen. «Einfach um zu sehen, was denn da genau koordiniert wird.»

Von da aus geht das Projekt ans Tiefbauamt, wird genauer ausgearbeitet und öffentlich ausgeschrieben. «Normalerweise haben wir bei Erhaltungsmassnahmen einen Vorlauf von rund zwei Jahren», sagt Geiger. Man versuche zu verhindern, dass Erhaltungsarbeiten in Feuerwehrübungen vorgenommen werden müssen. «Die Geleis­erneuerungen diesen Sommer am Centralbahnplatz konnten beispielsweise nicht mehr länger aufgeschoben werden.» Geiger wehrt sich auch gegen die Behauptung, auf gewissen Baustellen würde nicht gebaut. Nur weil man niemanden sehe, werde trotzdem gearbeitet. Gerade wenn die IWB Arbeiten vornehmen, wird häufig auch in den Häusern neben der Baustelle gearbeitet, um eine einwandfreie Versorgung mit Wasser und Storm zu sichern. «Würde das nicht gemacht, wären die Leute auch nicht zufrieden.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 30.09.2013, 09:26 Uhr

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