Ungefähres statt spannende Ideen

Nach einem halben Jahr stellt sich Stadtentwickler Lukas Ott vor – eine Einschätzung

Der Stadtentwickler blieb bei seiner Rede im Ungefähren und flüchtete sich in die unverfänglichere Wir-Perspektive.

Der Stadtentwickler blieb bei seiner Rede im Ungefähren und flüchtete sich in die unverfänglichere Wir-Perspektive. Bild: Christian Merz

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Wann stellt sich ein gewählter, wichtiger Amtsträger erstmals vor? Nach hundert Tagen? Einem halben Jahr? Oder dann, wenn es über ein neues oder erfolgreiches Projekt zu berichten gilt? Der neue Kantons- und Stadtentwickler Lukas Ott hat sich sechs Monate Einarbeitungszeit gegeben. Vorgestern trat er mit einem Referat vor Politiker, Wirtschafts- und Kulturvertreter sowie «Partnerinnen und Partner», um seine «Ziele», «Projekte» und «Herausforderungen» darzulegen.

Er hielt nicht, was er versprochen hatte. Seine Sieben-Punkte-Rede, die sich unter dem Hauptthema «Kooperation» auf die jahrhundertelange Entwicklung von Basel bezog, hätte – abgeändert – auch als Leitfaden für Teamarbeit gelten können. Sicher war es nicht ganz uninteressant zu erfahren, wie sich Basel in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat. Doch war es vermessen, all dies indirekt in Beziehung zur erst vor knapp zehn Jahren entstandenen Abteilung Kantons- und Stadtentwicklung zu stellen. Gerne hätte man spannende Antworten erfahren auf Fragen wie: «Was macht der Neue anders? Auf was baut er auf? Welche Ideen hat er?» Doch nichts von alledem. Er blieb im Ungefähren und flüchtete sich in die unverfänglichere Wir-Perspektive.

Schon unter Otts Vorgänger hat es die Kantons- und Stadtentwicklung nicht fertiggebracht, sich ein klares Profil zu geben. Otts Rede stimmt da nicht zuversichtlicher. Im Gegenteil: Sie nährt letztlich gar den Zweifel an der Notwendigkeit eines Präsidialdepartements. Man darf sich deshalb nicht wundern, wenn nun die Forderung nach fünf statt sieben Departementen wieder Auftrieb erhält. (Basler Zeitung)

Erstellt: 01.06.2018, 10:46 Uhr

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