Verzögerung beim Osttangente-Entscheid

Die technischen Abklärungen beim Bund für eine Tunnelvariante erweisen sich als komplizierter als angenommen.

Noch ist nicht entschieden, ob die Osttangente im Bereich Gellert überdacht wird oder eine unterirdische Variante den Vorzug erhält. Grafik BaZ/reh

Noch ist nicht entschieden, ob die Osttangente im Bereich Gellert überdacht wird oder eine unterirdische Variante den Vorzug erhält. Grafik BaZ/reh

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Für die Sanierung samt Ausbau der Osttangente der Autobahn A2/3 in Basel liegen die Entscheidungsgrundlagen statt Mitte 2012 frühestens Ende Jahr vor. Im November hatte das baselstädtische Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) in Aussicht gestellt, dass bis Mitte 2012 die Tunnel-Variante ausreichend definiert ist und genügend Fakten vorliegen, um sie mit der bekannten oberirdischen Sanierungsvariante zu vergleichen. Nun wird der Termin erneut vertagt, wie das BVD am Dienstag mitteilte.

Inzwischen liege das Pflichtenheft für eine «stadtverträglichere» Tunnellösung vor. Doch weiter zu reden geben vor allem die Anschlüsse ans Strassennetz: Je tiefer der Tunnel unter dem Rhein liegt, desto länger werden diese Rampen. Von diesen Rampen hängt auch ab, wie weit das angrenzende Quartier betroffen wird.

Die Frage der Anschlüsse bestimmt massgeblich die Kosten mit - dazu gibt es erst grobe Schätzungen. Die Tunnelvariante soll laut BVD bis Ende Jahr, «eventuell Frühjahr 2013, auf einem Planungsstand sein, der einen Grundsatzentscheid für die Kostenverteilung zwischen Bund und Kanton ermöglicht».

Milliarden-Projekt

Ein reiner Autobahntunnel ohne Anschlüsse ist wegen dem hohen Lokalverkehrs-Anteil von rund 70 Prozent dort unrealistisch. Dass ein Tunnel im Grundsatz wohl machbar ist, hatte der Bund im Juni 2011 festgestellt. Doch auch dessen genaue Linienführung - aus Statikgründen wohl neben der Brücke - steht weiterhin nicht fest.

Bei der oberirdischen Variante - für den Bund laut BVD weiterhin «Referenzvariante hinsichtlich Kosten und Terminen» - ist ein Ausbau von vier auf sechs Spuren vorgesehen. Indexbereinigt hat der Bund dafür aktuell 1,1 Milliarden Fr. veranschlagt. Eine Tunnelvariante kostet nach früheren Bundes-Schätzungen mindestens das Doppelte.

Die in den 1960er- und 1970er-Jahren erstellte Osttangente ist Teil der Nord-Süd-Achse zwischen Deutschland und Italien und führt die A2 in Basel-Stadt zur Landesgrenze. Mit bis zu 150'000 Fahrzeugen pro Tag ist ihre Kapazität jedoch deutlich überschritten. Ihr Lärm beeinträchtigt die Lebensqualität in angrenzenden Quartieren stark. (amu/sda)

Erstellt: 27.03.2012, 11:38 Uhr

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