Warten auf die modernen Euroduplex

Sechs TGV fahren bisher auf dern neuen Zugstrecke Basel-Paris. Erst zwei sind jedoch moderne Doppelstöcker.

Erst Ende 2013 kommen alle Reisenden von Basel nach Paris in den Genuss des neuen Zugs Euroduplex des französischen Herstellers Alstom.

Erst Ende 2013 kommen alle Reisenden von Basel nach Paris in den Genuss des neuen Zugs Euroduplex des französischen Herstellers Alstom. Bild: Reuters

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Der neue Doppelstöcker Euroduplex des französischen Herstellers Alstom ist ein schöner Zug – durchkomponiert mit unterschiedlichen Farben, mit futuristisch anmutender Bar, kleinen Spielereien auf Informationsmonitoren und grosszügigeren Platzverhältnissen als in älteren französischen Hochgeschwindigkeitszügen. Derzeit verkehren zwei Euroduplex auf der neuen TGV-Verbindung von Basel über Dijon nach Paris.

Am 11. Dezember 2011 nahm der TGV Rhin-Rhône den Betrieb auf. Damals hiess es, ab Sommer 2012 würden alle Zugverbindungen auf dieser Strecke mit den Euroduplex gefahren; heute tönt das anders. «Es gibt sehr viel Verspätung bei der Beschaffung», bedauert Alain Barbey, Chef von TGV Lyria, einer Tochter von SNCF und SBB, die die TGV-Verbindungen zwischen der Schweiz und Frankreich vermarktet. «Im Juli erhalten wir einen weiteren Euroduplex. Bis wir den letzten haben, wird es Ende 2013.»

Passagierzahlen nehmen zu

Mit der bisherigen Entwicklung des TGV Rhin-Rhône ist Barbey zufrieden. In den ersten drei Monaten des Jahres 2012 nahmen die Passagierzahlen im Vergleich zum Vorjahr, damals mit dem um eine halbe Stunde langsameren TGV-Est, um 20 Prozent zu. Die durchschnittliche Auslastung liegt bei 73 Prozent. Wenn die Rhin-Rhône-Verbindung nach Paris Ende 2013 ausschliesslich mit Doppelstöckern gefahren wird, steigt das Sitzplatzangebot, denn mit 509 Plätzen bietet der Euroduplex mehr Platz als ein einstöckiger, normaler TGV.

Derzeit gibt es täglich sechs direkte TGV-Zugverbindungen von Basel nach Paris und zurück. Der früheste kommt um 11.37 Uhr im Pariser Bahnhof Gare de Lyon an. Das ist manchen Leuten zu spät. TGV Lyria will nun laut Barbey prüfen, ob eine frühere Ankunft in Paris möglich ist.

Direkter Zug Basel–Marseille?

Wer von Basel mit dem TGV nach Südfrankreich fahren will, hat derzeit keine direkte Verbindung. Den Deutschen geht es da besser. Letzten Freitag wurde der neue, zwischen Frankfurt am Main und Marseille verkehrende TGV Rhin-Rhône eingeweiht. Die Strecke, auf der ein Euroduplex eingesetzt wird, führt über Karlsruhe, Baden-Baden, Strassburg und Mulhouse. Ab Ende 2012 sollte es auch von Basel aus eine Direktverbindung nach Marseille geben, hiess es bei der Einweihung des TGV Rhin-Rhône. Heute ist davon nicht mehr die Rede. Das sagt zumindest Alain Barbey: «Derzeit ist in dieser Hinsicht nichts vorgesehen.» Das bestätigen auch die SBB. Bei der SNCF allerdings tönt es anders. Sonia Bischoff, Mediensprecherin der Regionaldirektion Elsass, erklärt der BaZ, dass es sehr wohl ab Dezember 2012 einen direkten TGV von Basel über Mulhouse und Belfort nach Marseille geben werde. Dieser fahre allerdings nicht von Zürich aus. Die Kooperationspartner SNCF und SBB wie auch Lyria haben offenkundig nicht den gleichen Informationsstand. Lyria-Chef Alain Barbey verweist ausserdem darauf, dass man von Basel auch über Genf nach Marseille fahren könne. Beim Nachprüfen im Internet zeigt sich allerdings, dass es für Reisende aus dem Raum Basel praktischer ist, die Verbindung über Mulhouse nach Südfrankreich zu wählen.

Von der südelsässischen Stadt verkehren derzeit täglich zwei TGV nach Montpellier und drei nach Marseille und zurück – im besten Fall dauert die Fahrt weniger als fünf Stunden. Da die Verbindungen zwischen Basel und Mulhouse gut sind, bietet es sich an, dort in den TGV Rhin-Rhône zuzusteigen. Auf die guten innerfranzösischen Verbindungen ab Mulhouse nach Südfrankreich weist auch SBB-Mediensprecher Reto Schärrli hin. Über Genf dauert die Fahrt eine knappe Stunde länger. Zudem muss man häufiger umsteigen.

Die Preise bei der SNCF sind je nach Zug flexibel. Wer früh bucht, wird in der Regel durch günstige Preise und Sonderangebote belohnt. Die Medienstelle der SNCF empfiehlt für die Buchung eine deutschsprachige Internetseite namens TGV-Europe, auf der man von den Sonderangeboten profitiert und die Fahrt bereits ab einer Schweizer Stadt buchen kann.

Widersprüchliche Angaben

Laut SBB können alle bei der SNCF ermässigten Tarife auch über die SBB-Internetseite oder an den Schaltern erworben werden. «Unsere Verkaufsstellen greifen auf dieselben Kontingente der ermässigten Tickets zurück», teilt Mediensprecher Schärrli mit. Die BaZ hat es getestet und wollte für Mittwoch, 20. Juni, für zwei Personen eine einfache Fahrt zweiter Klasse von Basel nach Marseille buchen. Auf der Internetseite von TGV-Europe, die sehr einfach und bedienerfreundlich organisiert ist, erfährt man, dass das günstige Ticket für das besagte Datum für zwei Personen 53.80 Euro kostet. Bei den SBB kommt man gar nicht so weit. Die SBB-Seite behauptet sogar, es gebe am 20. Juni bis auf eine gar keine Verbindungen von Basel via Mulhouse nach Marseille.

Was haben Sie für Erfahrungen mit der Buchung von Billetten nach Frankreich gemacht? Erzählen Sie es uns in einem Kommentar. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.03.2012, 13:39 Uhr

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