Wirtschaftsgymnasiasten litten mit Schneider-Ammann mit

Am Wirtschaftsgymnasium Basel verfolgten hunderte Schüler die Bundesratswahlen: In der Aula gabs eine Live-Übertragung. Der Stimmungsbericht.

Über ein Drittel der Schüler des Wirtschaftsgymnasium und der Wirtschmaftsmittelschule verfolgten die Live-Übertragung in der Aula.

Über ein Drittel der Schüler des Wirtschaftsgymnasium und der Wirtschmaftsmittelschule verfolgten die Live-Übertragung in der Aula. Bild: Lukas Bertschmann

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Die Bundesratswahl war ein grosses Thema am Wirtschaftsgymnasium Basel. Alle interessierten Klassen waren eingeladen, die Live-TV-Übertragung in der Aula zu schauen. Viele bangten um den FDP-Mann Johann Schneider-Ammann. Die Bestätigung des Wirtschaftsministers wurde dann auch begeistert aufgenommen. Und die Wiederwahl von Eveline Widmer-Schlumpf erntete einen Sprechchor: «Eveline, Eveline!».

Die Stimmung war bestens: «Es wird spannend», freute sich der 17-jährige Jeremy Odenheimer am frühen Morgen. «Mal was anderes, als im Klassenzimmer zu sitzen», meinte hingegen die 18-jährige Elvetina Beyrami. Sie fühle sich zu wenig informiert, um wirklich mitreden zu können. Das Interesse war gross und erreichte in der letzten Vormittags-Lektion den Höhepunkt, als gegen 300 Schüler gebannt sämtliche Plätze vor der Leinwand einnahmen. Nicht so Andreas Matthys. Der 17-Jährige prognostizierte, «die SVP wird keinen zweiten Sitz gewinnen». Dafür sei durch die Affäre Zuppiger im Vorfeld der Wahl zu viel Geschirr zerschlagen worden, wie er meinte.

Bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisse wurde es jedes Mal ganz still, alle wollten das Ergebnis live erfahren. Kaum war das Resultat verkündet, wähnte man sich an einer Fussballübertragung: Klatschen, Pfiffe und lauter Jubel. Während den Überbrückungen mit Politbeobachter Ivan Rickenbacher im SF wurde die Übertragung dann durch angeregtes Diskutierten übertönt. Zumindest im vorderen Teil des Saals. Bei einigen Hinterbänklern blieb der Geräuschpegel konstant – tief. Man war fest in die Games seiner Handys oder Tablets vertieft. Als der Wahl-Krimi kurz vor 12 Uhr mit der Wahl von SP-Ständerat Alain Berset entschieden war, zerstreute sich die versammelte Schar rasch in Richtung Mittagstisch.

Schüler-Initiative

Der Anstoss zur Übertragung in der Aula kam von einem 18-jährigen Schüler, der sich auch politisch bereits engagiert: «Ein Monat vor den Wahlen bin ich zum Konrektor und fragte, ob die Bundesratswahlen in der Aula ausgestrahlt werden könnten», erzählt Thomas Juch. Er ist Vorstandsmitglied der Jungen FDP Basel. Konrektor Stefan Binkert hat die Initiative wohlwollend ermöglicht: «Wir hatten schon positive Erfahrungen bei der letzten Bundesratswahl gemacht», sagte er. Doch trotz des engagierten Jungfreisinnigen Thomas Juch wird Meinungsvielfalt in der Klasse gepflegt: Mit Etienne Winter ist ein SP-Konterpart in der Klasse. Sein Vater ist Präsident der SP Allschwil. «Er hat mich auch schon gebeten, Petitionen zu unterschreiben, was ich natürlich nicht tat», schmunzelt Juch. Sonst gehe es aber sehr kollegial zu, wie Juch vor politischem Eifer strotzend berichtete. Nicht alle Klassen teilen allerdings das deutliche Politinteresse – es waren nicht alle für die Übertragung angemeldet. «Ich überliess es den Lehrpersonen, ob sie ihre Lektionen an das Medienereignis geben wollen», so Konrektor Binkert. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.12.2011, 15:41 Uhr

Am Wirtschaftsgymnasium kommt die Bestätigung des Freisinnigen Schneider-Ammann gut an. (Video: Lukas Bertschmann)

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