Zahl der Schweizer in Basel schrumpft weiter

Basel-Stadt registriert seit elf Jahren mehr Zu- als Wegzüger. Während sich immer mehr Ausländer in Basel niederlassen, ziehen die Schweizer von Basel weg.

Seit Jahren verlassen mehr Schweizer den Kanton Basel-Stadt als zuziehen.

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2016 sind über 900 Personen mehr in den Kanton Basel-Stadt zu- als weggezogen. Das war der elfte positive Wanderungssaldo in Folge. Gemäss der am Dienstag präsentierten Wanderungsanalyse verteilen sich Zuzüger gut auf die Quartiere.

Im vergangenen Jahr zogen 14'849 Personen in den Stadtkanton und 13'947 weg, woraus sich ein Wanderungssaldo von 902 Personen ergibt. Diese definitiven Zahlen weichen teils stark von provisorischen ab, die im Januar mitgeteilt worden waren, so ein Wanderungssaldo von 412 Personen. Der Grund sind nachträgliche Korrekturen.

Der Wanderungssaldo ist seit 2006 ununterbrochen positiv, mit einem Spitzenwert 2008, als 2034 Personen mehr zugezogen waren. Negativ war der Saldo 2005 sowie 1995 bis 2001, mit einem Maximum von 1510 mehr Weggezogenen 1997, vor just 20 Jahren. - Seit 2011 wird der Saldo indes wegen einer neuen Ermittlungsweise jährlich dreistellig korrigiert.

Deutschland auf dem ersten Rang

2016 sorgten erneut Ausländer für den positiven Wanderungssaldo, wie Verantwortliche vor den Medien ausführten. Während die Zahl der Schweizer, die im Stadtkanton leben, auch im letzten Jahr abgenommen hat, gab es erneut ene deutliche Zunhame der ausländischen Wohnbevölkerung. Top-Herkunftsland blieb Deutschland (2080 Personen), vor Italien (595), Frankreich (520) und den USA (517). Während EU-Bürger frei zuwandern können, legt der Bund die Kontingente für Drittstaatler wie Amerikaner fest.

Über zehn Jahre betrachtet, fällt besonders der überdurchschnittlich gewachsene Zustrom der Italiener auf, der sich mehr als verdoppelte. Die Finanzkrise habe in südeuropäischen Ländern stark gewirkt und junge Arbeitskräfte auf Jobsuche auswandern lassen, sagte Madeleine Imhof, Leiterin des Statistischen Amtes Basel-Stadt.

Die Zuzüger aus dem Ausland verteilten sich herkunftsmässig recht gut auf die verschiedenen Quartiere, sagte Andreas Räss, Leiter der Fachstelle Diversität und Integration. Aus der Reihe tanzt Bettingen mit überdurchschnittlich vielen deutschen Zuzügern 2016: Jene liebten dörfliche Strukturen, zumal viele aus der badischen Nachbarschaft kämen.

Zuwanderung zum Arbeitgeber

Leichte Unterschiede seien dennoch festzustellen: So zögen zum Beispiel Italiener gerne in die Breite, ins Klybeck- oder Iselinquartier, während US-Zuzüger Buderholz, St. Alban, Wettstein und Altstadt vorzögen. Letztere Vorliebe erklärte Räss mit der Nähe zum Arbeitsplatz - so ist im Wettsteinquartier etwa der Roche-Hauptsitz.

Zu relativieren sind Quartierpräferenzen der Zuzüger allerdings wegen der knappen Wohnungen. Zwar sei die Fluktuation allgemein «gross», was für Räss das Funktionieren des Wohnungsmarkts belegt, doch Neuzuzüger gingen eher in Neubauquartiere - jene Logis seien eben sichtbar auf dem Markt.

Laut Imhof werden Neubausiedlungen insgesamt grossteils aus den Quartieren selber gefüllt, wie frühere Erhebungen ergeben hätten. Dies zeige, dass die Leute gerne in Basel und in ihrem Quartier blieben. Grund sei auch ein lokaler Informationsvorsprung der Ansässigen gegenüber Neuzuzügern.

Im kommenden Jahr plant das Statistische Amt im Übrigen eine dritte Wanderungsbefragung. Diese soll den Zahlen mehr Leben einhauchen, etwa die Motive für den Zuzug nach Basel oder den Umzug in ein Quartier erhellen.

Guter Drittel Ausländer

Insgesamt lag der Ausländeranteil im Stadtkanton bei 36 Prozent. Bezogen auf die knapp 71'000 Ausländer per Ende 2016 fallen die 448 Asylsuchenden statistisch kaum ins Gewicht. Dazu kamen 734 vorläufig Aufgenommene sowie (mit Erfassungsunschärfe) rund 700 anerkannte Flüchtlinge, wie Christa Moll Freddi vom Statistischen Amt sagte.

Die Summe dieser drei Flüchtlingskategorien hat in zehn Jahren um 18 Prozent zugelegt. Ende 2016 lag sie bei einem Bevölkerungsanteil von knapp einem Prozent. Die meisten Asylsuchenden und vorläufig Aufgenommenen sind junge Männer; viele stammen aus Syrien und Eritrea - Asylbewerber weist der Bund den Kantonen zu.

Negativ ist im Übrigen der Wanderungssaldo unter den beiden Basel aus stadtkantonaler Perspektive: Insgesamt 2593 Personen (1890 Schweizer und 703 Ausländer) zogen im vergangenen Jahr aus dem Baselbiet nach Basel-Stadt, während 3987 (2308/1679) den umgekehrten Weg machten. Der Saldo liegt so bei 1394 Personen zugunsten des Landkantons. (amu/sda)

Erstellt: 19.12.2017, 13:35 Uhr

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