Zolli-Lobby greift Kuppel an

Eine Gruppe von «Freunden des Zoo» will die Zonenplanung zum Nachtigallenwäldeli politisch bodigen. Die Freunde der Kuppel gehen in Position, der Zolli distanziert sich.

Im Visier: Einige Zolli-Lobbyisten möchten das Musiklokal Kuppel aus dem Nachtigallenwäldeli entfernen.

Im Visier: Einige Zolli-Lobbyisten möchten das Musiklokal Kuppel aus dem Nachtigallenwäldeli entfernen. Bild: Margrit Müller

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Das Geschäft schien entschieden, bevor das Parlament sich damit auseinandergesetzt hat: Nach einem langen Ringen hatte die Regierung im Frühjahr einen Zonenplan für das Nachtigallenwäldeli, das Birsigufer vom Zoo Basel bis zur Heuwaage, vorgestellt. Der Kompromiss sieht vor, dass der Zoo Basel auf der Heuwaage ein Ozeanium bauen kann, sofern die Finanzierung zustande kommt. Dafür verbleibt das Nachtigallenwäldeli weitgehend eine Grünzone mit einer geballten Gastro- und Ausgehzone mit der Kuppel und den Lokalen «Acqua» und «Annex».

Dagegen macht nun eine Gruppe von Zoo-Aktionären Opposition. Sie nennen sich «Komitee Zolli-Eingang auf die Heuwaage». Angeführt vom 80-jährigen Matthias Eckenstein, der kürzlich 20 Millionen Franken für den Bau eines neuen Affen-Hauses gespendet hat, wollen die Initianten das Nachtigallenwäldeli als einzig mögliche Expansionsfläche dem Zoo Basel erhalten. Sie lobbyiert deshalb bei Parlamentariern und Regierungsräten, dass die Zonenplanung überdacht und das Areal dem Zoo Basel zur Entwicklung übergeben werden soll.

Markthalle als Option

Hans Rudolf Bachmann, Sprecher der Gruppe, erklärt, man habe nichts gegen die Kuppel oder deren Betreiber Simon Lutz. Für den Zoo Basel sei es jedoch wichtig, dieses Areal als Entwicklungsgebiet nutzen zu können. Der Zoo Basel, der über die Pläne informiert ist, hält sich selbst zurück. Simon Lutz wusste bisher nichts von diesem Vorstoss. Gemäss Planung des Baudepartements sollte er das Areal, wo heute die Kuppel steht, als Baurechtsparzelle übernehmen und darauf eine neue Kuppel bauen können. Die entsprechenden Baupläne existieren bereits seit 2001.

Wenig erbaut vom Vorstoss der Zoo-Freunde ist einerseits der Zolli, andererseits auch SP-Grossrat und Rockfördervereins-Geschäftsleiter Tobit Schäfer, der als Vizepräsident der Bau- und Raumplanungskommission davon erfahren hat. Er sieht einmal mehr auch die Proberäume für Popbands gefährdet, die der Kanton im Untergeschoss der neuen Kuppel finanzieren will. Die Proberäume seien im Politikplan 2008 bis 2011 enthalten und die 1,5 Millionen Franken dafür bereits ins Investitionsprogramm gestellt worden.

Kuppel auf dem auf dem Dreispitz?

Doch die Zoo-Freunde um Eckenstein und Bachmann wollen mithelfen, sowohl für Kuppel wie für die geplanten Proberäume Ersatzstandorte zu finden. Die Kuppel, die ursprünglich im Schützenmattpark stand, könne etwa auf dem Dreispitz oder im St.-Johann-Park aufgebaut werden. Die Musiker könnten zum Proben in die nahe gelegene Markthalle ziehen. Dort sucht der Öko-Unternehmer Daniel Wiener, der sich um die Gesamtnutzung der Markthalle bewirbt, ohnehin Nutzer für ein Untergeschoss und ist im Gespräch mit den Betreibern des Sommercasinos.

Alle zusammen, so meint etwa Bachmann, könnten sich in der Markthalle zusammenfinden. Schäfer kontert: «Es gibt kein solches Projekt in der Markthalle.» Zum jetzigen Zeitpunkt von einem Ersatzstandort zu sprechen, sei «Augenwischerei». Man könne nicht einfach einen neuen Standort finden. «Das würde darauf hinauslaufen, dass es die Kuppel einfach nicht mehr gäbe und auch keine Proberäume.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 23.10.2010, 03:42 Uhr

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