Zwei Verletzte und zahlreiche Sturmschäden

Der Sturm Burglind hielt in beiden Basel die Behörden auf Trab. Auch die Verkehrsbetriebe und der EuroAirport hatten mit dem Wind zu kämpfen.

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Heftige Winde haben am Mittwoch in der Region Basel Feuerwehren beschäftigt, Züge gestoppt, Flugzeuge ausgebremst und Sachschäden angerichtet. In Saint-Louis (F) wurde eine Frau von herunter stürzendem Mauerwerk verletzt.

Das neue Jahr begann auch in der Region Basel mit Getöse: Heftige Sturmwinde mit starken Böen - auf der Chrischona ob Bettingen BS bis 162 km/h - sowie vor Mittag auch Blitz und Donner richteten am Morgen zahlreiche kleinere Sachschäden an. Sie sorgten auch für einige kleinere Stromunterbrüche, so etwa in Riehen am Schlipfweg.

Mitten in Saint-Louis (F) vor den Toren von Basel brachen Mauerstücke ab und trafen auf dem Trottoir der Rue de Bâle eine Fussgängerin. Gemäss der Préfecture du Haut-Rhin wurde die Frau mit schweren Verletzungen hospitalisiert. Im Kandertal im südbadischen Landkreis Lörrach (D) verletzte Fallholz einen Motorradfahrer leicht.

Sechsstellige Sachschäden

Die Sachschäden summierten sich allein im Baselbiet schon Mitte Mittwochnachmittag auf 570'000 Franken, wie die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung mitteilte. Diese rechnet mit weiteren Schadensmeldungen in den kommenden Tagen. Dem öffentlichen Verkehr machte der Sturm ebenfalls zu schaffen: Bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) stürzten an drei Orten Bäume und Gegenstände auf Fahrleitungen und sorgten für kurze Unterbrüche. Am Claraplatz ist ein Fassadenelement auf ein Tram gestürzt. Betroffen war neben dem Bruderholz und dem Claraplatz auch der neue Streckenabschnitt nach Saint-Louis (F).

Auch die Tramlinie der Baselland Transport (BLT) nach Leymen (F) war einige Stunden unterbrochen; Ersatzbusse fuhren. Diverse Buslinien in der Stadt Basel und auch der Region mussten zudem wegen zahlreicher temporär gesperrter Strassen umgeleitet werden.

Elsässer Züge gestoppt

Die französische Staatsbahn SNCF stellte im Lauf des Morgens im Elsass Stück für Stück den Bahnbetrieb ein und nahm ihn erst am Nachmittag wieder auf. Entsprechend war dort der Strassenverkehr noch mehr beeinträchtigt, den ohnehin schon Fallholz ausbremste.

Unterbrochen wegen Sturmschäden war auch die Strecke zwischen Frenkendorf-Füllinsdorf und Liestal. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen. Auch die Zollfreie Strasse bei Weil am Rhein (D) war zeitweise zu.

Der EuroAirport Basel-Mülhausen verzeichnete bei insgesamt 170 planmässigen Starts und Landungen am Mittwoch 15 gestrichene und fünf umgeleitete Flüge; zudem kehrten zwei Maschinen zum Startort zurück anstatt zu landen. Die französischen Luftfahrtsbehörden stoppten zeitweise den Betrieb, damit sich aus dem Flugplan verwehte Flüge nicht zu einem gefährlichen Stau am Himmel kumulierten.

Derweil lupfte der Sturm auf dem privaten Teil des Flughafenareals ein Hangardach. Verletzt wurde dabei laut Préfecture niemand. In Basel fielen Ziegel von einigen Hausdächern und Blumentöpfe von Fensterbänken und Balkonbrüstungen; zudem wurden mehrere Bauabschrankungen umgerissen.

Strassen blockiert

Im Baselbiet waren die Ordnungskräfte mit diversen umgestürzten Bäumen beschäftigt, die teils Strassen blockierten. Zudem wurden einzelne abgedeckte Dächer gemeldet. Betroffen war das ganze Kantonsgebiet, schwergewichtig das Laufental und das Oberbaselbiet. Bei der Einsatzleitzentrale gingn rund 165 Meldungen in Zusammenhang mit dem heutigen Sturm ein.

Zwischen Rünenberg und Gelterkinden wurde ein Fahrzeug der Feuerwehr von einem umstürzenden Baum getroffen und massiv beschädigt. Zudem kam es vereinzelt zu Stromunterbrüchen, dies wegen umgestürzter Strommasten.

Die Behörden beider Basel raten indes weiterhin der Bevölkerung, Wälder und Waldränder zu meiden. Insbesondere drohe bei umgestürzten Bäumen Gefahr durch weiteres Fallholz. Aufräumarbeiten seien frühestens ab Montag möglich.

Im Übrigen hielt der Sturm auch die Basler Stadtreinigung auf Trab: Die am Mittwoch in einigen Quartieren angesetzte Altpapiersammlung verlief turbulent. Insbesondere was nicht zu Bündeln geschnürt, sondern in offenen Papiersäcken bereit gestellt war, flog umher, wie zu erfahren war. Die Nachreinigung werde wohl Tage dauern.

Der Sturm war überdies begleitet von teils starken Niederschlägen. Entsprechend schwollen manche Fliessgewässer an, darunter etwa die Wiese. Am Freitag um Mittag dürfte der Rheinpegel seinen höchsten Stand erreichen und könnte bereits in der Nacht davor eine Limite für eine Sperrung der Rheinschifffahrt übertreffen. (amu/sda)

Erstellt: 03.01.2018, 12:24 Uhr

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