Aus für Skilager?

Die Kantone stehen mit der Finanzierung der Wintersportlager alleine da. Kommt vom Bund keine Lösung, könnte dies das Ende für die Schul-Skilager bedeuten.

Die Kosten für ein Schul-Skilager dürfen nicht auf die Eltern umgewälzt werden, entschied das Bundesgericht im Dezember 2017.

Die Kosten für ein Schul-Skilager dürfen nicht auf die Eltern umgewälzt werden, entschied das Bundesgericht im Dezember 2017. Bild: Keystone

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Im Dezember 2017 hat das Bundesgericht entschieden, dass ab sofort von Eltern der Schülerinnen und Schüler während der obligatorischen Schulzeit pro Tag in einem Lager oder auf einer Exkursion nur der Betrag von zehn bis 16 Franken verlangt werden darf. Dies entspricht den Kosten für das Essen. Ein übersteigender Betrag müsse vom Gemeinwesen bezahlt werden.

Was sind die Folgen? Mit maximal 80 Franken pro Woche kann kein Skilager durchgeführt werden. Die Kosten für Transport, Kost und Logis, Entschädigung der Betreuer, Bergbahnen et cetera sind weit höher. Auch weil die Organisation und Durchführung von Skilagern und anderen Veranstaltungen ausserhalb der Schulräume sehr aufwendig und anstrengend sind, besteht die Gefahr des Verzichts auf solche Lager. Dies ist zu befürchten, da die Gemeinden und Kantone nicht zwingend bereit sind, die Mehrkosten zu übernehmen. Für den Kanton Basel-Stadt beträgt die Differenz geschätzt 600 000 Franken pro Jahr.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Beschränkung auf weniger Skilager während der Schullaufbahn. Würden die Kantone und Gemeinden die Lücke allein schliessen, wäre das unbefriedigend. Denn auch der Bund hat eine Verantwortung für sportliche Betätigung der Jugend. Im Sportförderungsgesetz schreibt der Bund den Kantonen vor, wöchentlich drei Lektionen Sport durchzuführen. Dieser Übergriff in die kantonale Schulhoheit ist erfolgt, ohne dass der Bund den Kantonen mehr Geld dafür zu geben bereit war. Natürlich ist es sinnvoll, sich in der Schule sportlich zu betätigen. Die Kritik am Bund betrifft das Befehlen, ohne zu bezahlen. Im selben Gesetz steht auch, dass der Bund sportliche Aktivitäten wie zum Beispiel Skilager finanziell unterstützen kann; über «Jugend und Sport» tut er dies bereits, allerdings mit kleineren Beiträgen.

Erziehungsdirektor Conradin Cramer hat sich in der «Tagesschau» klar für die Beibehaltung von Skilagern ausgesprochen und gefordert, neue Wege zur Sicherung der Finanzierung zu suchen. Das verdient Unterstützung. Es ist sinnvoll, dass möglichst rasch Gespräche zwischen allen Interessierten und Betroffenen stattfinden können, die Zeit drängt. Mit Blick auf die Bedeutung von Skilagern für die Wintersportorte macht es Sinn, wenn auch die Tourismusbranche einbezogen wird.

Gerade ausserhalb der Ferienzeiten sind Schul-Skilager in den Skistationen sehr willkommen. Auch hinsichtlich der Wichtigkeit des Sports macht ein stärkeres Engagement des Bundes Sinn. Dabei darf auch die Spitzensport-Förderung eine Rolle spielen – je breiter die Basis, desto stärker auch die Spitze. Vergessen wir die Bedeutung für die Schülerinnen und Schüler und für die Klassen-gemeinschaft nicht. Viele kommen so zum ersten Mal in die Berge.

Wir alle erinnern uns noch an unsere Skilager. Diese wertvollen Schulveranstaltungen dürfen nicht verschwinden! Dafür muss es Geld haben. Im Nationalrat habe ich deshalb eine Interpellation eingereicht mit Fragen hinsichtlich der finanziellen Mitwirkung des Bundes zur Sicherung der Skilager. (Basler Zeitung)

Erstellt: 14.03.2018, 10:34 Uhr

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