Basler Traditionen über der Limmat

Die Stadt Basel zeigt sich als Sechseläuten-Gastkanton von ihrer bester Seite.

Hoch den Hut. Conradin Cramer (links) und Remo Gallacchi begrüssen den Vogel Gryff.

Hoch den Hut. Conradin Cramer (links) und Remo Gallacchi begrüssen den Vogel Gryff.

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Christoph Knöll steht vor seiner Laterne. Sie zeigt typische Basler Fasnachtsfiguren, die den Böögg umkreisen. Das Konkurrenzverhältnis zwischen Basel und Zürich findet auch hier, auf dem Lindenhof über der Limmat, seine Plattform. Knöll hat Beachtliches in kürzester Zeit geleistet: Waren die Leinwände am Freitagnachmittag noch strahlend weiss, sind sie nun fertig bemalt.

Auch Erziehungsdirektor Conradin Cramer freut sich sichtlich über die schöne Laterne. Schnellen Schrittes eilt der Regierungsrat, der mit seiner Frau auf den Lindenhof gekommen ist, auf Knöll zu, um ihm die Hand zu schütteln und nach dem Fortschritt der Laterne zu fragen. Knöll, der gerade ein Gipfeli verspeisen will, legt dieses eilig zur Seite, um Cramer zu begrüssen. Stolz zeigt er ihm sein Werk.

Derweil beantwortet Peter Winkelmann engagiert die Fragen der zahlreichen Besucher bei der Fasnachtslaterne. Winkelmann ist vom Fasnachts-Comité beauftragt worden, sich mit den neugierigen Gästen zu unterhalten, damit Knöll ungestört malen kann. Winkelmann ist begeistert vom Bild, das die Stadt Basel in Zürich abgibt. Mit Wörtern wie «sensationell» und «fantastisch» beschreibt er den Auftritt des Stadtkantons am diesjährigen Sechseläuten. «Sie wollen alles wissen: Aus welchem Material die Laterne besteht, welche Farben der Künstler benutzt oder wie frei er bei der gestalterischen Umsetzung des Sujets ist.»

Ein Hut für Cramer

Immer wieder muss Winkelmann Besucher anweisen, nicht vor die Kamera von TeleZüri zu stehen. Der Sender überträgt die Entstehung der Laterne im Livestream. Für Cramer machte er eine kurze Ausnahme. Doch Cramer kann nicht lange bei der Laterne verweilen. Er muss zurück zum grossen Festzelt, um das kleine Spiel von Vogel Gryff zu begrüssen.

Schnell reicht jemand dem hutlosen Regierungsrat noch eine Kopfbedeckung, während sich die Kinder, verkleidet als Uelis oder als die Schildwappentiere der drei Ehrengesellschaften, ihren Weg zum Regierungsrat bahnen. Auch Grossratspräsident Remo Gallacchi (CVP) stellt sich neben Cramer, um vor den Wappentieren den Hut zu ziehen. Selbstverständlich im Amt als Basler Repräsentant und nicht als Zunftmitglied – obwohl er sich offenbar vor der Aufnahme in die Zunft zu Weinleuten befindet.

Zürcher Hemmungen

Doch das Basler Zunftwesen und die Fasnacht sind nicht das Einzige, was die Basel den Zürchern zu bieten hat. Deshalb hat der Kanton auf dem Hof gleich über der Limmat eine Hand voll Infostände aufgebaut, die den Zürchern die «Basler Hochkultur und Alltagskunst» näherbringen sollen. Auf weissen Infotafeln werden das Zunftwesen, die Life-Sciences-Industrie und die Papierherstellung gepriesen. Doch die grossen Scharen an Zürchern lassen an diesem Sonntagnachmittag auf sich warten. Die Basler sind auf dem Lindenhof in der Mehrheit. Die Gastgeber scheinen noch Hemmungen vor den Waggissen und dem Vogel Gryff zu haben.

Das zeigt sich auch am zweiten Fasnachtsstand: Dort werden Kinder und Erwachsene dazu eingeladen, selbst ein Piccolo oder eine Trommel in die Hand zu nehmen. Es sind fast ausschliesslich die Basler, die sich an den vertrauten Instrumenten versuchen. «Das ist nichts für mich», meint eine Zürcherin lachend, als ihr ein Instruktor ein Piccolo hinhält. Auch ein Berner Ehepaar lässt lieber seinen kleinen Sohn an die Trommel, als es selbst zu versuchen. Dem scheint das Stückchen Basel über der Limmat jedenfalls mächtig zu gefallen.

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(Basler Zeitung)

Erstellt: 16.04.2018, 07:12 Uhr

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