Brillenkauz-Familie im Zolli mit Nachwuchs

Die Brillenkauz-Familie im Basler Zoo hat Nachwuchs. Die beiden im Februar geschlüpften weissen Küken sind nun mit den dunkel gefiederten Eltern ins Sommerquartier gezügelt worden, wie der Zolli am Mittwoch mitteilte.

Die Zucht dieser Eulenart ist heikel.

Die Zucht dieser Eulenart ist heikel. Bild: Zoo Basel

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Vor dem Zollipublikum verstecken sich die nicht mehr ganz so kleinen Brillenkäuze in der Eulenburg kaum: Auf einem Ast sitzend warten sie drauf, von den Eltern gefüttert zu werden - daher nennen sie die Wärter auch «Ästlinge».

Die Unterscheidung der bereits fast gleich grossen Vögel ist einfach: Die Jungen - ein Weibchen und ein Männchen - sind weiss gefiedert mit schwarzer «Brille», die Elterntiere dunkelbraun-beige mit heller «Brille». Angleichen wird sich die Farbe innert der nächsten zwei bis drei Jahre.

Die Zucht dieser Eulenart ist heikel, und besonders selten ist die gleichzeitige Aufzucht von zwei Tieren. Letztmals war dies dem Basler Zoo vor sieben Jahren gelungen - die Eltern haben Routine. Der Zoo beteiligt sich am Artenschutz-Zuchtprogramm, weswegen die Jungen auch Identifikations-Chips implantiert bekommen haben.

Das aktuelle Weibchen hat im Zolli insgesamt zehn Junge aufgezogen, wie auf Anfrage zu erfahren war. Daran massgeblich beteiligt ist das aktuelle Männchen, das seit 2011 in Basel lebt und da auf acht Kinder kommt. In Basel ist diese Eulenart schon seit 1977 vertreten.

Rodungen setzen den Vögeln zu

In freier Wildbahn leben die nachtaktiven Brillenkäuze in Südamerika im dichten Tropenwald bis auf etwa 1500 Metern über Meereshöhe - über den Wildbestand ist indes wenig bekannt. In Europa gibt es derzeit rund 70 Brillenkäuze in 30 Zoologischen Gärten.

In ihrer Heimat sind Brillenkäuze laut Zolli zwar regional relativ häufig, aber dennoch gefährdet wegen ihrer Lebensweise: Zum Brüten benötigen die ausgewachsen bis zu einem halben Meter langen Vögel Baumhöhlen, weshalb ihnen Rodungen zusetzten. Wenn sie die Höhlen verlassen, lernen sie erst nach rund sechs Wochen zu fliegen. (amu/sda)

Erstellt: 19.04.2017, 11:04 Uhr

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