BVB verkleinern die Geschäftsleitung

Die BVB arbeiten das Schienen-Debakel auf: Künftig sollen weniger Geschäftsleitungsmitglieder bessere Entscheidungen treffen.

Die Feierlaune ist BVB-Direktor Erich Lagler (links, neben Regierungsrat Hans-Peter Wessels) längst vergangen.

Die Feierlaune ist BVB-Direktor Erich Lagler (links, neben Regierungsrat Hans-Peter Wessels) längst vergangen. Bild: Lucian Hunziker

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Bei den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) wird die Geschäftsleitung in zwei Schritten von sieben auf fünf Mitglieder verkleinert. Mit schlankeren Strukturen will das dem Kanton Basel-Stadt gehörende Transportunternehmen seine Leistung und die Qualität verbessern.

In einem ersten Schritt wird per 1. Oktober 2018 der neue Geschäftsbereich «Verkehr» geschaffen. Geleitet wird dieser von Bruno Stehrenberger, dem bisherigen Leiter «Infrastruktur», wie die BVB am Mittwoch mitteilten.

Im Geschäftsbereich «Verkehr» sollen künftig sämtliche zentralen Dienstleistungen für die Fahrgäste aus einer Hand erbracht werden. Dazu gehören die Netzentwicklung und die Angebotsgestaltung ebenso wie die operative Planung und Steuerung sowie der Fahrbetrieb.

Zweiter Schritt per Julli 2019

Per 1. Juli 2019 wird in einem zweiten Schritt der Geschäftsbereich «Anlagen & Fahrzeuge» geschaffen, dem die Verantwortung für das «komplexe Gesamtsystem Rad-Schiene» obliegt, wie es im Communiqué heisst. Wer den sowohl für die Infrastruktur wie auch für die Flotte zuständigen Bereich führen wird, ist noch offen. Die Stelle wird nach Auskunft der BVB ausgeschrieben.

Bis Juli 2019 werden die beiden bestehenden Geschäftsbereiche «Infrastruktur» und «Technik» weitergeführt. Welche Aufgaben deren interimistische Leiter Ramon Oppikofer und Ludwig Näf danach übernehmen, ist noch offen, wie es bei den BVB hiess. Remo Meister, der bisher für den Betrieb zuständig war, übernimmt neue Aufgaben im Geschäftsbereich «Verkehr».

Heute zu grosse Abgrenzungen

Von den schlankeren Strukturen mit weniger Schnittstellen versprechen sich die BVB raschere Abläufe und mehr Innovation. Heute sei die Abgrenzung zwischen den Geschäftsbereichen zu gross, heisst es in der Mitteilung. Dies hat sich jüngst bei der Kontroverse um die zu starke Abnützung der Schienen durch die neuen Trams gezeigt.

Nach Überzeugung von Direktor Erich Lagler gewinnen die in den letzten Jahren immer wieder in Negativschlagzeilen geratenen BVB durch die Neuorganisation an Qualität und Durchsetzungskraft. Zu den Herausforderungen zählt Lagler unter anderem die Konkurrenz durch andere Mobilitätsanbieter sowie den politischen Auftrag zum Verzicht auf fossile Treibstoffe.

Verwaltungsrat will genau hinschauen

Dass sie ihre Strukturen überprüfen, hatten die BVB schon bei der Jahresmedienkonferenz im April angekündigt. In der Folge kam es im Juni zu zwei Abgängen in der Geschäftsleitung. Diese besteht künftig neben den Leitern der beiden neuen Geschäftsbereiche aus Direktor Lagler, Finanzchef Stefan Popp und Personalchefin Susanne Bolliger.

Gemäss dem Communiqué steht der seit Anfang Jahr von der Luzernerin Yvonne Hunkeler präsidierte Verwaltungsrat «voll und ganz» hinter der Neuorganisation und der neuen Geschäftsleitung. Das Gremium will die Umsetzung der neuen Struktur «genau verfolgen und eng begleiten».

Im Weiteren haben die BVB personalpolitische Leitlinien ausgearbeitet, die von den Sozialpartnern begrüsst und unterstützt würden. Im Zentrum stehe ein fairer und verantwortungsbewusster Umgang mit den Mitarbeitenden in der Phase der Neuorganisation. Diese hat unter anderem zur Folge, dass schon per 1. Oktober einzelne Teams und Aufgabenbereiche intern neu zugeordnet werden. (amu/sda)

Erstellt: 12.09.2018, 13:48 Uhr

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