Damit niemand die Wahrheit erfährt

Ist die Nationalität eines Kriminellen bedeutungslos? Das Schweizer Sorgenbarometer widerspricht.

Im Jahr 2016 wurden 53% aller Strafrechtlichen Verstösse durch Ausländer begangen.

Im Jahr 2016 wurden 53% aller Strafrechtlichen Verstösse durch Ausländer begangen. Bild: Keystone

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Das war ja zu erwarten, nachdem Richard Wolff, Zürcher Stadtrat der Alternativen Liste, Vorsteher des Sicherheitsdepartements und oberster Chef der Stadtpolizei Zürich, in den Medienmitteilungen seiner Polizei die Nennung der Nationalität von Tatverdächtigen verboten hat.

Der Basler BastA!-Grossrat Oliver Bolliger fühlte sich wohl vom Stadtzürcher Dunkelkammer-Befehl im hohen Masse elektrisiert und reichte dazu im Grossen Rat eine schriftliche Anfrage ein. Bolliger findet, die Nennung der Nationalität sei für den Erkenntnisgewinn bedeutungslos, würde sich auf die Wahrnehmung der Leser auswirken und hätte unerwünschte Effekte von Pauschalisierungen und Vorverurteilungen bestimmter Bevölkerungsgruppen.

BastA!-Grossrat Bolliger wäre dringend zu raten, seine Wahrnehmung auf den Prüfstand der Fakten zu stellen. Im Jahresbericht der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2016 wird festgehalten, dass 53 Prozent aller Verstösse gegen das Strafrecht durch Ausländer begangen wurden und somit der Anteil an Schweizer Tatverdächtigen bei 47 Prozent liegt. Dieser überdurchschnittlich hohe Anteil an ausländischen Delinquenten ist besorgniserregend und bereits der Vergleich zwischen Schweizern und den ständig hier lebenden Ausländern ist alarmierend.

Die Wohnbevölkerung in unserem Land besteht aus drei Viertel Schweizern und aus einem Viertel Ausländer. Und diese 25 Prozent ausländische Wohnbevölkerung sind verantwortlich für 31 Prozent aller strafrechtlich relevanten Taten. Wer also die Nennung der Nationalitäten verbieten will, der versucht mit unlauteren Mitteln die Ausländerkriminalität unter dem Deckel zu halten und verfolgt ausschliesslich eine politische Agenda.

Letztlich ist es der Versuch, den Stimmbürger für dumm zu verkaufen.

Als ehemaliger Kriminalkommissär und späterer Medienverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt war ich mit solchen Zensurtendenzen regelmässig konfrontiert, die alle zum Ziel hatten, die kriminellen Aktivitäten von Ausländern zu verschweigen und dadurch der medienkonsumierenden Bevölkerung etwas vorzugaukeln. Letztlich war es immer der Versuch, den Stimmbürger für dumm zu verkaufen. Wer die heutigen Mediencommuniqués der Stadtpolizei Zürich liest, in denen die wolffsche Ideologie mit verschwurbelten Textpassagen verbreitet wird, sieht auf den ersten Blick, dass hier einer Polizeibehörde verboten wurde, Ross und Reiter zu nennen.

Den links-grünen Politikern ist mit Sicherheit nicht entgangen, dass die Ausländer- und Migrationsproblematik ganz weit oben auf dem Schweizer Sorgenbarometer steht. Da eine echte und nachhaltige Lösung des Problems aber deren Weltanschauung zuwiderläuft, verbietet man, darüber zu berichten und versucht, mit dem Ins­trument der Zensur das eigene Fantasieschloss vor dem Einstürzen zu bewahren.

Wenn Oliver Bolliger nicht gerade links-grüne Politik betreibt, ist er der Leiter der Beratungsstelle der Suchthilfe Region Basel. Im Strategiepapier seines Arbeitgebers wird unter der Position Kommunikation festgehalten, dass man zu allen Fragen fachlich korrekt, nicht politisch korrekt Stellung beziehen werde. Oliver Bolliger hat ein Glaubwürdigkeitsdefizit, wenn er von der Polizei und Staatsanwaltschaft nur noch in seinem Sinne politisch korrekte Medienmitteilungen fordert und dadurch die fachlich korrekte Berichterstattung verhindert.

Markus Melzl ist ehemaliger Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt.

Erstellt: 11.01.2018, 10:54 Uhr

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