Die Basler Barkultur soll gefördert werden

Die BaZ stellt sechs Barkeeper vor, die sich im BarTender-Verein engagieren

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Es war an einem Aprilabend im Gundeli, als rund zehn befreundete Barkeeper bei einem Drink zusammensassen und über die Gründung eines Vereins nachdachten. Das Ziel: die Barkultur in Basel zu fördern und besser zu vermarkten.

Nur zwei Wochen später machten sie Nägel mit Köpfen: Im «Angel’s Share» im Kleinbasel trafen sich Ideengeber und weitere Interessierte, sie arbeiteten Statuten aus und schrieben ein Gründungsprotokoll nieder, das von allen Anwesenden unterschrieben wurde. Der Grundstein war gelegt, der Verein mit dem Namen Basel BarTender gegründet. Nun ging es daran, neue Mitglieder anzusprechen. «Wir gingen auf verschiedene Bars in der Stadt zu, um ihre Mitarbeitenden für den Verein zu gewinnen. Natürlich mussten wir in einem ersten Schritt erklären, was unsere Ziele sind – und dass wir nicht einfach einen Verein gegründet haben, um zusammen eins zu trinken», erklärt Vereinspräsidentin Sophie Badel.

Weitere Barkeeper schlossen sich an. Heute zählt der Verein bereits über 45 aktive Mitglieder. Alle Entscheide würden gemeinsam getroffen. Es wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich entweder für den Aufbau einer Website, für die Sponsorensuche oder die Lancierung eines eigenen Contests engagieren. Auch die Rekrutierung von Nachwuchskräften liegt dem Verein am Herzen: «Wir wollen aufzeigen, dass unser Beruf attraktiv ist und sich einen guten Namen erarbeitet hat.»

Dass dies nicht immer so war, weiss auch Sophie Badel aus eigener Erfahrung. Die gebürtige Bünderin hat vor drei Jahren den Sprung hinter die Bar gewagt, als ein Kollege im damaligen «eo ipso» im Gundeldingerfeld ausfiel und sie kurzerhand vom Service hinter die Bar wechselte. Ihr gefiel die Arbeit, auch weil sie eigene Drinks kreieren konnte. Sie profitierte vom Wissen ihrer Kollegen und besuchte Bartender-­Kurse.

«Als ich damals im Bekanntenkreis erzählte, was ich mache, hiess es: Und sonst, was machst du daneben? Studierst du noch?»

Heute ist Badel Barchefin in der Teufelhof-Bar – und erntet auch Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit. In ihrem Beruf sei präzises Arbeiten gefragt, auch Kreativität, das Verständnis für die zahlreichen Produkte und wie sich die Geschmacksnoten in einer Mixtur am besten entfalten können.

Austausch mit dem Gast

«Ausserdem sind wir ständig in Kontakt mit dem Gast. Der eine möchte in Ruhe seinen Drink geniessen, der andere möchte erzählen. Auch dafür müssen wir ein Gespür entwickeln und dem Gast offen, aber mit dem nötigen Respekt begegnen.» Persönlich möchte sie sich dafür einsetzten, dass sich vermehrt auch Frauen die Arbeit hinter der Bar zutrauen. «Da gibt es immer noch einige Hemmschwellen: Die Arbeitgeber denken, dass Frauen nicht so schwer schleppen und so schnell shaken können. Ausserdem sind da die Sicherheitsbedenken, weil ein Bartender den Betrieb schliesst – was oftmals mitten in der Nacht beziehungsweise am frühen Morgen geschieht.»

Den Beruf des Bartenders zu vermarkten sowie die hiesige Barkultur besser zu positionieren, das sind also zwei wichtige Ziele für die Zukunft. «Wir arbeiten auch an einer City-Map, welche Basler und Auswärtige als Barguide nutzen können.» Eine App sei ebenfalls geplant, «an Ideen fehlt es uns definitiv nicht. Jetzt geht es einfach darum, sie auch umzusetzen.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 11.11.2016, 14:20 Uhr

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