Die Lachse kommen nach Basel

Naturschützer freuen sich über viele Lachse, die vom Atlantik her über den Rhein in die Schweiz schwimmen. Die Bemühungen, den Lachs zurück in Schweizer Gewässer zu bringen, scheinen Früchte zu tragen.

Unterwasserwelt auf der Mittleren Brücke: Heute Abend kann man seine selbstgezeichneten Fische über Basels älteste Rheinbrücke schwimmen lassen.

Unterwasserwelt auf der Mittleren Brücke: Heute Abend kann man seine selbstgezeichneten Fische über Basels älteste Rheinbrücke schwimmen lassen. Bild: WWF Schweiz

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Heute ist der Internationale Tag der Fischwanderung 2016. Und bis anhin verspricht das Jahr ein Gutes für wandernde Fische zu werden. Bis Ende April wurden bereits über 70 Lachse auf dem Weg nach Basel beobachtet. Bereits 2015 galt als Rekordjahr, als es 220 Lachse schafften, sich durch die Passage in Iffezheim im Elsass auf den Weg nach Basel zu machen.

In den letzten Jahren wurden verschiedene Massnahmen getroffen, um die Rückkehr der Lachse in die Schweiz zu ermöglichen. Bis jetzt versperren den Fischen allerdings immer noch unüberwindbare Hindernisse den Weg. Bis 2020 sollten die letzten Hindernisse auf dem Weg in die Schweiz beseitigt sein. Dies betrifft vor allem die fünf Kraftwerke der «Electricité de France» (EDF) auf der Rheinstrecke zwischen Strassburg und Basel.

Erste Erfolge geben Grund zur Hoffnung: Der Fischpass in Strassburg wurde letzten Herbst in Betrieb genommen, derjenige am Kraftwerk Gerstheim soll nächstes Jahr folgen. Nun fehlen noch die Kraftwerke Rhinau, Marckolsheim und Vogelgrün im Elsass. Erste Untersuchungen sind im Gange und laut Ruedi Bösiger vom WWF Schweiz ist eine technische Lösung in Griffnähe.

Flussaufwärts ab Basel muss laut den Schweizer Bundesbehörden bis 2020 auch das Kraftwerk Birsfelden über eine Fischtreppe verfügen. Der Rückkehr des atlantischen Lachses über den Rhein, in die Aare und weiter in die Limmat und die Reuss stünde dann nichts mehr im Weg.

Wichtig für alle Wanderfische

Von den internationalen Vernetzungsmassnahmen am Rhein soll allerdings nicht nur der Lachs allein profitieren. In der Kontrollstation in Iffezheim wurden letztes Jahr auch rund 2000 Brachsen, 5200 Barben, 8000 Aale und über 18000 Nasen beobachtet. Insbesondere die hohe Zahl der Nasen ist eindrücklich und macht Tierschützern Hoffnung: Die in der Schweiz verbleibenden Restbestände dieser gefährdeten Fischart sei äusserst bedroht und eine Zuwanderung daher höchst willkommen. Für das Comeback des Lachses in der Schweiz sind in den Augen des WWF vor allem Betreiber der Wasserkraftwerke am Rhein gefordert, damit die verbleibenden Hindernisse für Wanderfische passierbar werden.

Unterwasserwelt auf der Mittleren Brücke

Anlässlich des Internationalen Tags der Fischwanderung wird der WWF heute eine Unterwasserwelt auf verschiedene Gemäuer Basels wie Brücken, Ufermauern und Fassaden entlang dem Rhein projizieren. Man kann sogar seine eigenen Lachse zeichnen und virtuell auf den Fassaden schwimmen lassen. Damit soll signalisiert werden, dass der Lachs in Basel Willkommen ist, so der WWF.

Start der Aktion ist heute um 21 Uhr auf der Mittleren Brücke.

Erstellt: 20.05.2016, 10:44 Uhr

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