Erneute Einsprache gegen Basler Ozeanium

Die Fondation Franz Weber und ihre Tochter Helvetia Nostra halten das Projekt für «nicht nachhaltig».

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Auch gegen die zweite Auflage des Bebauungsplans wollen die Fondation Franz Weber und ihre Tochter Helvetia Nostra eine Einsprache einreichen. Der in der ersten Einsprache verlangte Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) liege nun zwar vor, beantworte aber wesentliche Fragen zu Tierschutz und Energieeffizienz ungenügend oder gar nicht. Unter dem Strich zeigten die Pläne, dass ein solches Projekt «nie nachhaltig sein kann», teilten die beiden Organisationen am Dienstag mit.

Entgegen den Angaben des UVB leiste das Ozeanium keinen Beitrag gegen die Zerstörung der Weltmeere, sondern es fördere primär den Handel mit Korallenfischen, hiess es mit Verweis auf deswegen geschädigte Lebensräume. Die Begeisterung für Grossaquarien verrauche oft rasch, und sinkende Besucherzahlen leerten Zoo-Kassen.

Als Gegenprojekt zum geplanten Basler Gross-Meeresaquarium hatte die Fondation Franz Weber 2014 die «Vision Nemo» lanciert, ein Multimedia-Fenster zum Ozean.

Ozeanium erfüllt eidgenössiche wie auch kantonale Umweltvorschriften

Der Bebauungsplan für das Ozeanium basiert auf dem Projektvorschlag Seacliff der Zürcher Boltshauser Architekten. Der Bau erfordert unter anderem eine Zonenänderung. Der überwiegende Teil des Ozeaniums soll unterirdisch realisiert werden. Die beiden Umweltorganisationen melden indes auch städtebauliche Zweifel an.

Den UVB hatte der Zoo am 10. Januar mit der zweiten Planauflage publiziert, deren Frist am 10. Februar abläuft. Laut den Behörden zeigt der Bericht, dass das bei der Heuwaage geplante Ozeanium sowohl die eidgenössischen wie auch die kantonalen Umweltvorschriften erfüllt.

Baustart ab 2020

Frühester Baubeginn wäre inzwischen 2020, wie beim Zoo zu erfahren war; die Eröffnung würde so 2024 folgen. Nach wie vor steht der Spenden-Pegel für das 100-Millionen-Franken-Projekt bei 52 Millionen Franken, was «erfreulich» sei so weit voraus. Weder für den Bau noch den Betrieb des Ozeaniums rechnet der Zoo mit Staatsgeldern.

Das Ozeanium soll dereinst dem Publikum anhand von Themenaquarien einen Einblick in die Welt der Ozeane bieten und es für Umweltfragen sensibilisieren. Die Besucher sollen auf einem Rundgang von Basel aus entlang den Meeresströmungen die Tierwelt der Ozeane entdecken. 8,5 Meter hoch soll ein Becken zum Thema «offener Ozean» werden. (nim/sda)

Erstellt: 07.02.2017, 14:48 Uhr

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