Gurken-Trams fahren im Osten weiter

Nach 1,5 Millionen Kilometern auf Basler Schienen verlassen die altgedienten BVB-Trams Be 4/6 S die Stadt. Der Bund kauft den BVB die Trams ab – und verschenkt sie nach Bulgarien.

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Die ersten Trams des Typs Be 4/6 S sind auf dem Weg nach Bulgarien. Die «Guggummere», baseldeutsch für Gurke, werden nach Sofia verfrachtet, wo sie viele weitere Jahre ihren Dienst verrichten werden.

Die 28 Trams haben seit 1990 je rund 1,5 Millionen Kilometer auf dem Basler Schienennetz hinter sich, zuletzt hauptsächlich auf den Linien 15 und 16. Nun werden sie in Basel nicht mehr gebraucht und durch das neue Flexitiy-Tram ersetzt. Gebaut wurden die Trams einst in der Region: Bei der Firma Schindler Waggon in Pratteln.

Die Trams beförderten 26 Jahre lang Fahrgäste durch Basel. Video: BVB

Gestern und heute transportierten Tieflader vier Trams von der Klybeckstrasse zum Gelände der Firma Grisard an der Hochbergerstras­­se. Hier hievten zwei Pneukräne die 32 Tonnen schweren Gelenktrams mit Niederflur-Sänftenteil auf Bahnwaggons. Danach werden die Trams während der nächsten zwei Wochen via Österreich, Ungarn und Serbien in die bulgarische Hauptstadt gefahren. Im April, Juli und November folgen jeweils acht weitere Trams dieses Typs.

Erlös für die BVB, Trams für Sofia, Defizit für den Bund

Finanziert wird der Transport der 28 Trams durch das Staatssekretariat für Wirtschaft – im Rahmen des Schweizer Beitrags an die erweiterte Europäische Union. Die Projektkosten betragen rund 3 Millionen Schweizer Franken, wovon die Schweiz 85 Prozent übernimmt. Die restlichen 450‘000 Franken teilen sich die Stadt Sofia und Sofia Elektrotransport S.E.T. Die BVB erhalten 30'000 Franken pro Tram, also insgesamt 840‘000 Franken.

Für die BVB eine ideale Lösung: Denn die Alternative wäre die Verschrottung gewesen. Ob da ein Erlös oder gar ein Verlust resultiert hätte, wäre abhängig vom Metallpreis gewesen. «Die Erfahrung zeigt, dass sich die Bereitstellungs- und Transportkosten in etwa mit dem zu erwartenden Erlös die Waage halten», sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid. Und so kommen auch die Bewohner Sofias noch ein paar Jahre in den Genuss einer Basler Gurke. (amu)

Erstellt: 18.01.2017, 14:41 Uhr

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