Jeder vierte verunfallte Betrunkene ist ein Velofahrer

In Basel-Stadt gab es im letzten Jahr insgesamt weniger Verkehrsunfälle und weniger Verletzte. Erneut zugenommen hat jedoch die Zahl der Unfälle mit E-Bikes. Auch betrunkene Velofahrer machen der Polizei Sorgen.

E-Bike-Fahrer verunfallen häufiger. Auf dem Bild: Ein Fahrtraining für E-Biker, durchgeführt von der Basler Polizei.

E-Bike-Fahrer verunfallen häufiger. Auf dem Bild: Ein Fahrtraining für E-Biker, durchgeführt von der Basler Polizei. Bild: Dominik Plüss

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Die Zahlen der aktuellen Basler Verkehrsunfallstatistik, die am Dienstag veröffentlicht wurde, zeichnen ein erfreuliches Bild: Im Jahr 2017 wurden weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden rapportiert. 360 Personen (Veränderung gegenüber 2016: -29) wurden im letzten Jahr auf Basler Strassen leicht verletzt. Auch die Zahl der Schwerverletzten ist um 12 auf 85 Personen gesunken. Seit im Stadtkanton die Verkehrsunfallstatistik erhoben wird gab es zudem noch nie so wenige Verkehrstote wie im letzten Jahr, teilte die Polizei mit. Nur ein einziger Unfall mit Todesfolge musste beklagt werden: Ein Velofahrer wurde am 4. April 2017 in der Bäumlihofstrasse von einem Lastwagen erfasst, der mit seinem Fahrzeug nach rechts abbog und den 62-Jährigen übersehen hatte.

Rückläufig sind auch die Zahlen der in Unfälle verwickelten Autos: 708 waren im letzten Jahr an Unfällen jeglicher Art beteiligt. Das entspricht einem Minus von 32 im Vergleich zum Vorjahr. Etwas häufiger waren hingegen die schweren Motorwagen an Unfällen beteiligt (81, +5 Prozent). Eine deutliche Zunahme um 65 Prozent verzeichnete die Statistik hingegen bei den an Unfällen beteiligten E-Bikes: 33 waren es insgesamt. Gegenüber dem Schnitt der Jahre 2014 bis 2016 bedeutet dies sogar eine Zunahme von 135,7 Prozent.

Weniger Alkohol bei Autofahrern

Im Gegenzug ging die Zahl der an Unfälle beteiligten herkömmlichen Velos um 10 auf 158 zurück (-6 Prozent). Seltener (-24,3 Prozent) waren zudem Fussgänger an Unfällen beteiligt: Noch 78 solche Unfälle wurden rapportiert. Im Vorjahr waren es 103. Von diesen 78 Fussgänger wurden 66 verletzt. Verletzte Velofahrer waren es insgesamt 156. Von den im letzten Jahr 446 verletzten Verkehrsteilnehmer war somit rund jeder Dritte ein Velofahrer.

Bezüglich Unfallursachen geht der Trend ebenfalls in eine erfreuliche Richtung: Nur gerade bei 81 Unfällen war Alkohol im Spiel. Im Vorjahr waren es noch 87. Die Zahl der automobilen Blaufahrer, die verunfallt sind, ging um 13.8 Prozent auf 56 zurück. Die Zahl der alkoholisiert verunfallten Velofahrer und E-Bike-Fahrerinnen stieg hingegen um 15 Prozent auf 23. Betrunkene Fussgänger, die einen Unfall verursacht haben, registrierte die Polizei im letzten Jahr zwei.

Gefährliche Tempo-30-Zonen

Bei 29 Unfällen war die Ursache Missachten von Rotlicht. Davon waren 23 Mal Autofahrerinnen und Autofahrer die Schuldigen, je 3 Mal Velofahrer und Fussgänger. 39 Unfälle gab es wegen zu hoher Geschwindigkeit und in 173 Fällen war Missachten des Vortritts ursächlich für den Crash, davon 20 von Velofahrern (+25 Prozent) und 152 von Autofahrerinnen und Autofahrer (-16.9 Prozent).

196 Unfälle gab es im letzten Jahr in Tempo-30-Zonen, 7 weniger als im Vorjahr. Davon waren 122 leichte Unfälle mit Blechschaden. In 74 Fällen gab es auch Verletzte. Im Jahr 2013 waren jedoch nur 21 Verletzte in Tempo-30-Zonen zu beklagen. Seither hat die Zahl der Verletzten somit um dramatische 350 Prozent zugenommen.

Vor fünf Jahren gab es zwar noch weniger Tempo-30-Zonen, dafür in diesen jedoch deutlich mehr Unfälle, nämlich 273. Also gab es damals in Tempo-30-Zonen nicht einmal in jedem zehnten Unfall einen Verletzten, während es im letzten Jahr in jedem dritten Unfall der Fall war. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.03.2018, 12:36 Uhr

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