Nun gilt auch in der Birs ein Badeverbot

Um den Fischen der Stress durch badende Menschen und Hunde zu ersparen, haben die beiden Basel unter Strafandrohung ein Betretungsverbot für die Birs erlassen.

Betreten verboten: Mensch und Hund dürfen im stadtnahen Abschnitt der Birs derzeit nicht ins Wasser.

Betreten verboten: Mensch und Hund dürfen im stadtnahen Abschnitt der Birs derzeit nicht ins Wasser. Bild: Elena Monti

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Die Kantone Basel-Stadt und Baselland verfügen in gegenseitiger Absprache ein Bade- und Betretungsverbot für Mensch und Tier in der Birs. Gültig ist das Verbot in Birsfelden sowie in Basel für den Abschnitt,zwischen Hauptstrassenbrücke und der Redingbrücke.

Begründet wird das Verbot wie bereits eine ähnliche Verfügung für die Wiese mit dem tiefen Wasserstand in Verbindung mit den hohen Wassertemperaturen. Das führe bei den Fischen zum Hitzestress. Trotz der jüngsten Regenfälle rechnen die Behörden nicht mit einer raschen Entspannung der Situation.

Die Fische suchen kühlere und sauerstoffhaltigere Gewässerbereiche. In den letzten Tagen seien Hunderte von Aeschen und Nasen, einer in der Schweiz vom Aussterben bedrohten Fischart, aus dem warmen Rhein in die kühlere Birs bis zur Redingbru?cke aufgestiegen.

Bitte war wirkungslos

Das Verbot wurde aus Sicht der Kantone nötig, weil der bisherige Appell an die Bevölkerung, auf das Baden in der Birs zu verzichten, ignoriert wurde. Das Betreten der Birs gefährde jedoch das derzeit letzte regionale Refugium der Aeschen und Nasen.

Das Betretungsverbot gilt für Menschen und Haustiere bis auf Widerruf. Widerhandlungen werden zur Anzeige gebracht, kündigten die Behörden an. Als gesetzliche Grundlage geben die kantonalen Behörden bei ihren Verfügungen zu Birs wie auch schon zur Wiese Art. 5 Abs. 2 und Art. 7 Abs. 2 des Bundesgesetzes über die Fischerei an. Darin steht: «Die Kantone ergreifen die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der Lebensräume von gefährdeten Arten und Rassen. Sie können weitere Massnahmen, insbesondere Fangverbote, anordnen.»

Umstrittener Graubereich

Die Basler SP-Grossrätin und Juristin Tanja Soland ist nicht ganz einverstanden mit der Argumentation der Kantone: «Tatsächlich gibt es dieses Bundesgesetz, das es dem Kanton erlaubt, Massnahmen zu ergreifen. Aber diese Massnahmen sind nicht weiter ausdefiniert. Dazu bräuchte es aus meiner Sicht eine Verordnung, die das regelt. So wie es jetzt ist, handelt es sich aus meiner Sicht um eine Grauzone.»

Titularprofessorin für kantonales Recht Denise Buser sieht kein juristisches Problem: «Die Rechtsgrundlage ist hier gegeben. Es ist von öffentlichem Interesse, dass die Fische in der Wiese geschützt werden. Jedoch ist es während dieser Hitzewelle auch von öffentlichem Interesse, dass die Bevölkerung die umliegenden Gewässer nutzen darf. Hier hätte vom Kanton eigentlich eine Güterabwägung stattfinden müssen. Deshalb finde ich das Verbot ein wenig fragwürdig.» Trotz aller Skepsis: Die Wiese und die Birs bleibt bis auf Weiteres abgesperrt und wer sich darin abkühlt, wird von den Kantonen gebüsst. (amu/sa)

Erstellt: 09.08.2018, 15:16 Uhr

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