Spendenflaute beim Ozeanium

Im letzten Jahr sind für das Grossaquarium des Basler Zollis nur 20'000 Franken gespendet worden. Bei diesem Spendentempo würde das Ozeanium erst in 2400 Jahren gebaut.

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Die nackten Zahlen des aktuellen Jahresberichts sind auf den ersten Blick ernüchternd: Noch fehlen dem Basler Zolli 48 von rund 100 Millionen Franken für das Ozeanium. Das Grossaquarium an der Heuwaage, das komplett ohne staatliche Gelder entstehen soll, ist auf Spenden angewiesen. 30 Millionen wird ein anonymer Gönner beisteuern. Im Jahr 2015 sind weitere 10 Millionen Spenden für das Prestigeprojekt des Zollis eingegangen. Ende 2015 waren rund 52 Millionen Franken in der Kasse, etwas mehr als die Hälfte also. Ein Jahr später jedoch ist der Füllstand der Spendenkasse kaum höher. Nur 20'000 weitere Franken sind für das Projekt eingegangen.

Für Zolli Finanzchef Marc Riggenbach jedoch kein Grund zur Beunruhigung. Im Moment bemühe man sich gar nicht explizit um Spendengelder, sagt Riggenbach. «Es ist derzeit noch gar keine Fundraising-Kampagne am laufen.» Bevor der Zolli effiktiv in die Spendensammlung eintaucht, müssen nämlich einige formale Entscheide fallen. «Wir wollen nicht Geld sammeln, solange wir nicht die Rechtssicherheit haben», sagt Riggenbach. Diese wird der Zolli frühestens Ende Jahr haben: Im Herbst 2017 wird der Basler Grosse Rat nämlich entscheiden, ob die Parzelle an der Heuwaage vom Zoo bebaut werden darf. Sollte gegen den Entscheid das Referendum ergriffen werden, droht eine weitere Verzögerung von rund einem Jahr. Es wäre nicht der erste Rückschlag für das ambitionierte Projekt.

Ein Jahr hat der Zolli bereits verloren, weil man sich aufgrund von Einsprachen gegen den Bebauungsplan entschieden hatte, eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu machen. Einsprachen gab es aus den unterschiedlichsten Gründen: Es ging um zu viel Verkehr, Bedenken wegen der Tierhaltung aber auch aufgrund von Sorgen um die Luftzirkulation. Riggenbach ist sich sicher, dass der Zolli mit dem Umweltvertäglichkeitsbericht und einiger leichter Anpassungem am Projekt die Vorraussetzungen erfüllt hat, damit die erneuten Einsprachen auch gegen die zweite Planauflage abgewiesen werden können.

Margarethenstich hat keinen Einfluss

Keine Verzögerung für das Bauprojekt sei hingegen wegen der Abstimmung zum Margarethenstich zu erwarten. Befürworter der Tramabkürzung machten Stimmung mit dem Argument, das Ozeanium können nicht mehr gebaut werden, weil der Platz im Falle einer Ablehnung für eine Tramschlaufe gebraucht werde. Und das Gegnerkommitee behauptete, der Margarethenstich sei überhaupt nur nötig, weil das Ozeanium zu gross geplant werde. Dazu Riggenbach diplomatisch: «Wir haben immer festgehalten, dass ein Ozeanium sowohl mit als auch ohne Margarethenstich gebaut werden kann.»

Riggenbach ist optimistisch, dass sich der Zolli ab 2018 mit voller Kraft dem Spendensammeln widmen kann. Im Idealfall könnte das Ozeanium dann im Jahr 2024 eröffnet werden. Vor vier Jahren sprach man noch davon, dass das Ozeanium ab 2016 gebaut würde und im Jahr 2019 die ersten Besucher empfangen könnte. Das stellte sich aber aufgrund der Komplexität des Projekt schnell als zu optmistisch heraus. Für den Zolli bleibt zu hoffen, dass der Optimismus bezüglich fehlender Spendengelder nicht zu weiteren Enttäuschungen führt.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 03.05.2017, 15:57 Uhr

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