Ständig neue Anpassungen

Das Rekord-Hoch bei den Neu-Gymnasiasten verheisst nichts Gutes.

Seit meine Kinder die Schule besuchen, wird harmonisiert und geändert – und ständig braucht es wieder neue Anpassungen. Wann ist endlich ein Ende in Sicht?

Seit meine Kinder die Schule besuchen, wird harmonisiert und geändert – und ständig braucht es wieder neue Anpassungen. Wann ist endlich ein Ende in Sicht? Bild: Keystone

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Als ich vor 25 Jahren das Gymnasium abschloss, lag die Maturitätsquote bei gerade mal 20 Prozent. 2015 waren es bereits über 32 Prozent. In Zukunft könnten es noch mehr werden, denn laut den neusten Zahlen treten dieses Jahr 45 Prozent der Sekundarschüler in das Gymnasium über.

War der frühere Anstieg ein gutes Zeichen, denn er beruhte auf der Tatsache, dass vermehrt Frauen Zugang zu den Gymnasien fanden, sind die neusten Zahlen negativ zu werten. Mehr Schüler werden deswegen das Gymnasium nicht abschliessen. Den Ausbildungsbetrieben fehlen dafür gute Lehrlinge. Das einzigartige duale Bildungssystem bröckelt. Die Schulharmonisierung hätte diesen unheilvollen Trend durchbrechen sollen. Das Gegenteil ist der Fall. Dass das Erziehungsdepartement nun Massnahmen ergreift, ist wichtig. Trotzdem bleibt für mich, als direkt betroffene Mutter, ein schaler Nachgeschmack.

Weshalb müssen meine Kinder diese Unzulänglichkeiten ausbaden? An meiner Tochter wurde – ich formuliere es mal salopp – das Frühfranzösisch, ein neues Schulsystem und auch noch eine neue Unterrichtsart ausprobiert. Und nun wird mein Sohn Versuchskaninchen für schärfere Übertrittsregeln und strengere Noten. Seit meine Kinder die Schule besuchen, wird harmonisiert und geändert – und ständig braucht es wieder neue Anpassungen. Wann ist endlich ein Ende in Sicht? (Basler Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 07:26 Uhr

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