Theater im Präsidialdepartement (III)

Neues aus dem Stadtpräsidium: Immer diese doofen Journalisten.

Die Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Stadt Elisabeth Ackermann, fotografiert in ihrem Büro im Rathaus in Basel.

Die Regierungspräsidentin des Kantons Basel-Stadt Elisabeth Ackermann, fotografiert in ihrem Büro im Rathaus in Basel. Bild: Keystone

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Ein Stück für zwei Frauen. Sie heissen Elisabeth Ackermann, Stadtpräsidentin, und Melanie Imhof, ihre Infochefin. Es ist neun Uhr morgens im Büro:

«Dein Handy klingelt, Elisabeth.»

«Ich weiss. Lass es klingeln.»

«Vielleicht ist es wichtig? Dein Mann?»

«Er hat grad ein Arbeitsfrühstück mit unserer Partei. Damit die wissen, wo es langgeht, und dann geht er mit Guy Morin wandern, damit wieder etwas Bewegung in Guys Leben kommt.»

«Das ist gut, Elisabeth. Weil ich hab hier so eine Journalistenanfrage. Der will wissen, ob das stimmt, dass dein Mann im Grunde das Departement führt, also so deine Interviews schriftlich beantwortet und auch sonst für dich denkt.»

«Ich hab das so satt, diese Journalisten, Melanie. Ganz schlimm, alle. Und das Schlimmste ist, die meisten können nicht mal ein Instrument.»

«Ich weiss. Was machen wir mit der Anfrage?»

«Was mein Mann gesagt hat. Also nichts. Wenn was ist, soll ich sie anrufen, sagt er. Und zwar am Samstagmorgen. Damit ich ihnen und sie nicht mir das Wochenende versauen.»

«Oh, das ist gut, Elisabeth. Natürlich musst du dann auch telefonieren, aber egal, die Strategie ist trotzdem super. Dein Handy klingelt schon wieder. Willst Du nicht doch rangehen?»

«Nein. Das sind nur Leute von früher.»

«Aber das ist doch schön, Elisabeth.»

«Dachte ich zuerst auch. Aber es sind jene vom Gitarrenunterricht. Sie fragen, ob ich sie weiter unterrichten kann, weil sie in der Zeitung gelesen haben, dass ich keine Termine habe und viel Zeit. Und dass es ja schön wäre, zu den Wurzeln zurückzukehren.»

«Ist wirklich eine Plage, diese Basler Journalisten. Sogar dieser Plachdingsbums vom Tele Basel , der ja eigentlich noch ganz gut aussieht, aber dann auch besser, als er ist, finde ich.»

«Der mich interviewt hat, Melanie?»

«Genau. Der dir gesagt hat, ob du auch mal Antworten kannst, ohne auf deinen Spickzettel zu schauen.»

«Da siehst du es, Melanie. Man kann es denen einfach nie, nie recht machen, es ist so ungerecht. Sagt man nichts, sind sie beleidigt, sagt man etwas, das man von einem Spickzettel abliest, ist es auch nicht recht. Was wollen die eigentlich?»

«Das willst du gar nicht wissen, Elisabeth. Ist auch nicht so wichtig, weil, weisst du, wie ging das jetzt schon wieder ...ja, die Karawane bellt, aber die Hunde ziehen weiter.»

«Das hast du schön gesagt, Melanie.»

«Ist nicht von mir. Ist von Philippe.»

«Kenn ich den?»

«Dein Kulturchef? Also seit gestern dein Ex-Kulturchef, er hat ja gekündigt.»

«Ah ja. Sag, Melanie. Wir haben noch keinen neuen, oder?»

«Nicht so viel ich weiss.»

«Dann soll der Lukas Ott das dann interimistisch machen, weil die Stadt entwickelt sich ja von selbst. Das ist wie bei den Museen, die sind strategisch gesehen auch Selbstläufer. Begreift nur keiner hier. Sagt mein Mann. Gib Lukas die Telefonnummer von meinem Mann, der brieft ihn dann.»

«Oh, das ist brillant, Elisabeth. Wenn die Journalisten nur wüssten, wie konstruktiv bei uns gebrainstormt wird. Ich bin grad so im Flow, dass ich Hühnerhaut habe und eine Idee, wer Kulturchef werden könnte: Michael Schindhelm.»

«Oh, Melanie. Das ist gut. Ein Musiker. Dann bin ich nicht mehr so isoliert hier.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 30.09.2017, 15:51 Uhr

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