Festnahme nach Vandalenakten an jüdischen Einrichtungen

Die Sachbeschädigungen bei einer jüdischen Metzgerei und weiteren jüdischen Einrichtungen in Basel waren nicht rassistisch motiviert.

Die jüdische Metzderei an der Friedrichstrasse wurde Opfer eines Vandalen.

Die jüdische Metzderei an der Friedrichstrasse wurde Opfer eines Vandalen. Bild: Florian Bärtschiger

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach einer Reihe von Sachbeschädigungen an jüdischen Einrichtungen in Basel konnte die Kriminalpolizei den mutmasslichen Täter ermitteln und verhaften. Der Tatverdächtige sei ein 37-jähriger Schweizer, teilte die Basler Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Gegen den Mann werde in neun Fällen ermittelt, sagte Kriminalkommissär Peter Gill gegenüber der BaZ. Juristisch abgeklärt werden gemäss Gill neben der mehrfachen Sachbeschädigung weitere Straftatbestände wie Missbrauch einer Fernmeldeanlage, Drohung und Beschimpfung, Schreckung der Bevölkerung sowie Rassendiskriminierung.

Die Staatsanwaltschaft hat jedoch keine Hinweise darauf, dass die Taten rassistisch oder politisch motiviert waren oder dass es sich um eine Aktion militanter Tierschützer gehandelt hatte. «Der Mann hat offensichtlich persönliche Probleme», sagte Gill. Ermittelt werden konnte der mutmassliche Täter aufgrund eines konkreten Hinweises aus den Reihen der Geschädigten. Weitere Details dazu wollte die Staatsanwaltschaft nicht preisgeben.

Jüdische Gemeinde verunsichert

Die Schadensumme der Taten, die im Zeitraum vom 17. September bis zum 31. Oktober begangen wurden, ist insgesamt gemäss Gill «tief». So warf der Täter beispielsweise Scheiben bei der jüdischen Genossenschafts-Metzgerei an der Friedrichstrasse ein. Nur wenige Wochen zuvor wurde die gleiche Metzgerei bereits Opfer von Vandalismus. Dabei wurden zuerst die hebräischen Schriftzeichen für «ko scher» und danach deutsche Lettern von der Hauswand gerissen. Die Metzgerei ist die einzige in der Nordwestschweiz, die koscheres Fleisch verkauft.

Weil die beiden Vandalenakte jeweils an jüdischen Feiertagen begangen wurden, vermutete die jüdische Gemeinde ein antisemitisches Motiv bei den Taten. Die Sachbeschädigungen bei der Metzgerei fiel zudem in die Zeit, in der die Sicherheit für die jüdische Gemeinde in Basel heiss diskutiert wurde. Die Israelitische Gemeinde forderte von der Basler Politik finanzielle Unterstützung für die Sicherheitskosten der Synagoge. (amu/sa)

Erstellt: 22.11.2018, 11:08 Uhr

Artikel zum Thema

Acht Polizisten für mehr Schutz jüdischer Einrichtungen

Die Basler Regierung will acht Sicherheitsleute, die bereits heute jüdische Einrichtungen in Basel bewachen, als bewaffnete Sicherheitsassistenten der Polizei anstellen. Mehr...

Mehr Sicherheit für jüdische Einrichtungen

Die Basler Polizei soll nach Wunsch des Parlaments künftig stärker vor der Synagoge und anderen jüdischen Einrichtungen im Kanton präsent sein. Mehr...

Kostenbeteiligung von Bund löst das Problem nicht

Der Schutz eigener Institutionen ist so teuer, dass die jüdische Gemeinde Basel überlegte, ihre Bibliothek zu veräussern. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von baz.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).

Kommentare

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...