Wolf-Areal wird zur «Smart City»

Die Entstehung der modernsten Stadtquartieranlagen der Schweiz ist beschlossene Sache.

Das rund 16 Hektaren grosse und gut erschlossene Areal im Besitz der SBB sei heute «bahnbetrieblich unternutzt», hiess es.

Das rund 16 Hektaren grosse und gut erschlossene Areal im Besitz der SBB sei heute «bahnbetrieblich unternutzt», hiess es. Bild: Kanton Basel-Stadt

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Der Basler Güterbahnhof Wolf soll zum «smartesten» Areal der Schweiz werden: Die SBB und der Stadtkanton haben eine Planungsvereinbarung unterzeichnet für eine ganzheitliche «Smart City»-Ausrichtung bei der digitalen Transformation zu einem neuen Stadtquartier.

Auf dem Wolf-Areal, das zwischen dem Stadion St. Jakob und der Autobahnhausfahrt Basel City liegt, sollen künftig auch Wohnungen und Büros Platz finden. Seit 2013 gewälzte Ideen haben nun zu einer Vereinbarung geführt, die am frühen Dienstagabend den Medien vorgestellt wurde.

Das rund 16 Hektaren grosse und gut erschlossene Areal im Besitz der SBB sei heute «bahnbetrieblich unternutzt», hiess es. Für andere Nutzungen im künftigen «Smart City Laboratory (Lab)» sollen davon zehn Hektaren in Etappen verfügbar werden. Begonnen wird mit Fokus auf Logistik und Mobilität; ab 2019 folgen weitere Themenfelder.

Für Wirtschaft und Bevölkerung

Im Visier hat man dabei laut Communiqué «überregionalen Vorbildcharakter». Bei einem Studienauftrag hatten die Entwürfe der Architekten Christ & Gantenbein sowie EM2N am meisten überzeugt. Nun sollen die beiden Ansätze bis Ende Jahr in einem städtebaulichen Konzept samt Entwicklungsplan zusammengeführt werden.

Der heutige bimodale Umschlagplatz soll zum Innovationsstandort für «Smart City»-Projekte werden. Getestet werden soll dort, wie neue Informationstechnologien bei der Raumentwicklung eingesetzt werden können. Erstunterzeichner sind SBB und Stadtkanton; weitere Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sollen dazu stossen.

Hoffnungen haben die Protagonisten insbesondere, dass die Digitalisierung Infrastrukturen gut vernetzen und städtische Abläufe effizienter gestalten helfe. Der Ressourcenverbrauch soll so trotz steigender Bevölkerungszahlen sinken; gleichzeitig sollen Standortattraktivität und Lebensqualität steigen.

Eigene S-Bahn-Haltestelle

Gute soziale Durchmischung und angenehme Aussenräume sind Ziele. Die baselstädtische Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann spricht von neuen Wegen zum alten Ziel der nachhaltigen Stadt. Als konkrete Idee nennt sie einen City Hub, ein Umschlagsort für Gütersendungen, die von dort beispielsweise auf Cargovelos in die Innerstadt gehen.

Der Nutzungsmix im künftigen Wolf-Quartier soll breit werden mit Logistik, Büros und Dienstleistern, Wohnraum, Gastronomie und Grünflächen. Angedacht sind zudem je eine zusätzliche Haltestelle für die S-Bahn und das Tram. Entschieden und konkretisiert wird dies indes erst zu einem fortgeschritteneren Planungszeitpunkt.

Das Areal am Stadtrand hat auch planerische Tücken: So ist etwa für Wohnbauten die östlich vorbei führende Eisenbahn-Nord-Süd-Achse wegen Gefahrengütertransporten zu berücksichtigen. Ferner sind einzelne historische Bahn-Altbauten im kantonalen Inventar und im ISOS-Bundesverzeichnis, was den Umgestaltungsspielraum beschränkt.

Planer-Labor dank Hafen

Hintergrund der Arealpläne ist unter anderem das Projekt Basel Nord für einen trimodalen Güterterminal beim Rheinhafen; dorthin sollen bisherige Wolf-Nutzungen teils verlegt werden. Schon Ende 2013 hatten die SBB und die beiden Basel die Köpfe zusammen gesteckt und eine Gesamtsicht für Bahnareal-Entwicklungen vorgelegt. Grundeigentümerverbindliche Planungsentscheide liegen laut dem Basler Stadtentwickler Lukas Ott erst nach 2021 vor. Im «City Lab» würden jedoch bereits in einer ersten Phase von 2018 bis 2020 erste Pilotprojekte durchgeführt. (rvr/sda)

Erstellt: 10.04.2018, 17:22 Uhr

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