Snapchat macht die smarte Brille tragbar

Unauffälliger, leistungsfähiger und teurer: Was die Kamerabrille des Socia-Media-Unternehmes kann.

Nur die LED-Anzeige im Bild rechts verrät, dass die Kamera läuft: Die neue Smart-Brille von Snapchat.

Nur die LED-Anzeige im Bild rechts verrät, dass die Kamera läuft: Die neue Smart-Brille von Snapchat. Bild: Screenshot Youtube/Spectacles

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Als Google 2013 sein Glass-Projekt lancierte, war der Aufschrei gross: Brillen mit eingebauten Kameras, getragen von normalen Bürgern, würden jede Privatsphäre schleifen. Vor drei Jahren wurde das Experiment vorerst eingestellt, im vergangenen Jahr allerdings fortgesetzt. Ungeachtet der Bedenken brachte in der Zwischenzeit Snap Inc., das Unternehmen hinter der populären Social-Media-Plattform Snapchat, eine eigene Brille auf den Markt.

Die erste Generation der sogenannten Spectacles aus dem Jahr 2016 hatte einen grossen Vorteil gegenüber Google Glass: Die Brillen sahen einigermassen modisch aus. Die Kamera war oben rechts im Rahmen eingebaut, von einem gelben Ring umrandet. Auf der Strasse gesehen hat man die Smartglasses nicht oft. Lediglich 220’000 Exemplare konnte Snap absetzen.

Seit gestern ist die zweite Generation der Sonnenbrille mit Kamera auf dem Markt. Sie ist in Leistungsfähigkeit und Funktion verbessert und hat visuell eine Auffrischung erhalten. Nach wie vor gibt es sie in den drei Farben Rot, Blau und Schwarz; statt Pastelltönen wie bei der ersten Generation tragen die Gestelle nun sattere Töne. Ausserdem stehen zweierlei Linsen zur Auswahl. Die kleinen Container für Kamera und andere Hardware an den Scharnieren sind kompakter geworden, und die Kamera ist nicht mehr durch den gelben Ring abgehoben. Bei Snap geht man anscheinend davon aus, dass die LED-Anzeige links genügend Signal ist, dass ein Brillenträger gerade aufnimmt. Das mitgelieferte Etui, das gleichzeitig als Ladestation fungiert, ist ebenfalls geschrumpft.

Wasserdicht und etwas teurer als der Vorgänger

Neu kann die Kamera neben Videos auch Fotos aufnehmen. Die Brille ist wasserdicht, sodass man auch am und im Wasser Aufnahmen machen kann (allerdings wird davon abgeraten, richtige Tauchgänge mit den Spectacles zu unternehmen). Das Gerät ist mit einem besseren Bildprozessor und einem leistungsfähigeren Wi-Fi-Chip ausgestattet. Da die Videos und Bilder immer noch aufs Handy an die Snapchat-App übertragen werden müssen, wurde die Verbindung zwischen Brille und Smartphone vereinfacht (kein QR-Code-Scannen mehr, nur noch das Drücken des Knopfes an der Brille). Die Brille besitzt einen vier Gigabyte grossen Speicher, auf dem man Videos und Fotos zwischenlagern kann. Videos werden standardmässig in HD gesendet.

Promo-Video zu den neuen Spectacles

Für die neuen Brillen werden Kunden etwas tiefer in die Tasche greifen müssen. Wurde die erste Version für rund 150 Franken verkauft, kostet die neue Generation 174.99 Franken. Erhältlich ist sie in der Schweiz ab dem 3. Mai. Digitaljournalisten in den USA, die die Brille getestet haben, rechnen damit, dass sich die neuen Spectacles aufgrund des überarbeiteten Designs und der Verschlankung der Brille wesentlich besser verkaufen werden als die alten Modelle. Sie befürchten aber auch, dass es aufgrund des unauffälligeren Designs vermehrt Auseinandersetzungen um die Privatsphäre Dritter geben wird. Ein Redaktor von «Techcrunch» bemerkte, dass niemandem aufgefallen war, dass er in der Öffentlichkeit mit der Brille gefilmt hatte.

Vorerst nur in den USA kann man über den Anbieter Lensabl sogar korrigierte Gläser für das Hightech-Spekuliereisen bestellen. Und falls jemand ein altes Exemplar der Snapchat-Gläser besitzt: Mit einem Firmware-Update werden auch die in der Lage sein, Fotos zu schiessen, anstatt nur zu filmen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 28.04.2018, 17:05 Uhr

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