Das iPad gestern, heute und morgen

Vor fünf Jahren löste das erste iPad einen Tablet-Boom aus. Wie gut ist das in die Jahre gekommene Gerät heute noch?

«Als halte man das Internet in der Hand»: Steve Jobs zeigt das erste iPad. Foto: John G. Mabanglo (Keystone)

«Als halte man das Internet in der Hand»: Steve Jobs zeigt das erste iPad. Foto: John G. Mabanglo (Keystone)

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Am 27. Januar 2010 präsentierte der damalige Apple-Chef Steve Jobs das erste iPad mit den für ihn üblichen Superlativen und Übertreibungen. Ein halbes Jahr später kaufte ich es mir. Entgegen allen guten Vorsätzen, nie Geräte der ersten Generation zu kaufen, wurde es mein erstes Apple-Gerät.

So präsentierte Apple das erste iPad.

Der Start war holprig. Ohne Computer mit iTunes wollte es nicht starten. Danach ging es nur noch aufwärts. Das iPad wurde erst mein bevorzugtes Lesegerät und später sogar ein Arbeitsgerät. Das blieb es fast zwei Jahre lang, bis es einem iPad der dritten Generation weichen musste. Inzwischen nutze ich eines der sechsten Generation. Ob das erste iPad da noch mithalten kann?

Wieder verläuft die Inbetriebnahme holprig. Das aus Sentimentalität aufgehobene Tablet tut keinen Wank. Ob es am ausgeleierten Stromkabel liegt? Eine Internetsuche schafft Abhilfe. Man solle den Akku des iPad eine halbe Stunde oder länger aufladen und es nochmals versuchen. Tatsächlich startet das iPad nun anstandslos. Es ist erstaunlich, wie flüssig die Software immer noch funktioniert – und wie antiquiert alles aussieht.

Improvisationstalent gefragt

Auf dem ersten iPad läuft mit iOS 5 ein Betriebssystem vom Mai 2012. Inzwischen hat Apple sein Software-Design–Konzept umgestellt und digitale Leder- und Holzimitate von seinen Geräten verbannt. Wegen der veralteten Software, für die Apple keine Updates mehr anbietet, lassen sich auch die neusten Versionen verschiedener Apps nicht mehr laden. Bei Dropbox etwa kann man sich nicht mehr einloggen, wenn man neue Sicherheitsfunktionen nutzen möchte. Spotify zeigt gespeicherte Alben nicht an, da diese Funktion erst mit einer späteren Version der App eingeführt wurde. Apps wie Office oder Inbox, die keine älteren Versionen haben, lassen sich nicht mehr installieren.

Dank dem Browser kann man auch Dienste nutzen, die keine Apps mehr anbieten. Beim Surfen merkt man jedoch, dass die Technik nicht mehr die neuste ist. Bei grossen Websites gerät das Tablet ins Stocken. Hin und wieder stürzt der Browser sogar ab. Das kommt aber auch auf dem neusten iPad vor.

Trotzdem halten sich im Test mit etwas Geduld und Improvisationstalent die Einschränkungen in Grenzen. Man muss sich einfach wieder zurückgewöhnen und auf die eine oder andere Abkürzung verzichten. Dass der Bildschirm nicht so hochauflösend ist, wie das heute üblich ist, fällt einem beim Lesen zwar unangenehm auf, lässt sich aber verschmerzen.

Auch an das Gewicht muss man sich gewöhnen. Das erste iPad ist mit 700 Gramm doch deutlich schwerer als das aktuelle mit 450 Gramm. Das überrascht nicht. Schliesslich ist das aktuelle iPad mit 6 Millimetern weniger als halb so dick wie das erste iPad.

Entgegen allen Befürchtungen macht der Akku weiterhin eine gute Figur. Zwei Tage mit fleissiger Nutzung hält er problemlos durch. Auch in einem anderen Bereich kann das alte iPad mit den neusten mithalten: beim Speicherplatz. Fast alles hat Apple in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert, aber die günstigste Version gibt es nach wie vor mit inzwischen sehr knappen 16 GB Speicherplatz.

Fazit: Für geduldige Gelegenheitsnutzer ohne grosse Ansprüche ist das erste iPad auch fünf Jahre nach der Präsentation noch immer ein gutes Tablet.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.01.2015, 17:21 Uhr

Her mit Stift und Tastatur

Mit dem ersten iPad hat Apple einen Volltreffer gelandet. Abgesehen von der Kamera, der etwas schlankeren Erscheinung und der komfortableren Software unterscheidet sich das neuste kaum vom ältesten iPad. Natürlich sind der Prozessor schneller und der Bildschirm besser geworden. Aber vom Funktionsumfang und vom Prinzip her hat sich nicht viel getan in den vergangenen fünf Jahren. Dass das iPad heute dennoch ein deutlich besseres Gerät ist als noch vor fünf Jahren, verdankt Apple den App-Entwicklern. Selbst Grosskonzerne wie Microsoft oder IBM entwickeln heute spezielle iPad-Apps.

Nun ist es an der Zeit, dass es Apple den Entwicklern gleichtut und das iPad einen entscheidenden Schritt voranbringt. Das neue iPhone 6 Plus zeigt, wie man einen grossen Bildschirm besser nutzt. Es zeigt mehr Apps an, als auf dem Bildschirm des deutlich grösseren iPads Platz haben. Zwei Apps parallel laufen zu lassen, wäre nur eine unter vielen Möglichkeiten.

Auch bei der Hardware gibt es Verbesserungspotenzial. Zusammen mit dem iPad hat Apple 2010 auch ein spezielles Tastaturdock vorgestellt. Seither wird dies Herstellern wie Logitech überlassen. Das grosse Angebot an iPad-Tastaturen zeigt, dass dafür eine Nachfrage existiert. Besser als all die Funktastaturen wäre jedoch eine, die sich ans iPad andockt und damit auch im Flieger und ohne Akku funktioniert.

Ein weiteres Bedürfnis wäre ein iPad-Stift. Microsoft und Samsung haben gezeigt, dass die Handschrift im digitalen Zeitalter nicht ausgedient hat und hier ein Stift Sinn ergibt. Tatsächlich gibt es zahlreiche Hersteller, die Stifte für das iPad bauen. Die sind zwar nicht schlecht, aber dennoch nur eine Notlösung. Ein speziell entwickelter Stift von Apple oder wenigstens eine Softwareschnittstelle würden das iPad noch nützlicher machen. Mit den grösseren iPhones hat Apple gezeigt, dass es durchaus auf den Druck von Konkurrenz und Kunden reagiert. Nun sollte es das auch bei den Tablets tun. (zei)


Wider die Abfallberge

PCs waren in der Vergangenheit ein Gut, das rasch verdirbt. Nach zwei bis vier Jahren mussten sie einem Nachfolger weichen. Der kontinuierlich steigende Leistungshunger bei der Software machte aus intakter Hardware einen Fall für den Recyclinghof.

Das ist heute bei den PCs nicht mehr der Fall. Seit Windows Vista sind Microsofts Betriebssysteme im Vergleich zu ihren Vorgängern jeweils schneller geworden. Der Druck, alte Hardware wegen Überforderung abzulösen, sinkt. Auch die Aufrüstung älterer Rechner ist heute eine echte Option – dank den Solid-State-Drives (SSD). Diese funktionieren wie die Speicherkarten aus den Digitalkameras, und sie haben gegenüber den herkömmlichen Festplatten grosse Leistungsvorteile. Ein Rechner mit Jahrgang 2009 wird sich durch Austausch der alten Festplatte zwar nicht als Game-PC hervortun, den Aufgaben bei Office und Internet aber allemal gewachsen sein. Der Einbau der SSD hält sich kostenmässig im Rahmen, selbst wenn man ihn durch einen Servicedienstleister ausführen lässt. Ausserdem ist die Festplatte das Bauteil am PC, das recht häufig versagt.

Für zukunftssichere Geräte ist es wichtig, genügend Reserven für Arbeitsspeicher und Festplatte bzw. SSD einzuplanen. Besonders wichtig ist das bei Geräten, die sich nicht aufrüsten lassen – also beispielsweise beim Tablet, wo sich die 16-GB-Variante höchstens für Leute eignet, die keine Spiele spielen und keine Filme, Fotos oder Musik horten. Und auch wenn die Robustheit eines Systems von aussen schwer abzuschätzen ist – eine solide Verarbeitung ist ein guter Fingerzeig!

Desktop-PCs lassen sich leichter aufrüsten und reparieren als Laptops. Wichtig für den schonenden Betrieb beider Gerätearten ist die Lüftung: Die Lüftungsschlitze sollten beim Betrieb frei und der Luftaustausch gewährleistet sein. Bei Desktops ist es sinnvoll, den Staub im Inneren mit Druckluft auszublasen oder mit einem Pinsel zu entfernen – bei ausgestecktem Kabel! (schü.)

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