Ehrlich: Programmieren macht Spass!

Software schreiben ist dank cooler Apps längst nicht mehr nur etwas für pickelige Nerds. Im Video stellen wir vier einfache Programmierungswerkzeuge vor.

Heute ist ein guter Tag für Ihr erstes eignes Programm.
Video: Matthias Schüssler

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Wenn ich nicht schon in der Primarschule hätte Journalist werden wollen, dann hätte ich mit ziemlicher Sicherheit eine Karriere als Programmierer angestrebt. Schuld war eine Art Erweckungserlebnis. Als einer meiner Schulkollegen einen C64-Computer geschenkt erhalten hatte, war für mich der Fall klar: Die Spiele, die man damit spielen konnte, waren zwar allesamt sehr nett – aber richtig cool war, dass man selbst eigene Programme schreiben konnte. Wenn man dabei alles richtig machte, dann tat der Computer genau das, was man sich vorgestellt hatte. Gibt es etwas Kreativeres als sich so die Maschine gefügig zu machen?

Das bedeutet: Ich bin beim heutigen Video nicht ganz objektiv: Ich unternehme nämlich den Versuch, Ihnen das Programmieren schmackhaft zu machen. Denn man muss sich nicht mehr mit spartanischen Kommandozeilen und unzugänglichen Eingabemasken herumschlagen. Die Programmier-Apps von heute bringen einem die Methoden spielerisch nahe. Sie zeigen sofort Resultate, machen die Programmierung von Multimedia, Touchbedienung, Sound und Grafik zum Kinderspiel. Und sie ermöglichen sogar eine Interaktion mit der realen Welt. Zum Beispiel via programmierbare Bluetooth-Gadget.

Nach der Einführung in Swift Playgrounds...

... wendet man seine Kenntnisse bei der Programmierung des Spiels «Breakout» an.

Diese Apps sind ideal für unverbindliche Gehversuche: Sie schnuppern mit ihnen Entwicklerluft und finden heraus, ob es Sie packt wie damals mich – oder eben nicht. Und falls nicht, nehme ich Ihnen das nicht übel. Denn wenn Sie stattdessen Bier brauen oder einen Weltmeistertitel im Häkeln anstreben, ist das auch in Ordnung: Trotz meiner eigenen Leidenschaft bin ich nicht der Meinung, dass jedermann programmieren können muss (siehe Kasten). Und vielleicht haben ja wenigstens Ihre Kinder Spass an den Apps.

Mit Scratch lernen fünf- bis zehnjährige Kinder programmieren.

Vorgestellt werden konkret die Apps Swift Playgrounds von Apple (kostenlos fürs iPad), ScratchJr (kostenlos für Android-Tablets und das iPad), Scratch im Browser, Codea (15 Franken fürs iPad) und Lightning Lab (kostenlos fürs iPad und Android, das mit dem Sphero (hier vorgestellt) verwendet wird.

Codea ist auch den grossen Projekten gewachsen – ein Spiel wie «Flappy Bird» ist geradezu ein Klacks. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.10.2016, 11:03 Uhr

Programmieren als Volkssport?

Die Initiativen der Industrie sind umstritten.

«Jedermann muss programmieren lernen!» Das fordern heute Vertreter aus der Softwareindustrie: Programmierkenntnisse seien schon bald so wichtig wie Mathe und sprachlicher Ausdruck, und wer nicht programmieren könne, bleibe ein «Mausschubser, Knopfdrücker und Tabletstreichler». Initiativen wie «The Hour of Code», Code.org und Codecademy.com setzen alles daran, Grundkenntnisse spielerisch zu vermitteln und die Nachwuchsprogrammierer mit dem Versprechen zu locken, die Grundlagen könne man sich in wenigen Stunden und ohne unangenehmes Büffeln aneignen.

Experten wie der ETH-Professor Juraj Hromkovic halten diese Forderung für überzogen. Sie sei der Versuch der Industrie, sich genügend Nachwuchs zu sichern und bei der Rekrutierung in Zukunft mehr Auswahl zu haben als heute in Zeiten des Fachkräftemangels.

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