Windows legt einen ordentlichen Zacken zu

Ob Multitasker, Mobilnutzer, Sicherheitsfanatiker oder Emoji-Fan: Bei Microsofts jüngstem Betriebssystem-Update ist für alle etwas dabei.

Windows beherrscht neu einen Trick für den ungestörten Musikgenuss.
Video: Matthias Schüssler

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Die jüngste Aktualisierung für Windows 10 heisst zwar «April-2018-Update», es wird aber erst ab kommendem Dienstag, 8. Mai, automatisiert an die Nutzer verteilt. Doch wie Microsoft in diesem Blogbeitrag beschreibt, kann man es schon beziehen. Dazu muss man lediglich in den Einstellungen bei «Updates und Sicherheit > Windows-Update» auf «Nach Updates suchen» klicken.

Das neue Update macht deutlich, dass es Microsoft mit der kontinuierlichen Verbesserung des Betriebssystems ernst ist. Nachdem vom «Fall Creators Update» im letzten Herbst vor allem Nutzer des Cloud-Dienstes Onedrive profitierten, ist jetzt für fast alle Nutzer etwas dabei. Im Video stellen wir folgende Neuerungen ausführlich vor:

Ideal für Multitasker ist die chronologische Task-Ansicht. Sie erscheint beim Betätigen des Tastaturkürzels Windows-Taste und Tabulator. Sie zeigt wie bisher alle offenen Programme. Doch darunter erscheinen, in zeitlicher Reihenfolge sortiert, die zuvor verwendeten Programme. Auf diese Weise ist es einfach, zu einem zuvor bearbeiteten Dokument zurückzukehren und zwischen Aufgaben zu wechseln.

Anwender, die mehrere Windows-PCs mit dem gleichen Microsoft-Konto betreiben, sehen in dieser Zeitleiste die Anwendungen aller Computer. Die Task-Ansicht hilft dementsprechend auch dabei, die am einen Computer begonnene Arbeit auf einem anderen Gerät weiterzuführen.

In der Timeline-Ansicht tauchen die Apps und Dokumente auf, die man zuvor verwendet hat.

Die Historie zeigt die Aktivitäten der letzten 30 Tage. Und es ist in den Einstellungen bei «Datenschutz > Aktivitätsverlauf» jederzeit möglich, die gespeicherten Daten zu löschen und die Protokollierung abzuschalten.

Verbesserungen für mobile Nutzer. Windows 10 ist jetzt noch mehr darum bemüht, beim Surfen übers Mobilfunknetz das Datenvolumen zu schonen. In den Einstellungen bei «Netzwerk und Internet» unter «Datennutzung» lässt sich ein Limit einrichten, das Windows nicht überschreitet. Und Windows schlüsselt bei «Verwendung pro App» den Datenverkehr nach Programmen auf. So lassen sich die grossen Datenverbraucher schnell erkennen und bändigen.

Welche Programme brauchen das Datenvolumen auf? Diese Übersicht verrät es.

Notfallmassnahmen bei Diebstahl und Verlust. Sowohl Google als auch Apple stellen die Möglichkeit bereit, abhandengekommene Geräte zu aufzustöbern. Diese Funktion gibt es nun auch bei Windows. Sie wird in den Einstellungen unter «Updates und Sicherheit > Mein Gerät suchen» aktiviert. Sobald sie aktiv ist, lassen sich mobile Geräte über account.microsoft.com/devices orten. Falls ein Gerät nicht da ist, wo es sein sollte, kann man eine Nachricht für einen allfälligen Finder anzeigen lassen und eine Sperrung vornehmen. Dadurch lässt sich das Gerät nur über ein Administratorkonto wieder in Betrieb nehmen.

Informationen ad hoc weitergeben. In der Apple-Welt ist Airdrop eine praktische Möglichkeit, Fotos, Textinformationen, Links oder Kontakte an andere Leute weiterzugeben. Dazu muss man keine Datenträger austauschen und noch nicht einmal eine Internetverbindung zur Verfügung haben. Airdrop zeigt die Geräte in der Umgebung an und führt eine Direktübertragung durch.

Eine vergleichbare Funktion gibt es mit der Umgebungsfreigabe mit dem April-2018-Update auch bei Windows. Sie verwenden sie über den «Freigabe»-Befehl, den Sie im Edge-Browser über die Menüleiste aufrufen und der im Explorer bei einem Rechtsklick im Kontextmenü zur Verfügung steht. Um die Umgebungsfreigabe ein- und auszuschalten, verwenden Sie die «schnellen Aktionen» in der Leiste mit den Benachrichtigungen – das Video führt vor, wie es geht.

Emojis überall. Für englischsprachige Windows-Nutzer gibt es das Emoji-Fensterchen schon seit einem halben Jahr. Doch mit dem neuesten Update dürfen auch Nutzer hierzulande beliebige Dokumente mit den bunten Smileys und Symbolen verschönern. Drücken Sie die Windows-Taste und den Punkt, um das Panel anzuzeigen und das passende Emoji auszuwählen.

Ein neues Panel Emojis bereit – in allen Programmen, selbst in Word.

Ungestört Musik hören. In den Einstellungen unter «System > Sound» findet sich die Option «App-Lautstärke- und Geräteeinstellungen». Mit ihr steuern Sie die Klangausgabe für einzelne Programme. Das ist dann sinnvoll, wenn Sie über einen Bluetooth-Lautsprecher ungestört Musik hören möchten: In dem Fall legen Sie fest, dass Ihr bevorzugter Musikplayer oder die Spotify-App über diesen Lautsprecher spielt, während der Browser und die Systemklänge ganz normal via Laptop- oder Bildschirmlautsprecher zu hören sind.

Selbst wenn andere bei der Musik mithören, werden sie durch ein unerwartetes Werbevideo im Browser nicht belästigt.

Es gibt weitere Verbesserungen, die im Video nicht erwähnt sind, die wir Ihnen aber nicht vorenthalten möchten.

Der hilfreiche Administrator-Trick. Versierte Anwender starten Programme gerne über den «Ausführen»-Befehl, der mit Windows-Taste und «r» zum Einsatz gelangt. Es ist neu möglich, Programme auf diese Weise auch mit Administratorrechten zu starten: Halten Sie einfach die Ctrl- und die Umschalttaste gedrückt, wenn Sie auf Ok klicken oder Enter betätigen.

Schnell zu den Selbststartern. Die Bereinigung der automatisch startenden Programme ist eine der wichtigsten Windows-Supportaufgaben überhaupt – siehe «So wird Windows wieder schnell». Mit dem April-2018-Update stellt Microsoft endlich dort eine Konfigurationsmöglichkeit für diese Selbststarter bereit, wo sie auch hingehört: nämlich in den Einstellungen bei «Apps > Autostart».

Bessere Diktatfunktion. Windows hat seit längerer Zeit eine gute Spracherkennung. In der neuesten Version ist es einfach, in beliebigen Programmen Text per Diktat einzugeben. Dazu müssen lediglich die Windows-Taste und «h» betätigt werden. Leider steht die Diktatfunktion bislang nur für Englisch, nicht jedoch für Deutsch zur Verfügung.

Einfacher zu neuen Schriften. In den Einstellungen bei «Personalisierung > Schriftarten» sind jetzt die installierten Fonts aufgeführt. Neue Schriften lassen sich jetzt auch über den Store beziehen: Klicken Sie dafür einfach auf «Weitere Schriftarten aus dem Microsoft Store abrufen».

Unterstützung für die neuen Apple-Formate. Das iPhone und iPad nutzen seit kurzem neue, effiziente Dateiformate für Fotos und Videos (siehe zu Heif und Heic «Die neuen Formate von iOS 11»). Diese Formate standen bei Windows bislang nicht zur Verfügung. Mit dem April-2018-Update sollte sich das nun ändern – allerdings hat es bei unserem Test bislang noch nicht geklappt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.05.2018, 11:01 Uhr

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Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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