Die Datenrevolution hat begonnen

Wie uns Daten die Welt erklären: Acht Beispiele aus der Schweiz.

Es geht um Big Data und um grosse Freiheitsgefühle.
Video: Matthias Schüssler

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Zugegeben: Im heutigen Patentrezept-Video kann der Autor seine persönlichen Sympathien nicht so ganz verstecken. Es geht um eine Bewegung, die die Welt verändern könnte, bis jetzt aber noch in den Anfängen steckt. Es geht um Big Data und um grosse Freiheitsgefühle. Oder nüchtern ausgedrückt: um Open Data.

Ein virtueller Spaziergang durch das Genf des Jahres 1850.

Hinter Open Data steckt eine Bewegung, die sich für möglichst frei zugängliche digitale Informationen einsetzt. Die Idee ist, dass Forschungseinrichtungen, Verwaltungen und auch Unternehmen möglichst viele ihrer Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen sollten. Das hilft modernen Informationsgesellschaften, es ermöglicht Innovation und ist – wie das Video beweist – auch erhellend und unterhaltsam.

Freie Software ist überall

Wie fruchtbar dieses Konzept sein kann, hat die Open-Source-Bewegung bewiesen: Freie Software steckt heute in jedem Handy und Betriebssystem, sogar (zu einem kleinen Teil) in Windows. Und freie Software hat das Internet, wie wir es heute kennen, erst möglich gemacht. Open Data steckt im Vergleich noch in den Kinderschuhen.

Es geht auch praktisch: Mit dieser App, die zum nächsten freien Parkplatz führt.

Denn es gibt auch viele Vorbehalte gegenüber der Idee, Informationen in ein Allgemeingut zu verwandeln: Skeptiker fürchten einen Missbrauch oder die öffentliche Kontrolle. Oder sie sehen nicht ein, weswegen die teuer erhobenen Wissensbestände einfach verschenkt werden sollen. Doch langsam findet ein Umdenken statt: Viele Städte, Gemeinden und Behörden gehen mit gutem Beispiel voran – wie vor nicht allzu langer Zeit die SBB. Die Bundesbahnen haben erkannt, dass Daten fast so wichtig wie das Rollmaterial sind.

Treibstoff für die Wissensgesellschaft

Daten und Informationen sind der Treibstoff für eine moderne Wissensgesellschaft. Und die Beispiele im Video zeigen die enorme Bandbreite:

Geneve1850.Ch ist ein riesiges digitales Modell von Genf im Jahr 1850, mit dem sich die Stadt wie per Streetview erkunden lässt.

Peaks lässt einen die Namen der Berge in den Schweizer Alpen erkunden und zeigt mehrsprachig benannte Gipfel, häufige Namen und Bezeichnungsmuster auf.

Die Liveparking-App (2 Franken für iPhone und Android) löst ein lästiges Alltagsproblem mithilfe von öffentlichen Daten: Die App zeigt, wo es freie Parkplätze gibt.

Das Gemeindeverzeichnis.ch verrät Eckdaten zu den Schweizer Gemeinden, leider bislang ohne Vergleichsmöglichkeit. Informationen zu der finanziellen Situation der Gemeinden gibt es hier.

Time for Coffee ist eines der vielen Open-Data-Projekte des öffentlichen Verkehrs. Es verrät, wie viel Zeit noch für einen Kaffee bleibt, bis das nächste Verkehrsmittel – Tram, Bus, Zug, Schiff oder Seilbahn – zur gewünschten Destination losfährt.

Swiss Railways Network zeigt den Zugverkehr der SBB in Echtzeit und mit Fahrplandaten und vermittelt ein Gefühl dafür, wie viel auf Schweizer Schienen jeden Tag los ist.

Alle Züge der Schweiz in Echtzeit.

Die ETH e-pics führen vor Augen, dass digitale Daten nicht immer interaktiv sein müssen. Auch digitalisierte Bildarchive mit Hunderttausenden von Fotos und Bildern aus mehreren Jahrhunderten ergeben ein riesiges Tummelfeld für Neugierige und Wissensdurstige.

Ein Verzeichnis von vielen weiteren Open-Data-Apps und Webanwendungen findet sich unter Opendata.Swiss. Die Anwendungen aus dem Bereich des öffentlichen Verkehrs gibt es unter Opentransportdata.Swiss. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.11.2017, 08:36 Uhr

Tipps und Tricks in Videoform

Was sind Ihre Anliegen?

In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für baz.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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