Autorenschwund bei Wikipedia

Der Internet-Enzyklopädie Wikipedia kehren nach Angaben ihres Gründers immer mehr Autoren den Rücken. Das Internetlexikon will mit einer Vereinfachung von redaktionellen Richtlinien reagieren.

Viele Leser, zu wenig Schreiber: Das Internetlexikon Wikipedia.

Viele Leser, zu wenig Schreiber: Das Internetlexikon Wikipedia. Bild: Keystone

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Trotz Wikipedias grosser Popularität sei der typische Freiwillige immer noch «ein 26-jähriger, männlicher Streber», der sich später anderen Dingen zuwende, heirate und dann aufhöre, erklärte Jimmy Wales der Nachrichtenagentur AP am Rande der jährlichen Wikipedia-Konferenz in Israel.

Andere wiederum gingen, weil es zehn Jahre nach dem Start von Wikipedia immer weniger Bedarf für neue Einträge gebe. Um Freiwillige künftig zu halten, arbeite der gemeinnützige Websitebetreiber nun daran, die redaktionellen Richtlinien zu vereinfachen. «Die meisten Regeln sind verworren und für neue Nutzer unverständlich», erklärte Wales.

1,2 Millionen Einträge auf Deutsch

Im März waren rund 90'000 Autoren für Wikipedia aktiv. Ziel sei es nun, bis Juni nächsten Jahres noch weitere 5000 zu gewinnen, erklärte die Geschäftsführerin des gemeinnützigen Wikipedia-Betreibers, Sue Gardner. Um das zu erreichen, wolle ihre Firma eine Kampagne ausweiten, bei der Universitätsprofessoren ihren Studenten das Schreiben von Einträgen als Hausarbeit aufgeben könnten.

Mittlerweile verfügt die englischsprachige Wikipedia über drei Millionen Einträge, auf Deutsch gibt es rund 1,2 Millionen Artikel. Wikipedia steht in der Rangliste der am meisten besuchten Websites an fünfter Stelle. (jak/dapd)

Erstellt: 05.08.2011, 11:08 Uhr

«Die meisten Regeln sind verworren:» Wikipedia-Gründer Jimmy Wales. (Bild: Keystone )

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