Cyberwar – ganz offiziell

Die US-Regierung wirft China und Russland Hackerangriffe auf zahlreiche Einrichtungen des Landes vor. Beide Staaten versuchten, Handels-, Technologie und Militärinformationen auszuspähen.

«Die aktivsten und hartnäckigsten Akteure im Bereich der Wirtschaftsspionage»: Sicherheitsexperte der US-Regierung in Idaho.

«Die aktivsten und hartnäckigsten Akteure im Bereich der Wirtschaftsspionage»: Sicherheitsexperte der US-Regierung in Idaho. Bild: Keystone

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Die US-Regierung wirft China und Russland Hackerangriffe auf zahlreiche Einrichtungen des Landes vor. Beide Staaten versuchten, Handels-, Technologie und Militärinformationen auszuspähen, hiess es in einem am Donnerstag (Ortszeit) in Washington veröffentlichten Bericht.

Seit dem Jahr 2009 wurden demnach viele Behörden, Privatunternehmen, Universitäten und weitere Einrichtungen, die über grosse Mengen sensibler Wirtschaftsdaten verfügen, angegriffen. Die genauen Urheber der Cyber-Attacken könnten jedoch meist nicht ausgemacht werden, hiess es in dem Bericht der US-Spionageabwehr.

Warum machten die USA den Bericht öffentlich?

Fest stehe aber, dass chinesische Hacker «die aktivsten und hartnäckigsten Akteure im Bereich der Wirtschaftsspionage» seien. Russlands Geheimdienste versuchten regelmässig, an Wirtschafts- und Technologieinformationen aus den USA zu kommen, um die Entwicklung und die Sicherheit des Landes zu stärken.

Die Veröffentlichung des Berichts durch die US-Regierung ist ungewöhnlich, weil die USA das Ausland betreffende Informationen in der Regel geheim halten. Der Chef der US-Spionageabwehr, Robert Bryant, äusserte jedoch, mit der Veröffentlichung sollten Politik und Öffentlichkeit in den USA wachgerüttelt werden.

Chinas scharfe Reaktion

Chinas Regierung wies die Anschuldigungen am Freitag umgehend zurück. «Hackerangriffe sind länderübergreifend und anonym», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums in Peking. «Ohne eine Untersuchung über die Herkunft einer Attacke zu urteilen, ist weder professionell noch verantwortungsvoll», ergänzte er. Die Weltgemeinschaft solle sich besser darauf konzentrieren, mit China zusammenzuarbeiten, um Onlineangriffe gemeinsam abwehren zu können. Der chinesischen Führung wird immer wieder vorgeworfen, Viren zur Ausspähung von Computern im Ausland einzusetzen, was Peking regelmässig scharf zurückweist. (rek/AFP)

Erstellt: 04.11.2011, 14:46 Uhr

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