Der unglaubliche Google-Lapsus

Der Konzern hat entgegen seinen Zusicherungen nicht alle Daten gelöscht, die von seinen Street-View-Fahrzeugen gesammelt wurden.

«Offensichtlich inakzeptabel»: Die Sammlung der Street-View-Daten hätte nie geschehen dürfen.

«Offensichtlich inakzeptabel»: Die Sammlung der Street-View-Daten hätte nie geschehen dürfen. Bild: Keystone

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Google hat laut der britischen Datenschutzbehörde ICO offenbar eine Vereinbarung zur Löschung von Inhalten seines Strassenfotodiensts Street View verletzt. In einem Brief habe der Internetkonzern eingeräumt, noch über einige Daten zu verfügen, die vor Mai 2010 von Street-View-Fahrzeugen aufgezeichnet worden seien, teilte die ICO am Freitag mit. Dabei hätten sie bereits bis Dezember 2010 gelöscht werden müssen.

Betroffen seien dem Google-Schreiben zufolge Daten aus Grossbritannien, Irland, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Finnland, der Schweiz, Österreich und Australien.

Der Fall gebe «Anlass zur Sorge», da offenbar ein Verstoss gegen ein im Jahr 2010 von Google unterzeichnetes Abkommen vorliege, erklärte die britische Datenschutzbehörde. Die entsprechende Behörde in Irland bezeichnete die Entwicklung als «offensichtlich inakzeptabel».

Anlass zu grosser Sorge

«Google entschuldigt sich für diesen Fehler», erklärte der Datenschutzbeauftragte von Google, Peter Fleischer, in einem Schreiben an die britische Datenschutzbehörde ICO. Auch die zuständigen Einrichtungen anderer Länder würden darüber informiert.

In einer Stellungnahme der ICO dazu hiess es, schon die Sammlung der Daten hätte nie geschehen dürfen. Das Nichteinhalten des Versprechens, diese Daten umgehend zu löschen, gebe Anlass zu grosser Sorge.

Street View ist eine Funktion des Kartendienstes Google Maps, bei der Strassen, Plätze und Sehenswürdigkeiten in einer 360-Grad-Ansicht gezeigt werden. (rek/dapd/sda)

Erstellt: 29.07.2012, 11:50 Uhr

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