Gehören Sie zu den Opfern von Cambridge Analytica?

Ab heute informiert Facebook die Betroffenen des Datenskandals. Wie Sie herausfinden, ob Sie dazugehören.

Facebook weist auf die Einstellungen zur Privatsphäre hin: Die Ansicht links erscheint bei den Leuten, die vom Cambridge-Analytica-Skandal nicht betroffen sind. Rechts die Ansicht bei den Leuten, deren Daten abhandengekommen sind.

Facebook weist auf die Einstellungen zur Privatsphäre hin: Die Ansicht links erscheint bei den Leuten, die vom Cambridge-Analytica-Skandal nicht betroffen sind. Rechts die Ansicht bei den Leuten, deren Daten abhandengekommen sind. Bild: Facebook

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Cambridge Analytica ist es gelungen, die Daten von etwa 87 Millionen Facebook-Nutzern abzusaugen – ein Skandal, der nach wie vor Wellen wirft und auch politisch noch nicht ausgestanden ist. Ab heute informiert Facebook die Betroffenen, deren Daten in die Hände des US-amerikanischen Datenanalyse-Unternehmens gelangt sind.

Facebook beschreibt in einer Pressemeldung, wie sich diese Information präsentiert: Im Facebook-Newsfeed erscheint zuoberst eine Information, die auf die Einstellungen zu den Dritt-Apps verweist – die Daten sind über eine solche App an Cambridge Analytica abgeflossen. Offenbar erscheint der Hinweis auf die Konfigurationseinstellungen auch bei Leuten, die nicht direkt betroffen sind. Es hängt somit vom Wortlaut ab, ob man zu den Opfern gehört oder nicht.

Facebook will Missbrauch angehen

Alle Nutzer erhalten ein allgemeines Bekenntnis von Facebook zur sicheren Aufbewahrung persönlicher Daten. Die Betroffenen sehen zusätzlich die Information, dass Facebook eine Website gesperrt habe, die von Freunden benutzt worden sei, und die Daten an Cambridge Analytica weitergegeben worden sei. Es sei noch mehr Arbeit zu erledigen, aber Facebook sei gewillt, Missbrauchsfälle anzugehen und den Nutzern die Kontrolle über die privaten Daten zu geben, schreibt Facebook.

Auf der Redaktion sind die Hinweise bislang noch nicht aufgetaucht. Ob das daran liegt, dass sie nur in den USA breit gestreut werden oder ob sie mit einer gewissen Verzögerung global Verbreitung finden, bleibt noch abzuwarten.

Update, 10.4.: Sie können den Status auch direkt über diesen Link abfragen.

Generell ist es sinnvoll, die Vorgaben zur Privatsphäre und zur Interaktion mit Drittdiensten zu kontrollieren. Sie finden diese per Website, indem Sie im blauen Balken rechts auf den Menüknopf (das nach unten zeigende Dreieck) klicken und «Einstellungen» anwählen.

  • Prüfen Sie unter «Privatsphäre», wer Ihre Freundesliste sehen kann, und schränken Sie die Möglichkeiten ggf. ein.
  • Sehen Sie unter «Apps und Webseiten» nach, welche Websites mit Facebook verbunden sind, und entfernen Sie alle, die Sie nicht unbedingt benötigen.
  • Sie können bei «Apps, Webseiten und Spiele» die Verbindung Ihres Facebook-Profils mit Dritt-Websites, Apps und Spielen generell blockieren, müssen dann aber mit gewissen Einschränkungen leben, falls Sie entsprechende Drittprodukte nutzen.
  • Schliesslich können Sie unter «Werbeanzeigen» bei «Einstellungen für Werbeanzeigen» auch die interessenbasierte Werbung abschalten, und zwar von Facebook selbst und auch von Drittanbietern.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.04.2018, 14:57 Uhr

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