Tricks und schräge Hacks fürs Web

Wussten Sie, dass Sie bei Google unerwünschte Suchresultate fernhalten können? Und weitere fünf Browser-Tricks im Video.

Geniale kleine Verbesserungen, die das tägliche Surfen angenehmer machen.
Video: Matthias Schüssler

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Das Patentrezept-Video führt die grosse Bandbreite der Möglichkeiten vor, wie sich das Surferlebnis über diese Zusatzmodule individuell anpassen und verbessern lässt. Das sind sechs der handverlesenen Add-ons:

Maximal sicher surfen. HTTPS everywhere (für alle gängigen Browser) erzwingt die verschlüsselte Datenübertragung. Viele Webserver verwenden sie standardmässig nicht, obwohl sie dazu in der Lage wären ­– wohl, weil die unverschlüsselte Kommunikation weniger Leistung beansprucht. Mit dieser Erweiterung ist es auch möglich, Webseiten ohne Verschlüsselung gänzlich zu meiden – was nach aktueller Verbreitung des sicheren Datenübertragungsstandards HTTPS allerdings noch nicht empfehlenswert ist.

Bei Google unerwünschte Suchresultate fernhalten. Personal Block List (nur Google Chrome) blendet bei jedem Google-Treffer einen Befehl ein, über den die entsprechende Website von künftigen Suchläufen ausgeschlossen wird. Sie laufen somit nicht Gefahr, aus Versehen auf einer Informationsquelle zu landen, von der Sie nicht behelligt werden möchte. Wenn die Liste gefiltert wurde, wird das ausgewiesen und sie können die unterdrückten Resultate jederzeit wieder sichtbar machen.

Websites übersichtlich darstellen, drucken und archivieren. PrintFriendly.com ist ein nützlicher Helfer sowohl für Leute, die häufig Websites ausdrucken, als auch für diejenigen Zeitgenossen, die Informationen nur noch digital handhaben. Die Erweiterung (für alle gängigen Browser; hier ausführlich vorgestellt) entfernt alle überflüssigen Elemente wie Navigation, Werbung und Leseempfehlungen und erlaubt es, Elemente per Mausklick zu entfernen. Die bereinigte Ansicht lässt sich ausdrucken oder für die Archivierung auch als PDF-Datei speichern.

Ein Knopf, um Musikclips als MP3 herunterzuladen? Voilà!

Nicht in Privacy-Fallen tappen. Das Kleingedruckte ist auch im Web schwer zu lesen und meistens wegen unverständlicher Formulierungen auch kaum zu durchschauen. Terms of Service Didn't read (tosdr.org) steht für «Keiner hat die Nutzungsbedingungen gelesen» und ist ein Dienst, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die möglichen Gefahren klar und deutlich hervorzustreichen. Die Erweiterung (für Firefox, Chrome, Safari, Opera) zeigt bei der geöffneten Website per Mausklick eine Zusammenfassung an und signalisiert durch Symbole, welche Bedingungen in Ordnung sind und wo man vorsichtig sein sollte.

Webfundstücke für später aufheben. Tab Snooze trägt dem Umstand Rechnung, dass man beim Surfen oft Dingen begegnet, die zwar interessant wären, für die man aber gerade keine Zeit hat. Mit dieser Erweiterung (nur Chrome, hier ausführlich besprochen) legt man sie für später beiseite. Zum angegebenen Zeitpunkt tauchen sie dann automatisch wieder auf und können in aller Ruhe gelesen werden – anders als bei Lesezeichen oder Leselisten, wo man in aller Regel vergisst, auf die abgelegten Elemente zurückzukommen.

Die SVP-Website braucht in Sachen Sicherheit ein bisschen Nachhilfe.

Die unendlichen Möglichkeiten, das Web zu «hacken». Die sogenannten User Scripts sind kleine Code-Bausteine, die den Funktionsumfang von Websites verändern oder auch erweitern. Sie können in Youtube eine Download-Möglichkeit für Videos hinzufügen oder Musikclips auch gleich als MP3 herunterladen. Es gibt Scripts, die Fotos von vielen Bild-Websites in gross zeigen, wenn man nur den Mauszeiger auf eine kleine Vorschau positioniert – das erspart es beispielsweise bei der Google-Bildersuche, bei Pinterest oder Flickr oft, überhaupt einen Link anklicken zu müssen. Man kann Google so aufrüsten, dass beim Scrollen nach unten automatisch Resultate nachgeladen werden, ohne dass man auf «Weiter» klicken müsste – und vieles mehr.

Tamper Monkey (für alle gängigen Browser) führt diese User-Scripts im Browser aus und eröffnet Zugang zu Katalogen mit teils Zehntausenden von Scripts. Das Video erklärt, wie man Scripts findet und verwendet und welche Sicherheitsüberlegungen man sich machen sollte. Weitere Informationen finden Sie auch hier.

Die Beispiele führen vor Augen, wie enorm die Bandbreite an Funktionen ist. Sie sprengt das, was ein monolithisches Programm jemals abdecken könnte. Wenn Browser individuell erweiterbar sind, dann müssen sie im Kern nur die wichtigsten Funktionen mitbringen und bleiben (im Idealfall) kompakt und wendig.

Frühe Eingebung

Diese Eingebung hatten die Softwarehersteller schon früh: Einerseits hat Netscape erkannt, dass es solche Schnittstellen braucht, bei denen Drittanbieter zum Beispiel mit einem MP3-Modul andocken können. Andererseits hat Microsoft schon in den 1990er-Jahren an die Möglichkeit gedacht, den Internet Explorer für zusätzliche Befehlsleisten und Ähnliches zu öffnen. Wie wir heute wissen, hat das den Missbrauch geradezu provoziert, aber im Kern war das der richtige Ansatz – auch wenn die Browser-Hersteller auch heute der Versuchung nicht immer widerstehen können, die Programme unnötig aufzublähen.

Ahnungslos in Privacy-Fallen laufen? Muss nicht sein.

Inzwischen gibt es Stores für alle gängigen Browser: Für Google Chrome, Firefox, Microsoft Edge, Apple Safari und Opera. Die Installation ist inzwischen denkbar einfach: Nachdem man sie im Store ausgewählt hat, genügt ein Klick auf den Installationsknopf. Meistens ist noch nicht einmal mehr ein Neustart nötig, um die Erweiterung zur Verfügung zu haben.

Nicht übertreiben!

Trotz des riesigen Angebots sollte man der Versuchung widerstehen, seinen Browser zu überladen. Zwar haben die Hersteller die Sicherheit auch für die Erweiterungen in den letzten Jahren markant erhöht. Dennoch können sich viele Zusatzmodule negativ auf die Zuverlässigkeit und die Leistung auswirken. Darum ist es nicht verkehrt, Erweiterungen auch wieder zu deinstallieren, wenn sie nicht den erhofften Nutzen bringen. Hier sind die Anleitungen für Chrome, Firefox, Microsoft Edge, Apple Safari und Opera.

Bleibt eine Frage: Wie sieht es bei den Erweiterungen beim Smartphone und Tablet aus? Die Browser unterstützen sie bislang nur bei den Desktop-Betriebssystemen. Bei den mobilen Geräten wären die negativen Auswirkungen auf die Leistung bislang wohl noch zu gross. Eine Ausnahme ist Firefox für Android: Für diesen Browser gibt es inzwischen eine überschaubare Auswahl an Add-ons. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 09.07.2017, 08:27 Uhr

Tipps und Tricks in Videoform

Was sind Ihre Anliegen?

In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für baz.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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