«Eve Degree» zeigt unterwegs an, wie heiss es in der Wohnung ist

Nein, Kühlung verschafft das kleine Kästchen keine. Aber lenkt es ein bisschen von der Hitze ab? baz.ch/Newsnet hat es ausprobiert.

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Es war eins der dümmeren Geschenke der letzten Jahre, obwohl alles ganz gut anfing. Dem Hobby-Meteorologen in der Verwandtschaft gefiel die kleine Wetterstation mit Innen-, Aussensensor und vor allem der grossen LCD-Anzeigetafel mit Wölkchen und kleinen Sonnen sehr.

Doch dann folgte die Installation – und die war Teil des Geschenks. Ein dickes Handbuch, winzige Knöpfe hinten und vorne usw. Irgendwann lief das Ding.

Doch nur wenige Tage später gab es die ersten Probleme. Ein automatischer Wecker morgens um 5 stiftete Unruhe. Der Techniker der Verwandtschaft musste ausrücken.

Ich weiss gar nicht mehr, wie viel Zeit ich seither in diese Wetterstation gesteckt habe. Mal war die Batterie des Aussensensors leer, und man musste ihn wieder neu mit der Basisstation verbinden, und ein anderes Mal musste man bei der Basisstation die Batterien wechseln, ohne alle Einstellungen zu verlieren. Wer weiss, was mich als nächstes erwartet.

Smart und sorglos

Entsprechend gross war mein Interesse, eine angeblich sorglose Variante mit Smartphone-Komfort auszuprobieren. Die Firma Elgato hat mit den Eve-Sensoren ein inzwischen ziemlich umfangreiches Sortiment an Sensoren für das sogenannte Smarthome. Alle vertragen sich allerdings nur mit iOS-Geräten und mit Apples Homekit-Standard.

Da ich für die Aussentemperatur dank der Meteo-Schweiz-App keinen Sensor brauche, entschied ich mich, die für den Innenraum spezialisierten Eve Room (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftqualität) und Eve Degree (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck) genauer anzuschauen. Beide kosten mit etwas über 80 Franken eine ziemliche Stange Geld, wenn man sie mit Thermometern aus dem Supermarkt vergleicht.

Einfache Installation

Die Installation der zwei Kästchen klappte angenehm einfach. Man muss nur die entsprechende App runterladen und mit der Kamera den aufgedruckten Zahlencode einscannen. Schon sind die Sensoren verbunden. Doch womit eigentlich?

In erster Linie verbinden sich die Sensoren per Bluetooth mit dem iPhone oder iPad, mit dem man sie installiert hat. Doch interessant wird es, wenn man zu Hause einen Apple TV oder ein iPad hat, das man für Homekit eingerichtet hat. Dann verbinden sich die Sensoren ohne eigenes Zutun auch damit, und man kann künftig von unterwegs schauen, wie warm es zu Hause ist.

Ohne Basisstation

Andere Smarthome-Gadgets und -Spielereien wie die Hue-Glühbirnen von Philips brauchen dazu eine eigene kleine Basisstation, die man mit einem Router verbinden muss. Die Eve-Geräte kommen bequem ohne aus.

Beide nutzen Batterien: der Room drei AA-Batterien und der Degree eine Knopfbatterie. Wie lange sie halten, kann ich nach ein paar Tagen noch nicht sagen. Aber dank Bluetooth Low Energy sollten beide problemlos bis Ende Jahr durchhalten. Doch mal abwarten. Der Eve Degree ist übrigens wetterfest. Wer will, kann ihn also auch auf dem Sitzplatz oder dem Balkon montieren.

Kurven und Auswertungen

Einmal installiert, liefern die Sensoren zuverlässig die Daten, die sie versprochen haben. Genau wie das Billigthermometer aus dem Supermarkt. Da der Eve Degree einen LCD-Bildschirm hat, kann man die Temperatur direkt darauf ablesen. Die Daten des Eve Room gibt es nur in der App – oder wenn Siri mitmacht und man die Frage richtig formuliert hat, per Sprachassistenz.

Anders als das Thermometer aus dem Supermarkt sammelt die Eve-App die gesammelten Daten, sodass man sein eigenes Archiv und zahlreiche Kurven und Auswertungen bekommt.

Richtig spannend wird es natürlich erst, wenn man die Sensoren künftig mit anderen Homekit-Geräten koppeln kann. Aktuell gibt es immer noch sehr wenige davon. Aber die Möglichkeiten mit einem Thermostat, einem Luftbefeuchter, einer Klimaanlage oder einem automatischen Fensteröffner liegen auf der Hand.

Fazit: Die Eve-Sensoren zeigen, wie einfach, zuverlässig und unkompliziert Smarthome-Geräte funktionieren können und sollen. Bis auf Weiteres sind es aber in erster Linie lustige (und nicht ganz billige) Spielereien für Technikfans. Und ja, es lenkt ein bisschen von der Hitze ab, wenn man sieht, dass gerade ein neuer Rekord erreicht wurde, und es lenkt sogar ein bisschen von der Hitze ab, wenn man sieht, dass es gestern noch ein bisschen heisser war.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.06.2017, 13:14 Uhr

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