Gibt es heute eine Machtdemonstration des iPads?

Wenn Apple am Nachmittag neue Tablets und Macs vorstellt, geht es um mehr als ein paar Geräte.

Mac oder iPad, auf was setzt Apple in Zukunft?

Mac oder iPad, auf was setzt Apple in Zukunft? Bild: Reuters

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Bei Alltagscomputern für den Massenmarkt ist Apples Strategie klar: Für die Hosen-/Jacken-/Handtasche gibts das iPhone. Fürs Handgelenk die Uhr. Für die Ohren Airpods. Und für die Augen dereinst vielleicht eine Brille.

Doch was, wenn man etwas mehr braucht? Mehr Rechenleistung, mehr Bildschirm, mehr Anschlüsse, mehr Möglichkeiten?

Da gibt es einerseits den Klassiker, den Mac. Die Nachfahren des Apple I gibt es als Laptop, als Box und als All-in-one.

Dann gibt es andererseits das iPad. Das 2010 von Steve Jobs als Mittelding zwischen Smartphone und Laptop vorgestellte Tablet hat in den letzten Jahren dazugelernt und ist längst nicht mehr das Konsumationsgerät, das es in den ersten Jahren noch war.

Glaubt man Insiderberichten, hat bei Apple intern aktuell die Fraktion, die dem iPad mehr zutraut, Oberwasser. Das 2015 lancierte iPad Pro mit Tastaturanschluss und Stift ist der beste Beweis dafür.

Dass das iPad heute als Computerersatz durchgeht, ist aber auch findigen App-Entwicklern und experimentierfreudigen Nutzern zu verdanken, die unermüdlich vorführen, wie viel Potenzial im Tablet steckt.

Blick in die Zukunft

Vor dem Hintergrund wird die heutige Präsentation in New York besonders spannend. Apple wird voraussichtlich neue Macs und iPads vorstellen (Was bringt das neue iPad?). Der Konzern, der so grossen Wert auf Fokus und Einfachheit legt, wird dabei nicht umhinkommen, die beiden Kategorien voneinander abzugrenzen.

Auch wenn es Firmen-Chef Tim Cook und seine Manager kaum so plakativ sagen werden, wird die Präsentation Anhaltspunkte geben, auf welche Geräteklasse und welche Softwareplattform der Konzern in den nächsten zehn Jahren setzen wird.

Welches Gerät bekommt mehr Aufmerksamkeit? Wie viel Redezeit gibt es für den Mac, wie viel fürs iPad? Wird es eine Machtdemonstration des iPads, oder schlägt der Mac zurück?

Günstiger Nachfolger

Für zusätzliche Spannung sorgen zwei Fragen aus dem Mac-Lager:

Gibt es einen Nachfolger für das Macbook Air? Der günstigste und vernünftigste Apple-Laptop ist in die Jahre gekommen. Trotzdem verkauft er sich immer noch und hat viele Fans. Immer wieder gibt es Gerüchte über einen Nachfolger für den Mainstream-Laptop.

Stellt Apple heute tatsächlich einen neuen Massen-Laptop für ca. 1000 Franken und Profi-Tablets in derselben Preiskategorie vor, wird das kein leichtes Unterfangen für die Marketing- und PR-Spezialisten aus Cupertino. Wenn das iPad der Computer für die Zukunft ist, wie es die Manager gerne nennen, was ist dann das neue Macbook?

Weg von Intel

Und dann ist da noch ein zweiter Aspekt, der zusätzliche Spannung in die Sache bringt. Dem Vernehmen nach plant Apple den Bruch mit Intel. Die Mac-Plattform soll in den nächsten Jahren auf eigene Apple-Prozessoren wechseln. iPhone und iPad haben diesen Schritt bereits vor Jahren vollzogen.

Heisst das, iOS und macOS werden zusammengelegt? An der diesjährigen Entwicklerkonferenz beantwortete Apple die Frage mit einem klaren Nein. Auch sonst hat sich Apple immer wieder gerne über Laptop-Tablets wie das Microsoft Surface lustig gemacht und sie mit Kühlschrank-Toastern verglichen.

A sagen und B machen

Doch so klar ist die Sache wohl nicht. Einerseits hat Apple in der Vergangenheit nicht selten Sachen (grosse Smartphones, Touchscreen-Stifte) öffentlich schlechtgeredet und im Hintergrund längst daran gearbeitet. Kommt dazu, dass Apple an derselben Veranstaltung vorgeführt hat, wie leicht man künftig iOS-Apps für den Mac übernehmen kann.

Wie und in welche Richtung sich das iPad und der Mac weiterentwickeln, wird die Software massgeblich prägen. Darum ist die heutige Präsentation mehr als eine Produktevorführung. Sie ist ein Wegweiser in Apples Computer-Zukunft.

Die Apple-Präsentation findet heute um 15 Uhr statt. baz.ch/Newsnetist in New York vor Ort und wird die Veranstaltung mit einem Liveticker begleiten. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 30.10.2018, 04:06 Uhr

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