Der Homepod ist da. Das sagen erste Tests

In den USA und Grossbritannien haben Journalisten Apples Siri-Lautsprecher ausprobiert.

Nur ein Stromkabel und keine Anschlüsse: Der Homepod.

Nur ein Stromkabel und keine Anschlüsse: Der Homepod. Bild: Reuters

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Im Sommer 2017 angekündigt, kommt Apples Siri-Lautsprecher diesen Freitag in den USA, Grossbritannien und Australien in den Handel. Wie bei Apple üblich haben einige Journalisten die Neuheit vorab für einen ausführlichen Test bekommen.

Gestern gingen die ersten Reviews online. Der Konsens: Der Lautsprecher klingt für seinen Preis (rund 400 Franken) sehr gut, die Bedienung ist intuitiv, es fehlen aber (auch versprochene) Funktionen, Siri ist nicht so schlau wie die Pendants von Amazon und Google und Spotify-Nutzer haben das Nachsehen.

Der Klang

Bei einem Lautsprecher für 400 Franken darf man akustisch etwas erwarten, und so die amerikanischen Tester sich nicht kollektiv verhört haben, dürfte der Homepod überraschend gut klingen. Die Rede ist von feinen Nuancen, die man gut heraushört, raumfüllendem Klang und immer wieder liest man, er klänge als wären die Musiker im selben Raum. Dem britischen «Independant» gefällt der Klang besser als der einer guten Stereoanlage. Das Techmagazin «iMore» beschreibt den Klang gar als Retina für die Ohren.

Ob der Lautsprecher den eigenen Ohren passt, ist natürlich hochgradig subjektiv. Auffällig ist aber, dass die meisten Journalisten für den Klangvergleich nur die Lautsprecher von Amazon, Google und Sonos heranzogen. Ja Apple selbst hat laut mehreren Reviews bei der Übergabe der Testgeräte denselben Konkurrenzvergleich gemacht. Wenn die Lautsprecher am Freitag in die Läden und mehr Hände kommen, dürften sicher bald weitere Vergleiche hinzukommen.

Siri

So einig wie beim Klang sind sich die Tester bei der Bedienung des Lautsprechers nicht mehr. Während die einen argumentieren Siri auf dem Homepod könne genau das, was sie wollen, monieren andere, dass sie viel zu wenig könne. Nicht mal zwei Timer gleichzeitig seien möglich.

Die «New York Times» vergleicht Siri mit einem sturen DJ, der partout nicht die Musik spielen wolle, die man gerne hätte.

Der britische «Telegraph» lobt dafür die Siri-Mikrofone und fügt an, dass Siri genau das könne, was Nutzer im Alltag auch brauchen würden.

Das Techmagazin «The Verge» kritisiert, dass der Lautsprecher nicht zwischen mehreren Personen unterscheiden könne. So können Besucher über den Lautsprecher SMS mit dem Handy des Lautsprecherbesitzers verschicken.

Das funktioniert freilich nur, wenn man die entsprechende Option in den Einstellungen aktiviert hat. Wer auf Nummer sicher gehen möchte und zu Schabernack neigende Mitbewohner oder Besucher hat, tut gut daran, den Zugriff auf persönliche Informationen und Dienste zu deaktivieren.

Diese und ähnliche Sicherheitsfunktionen werden dann auch in den meisten Tests als Stärke des Homepod gedeutet, und es wird darauf verwiesen, dass Apple anders als Google und Amazon die Interaktionen mit dem Lautsprecher nicht zu Geld machen wolle.

Was ist mit Spotify?

Immer wieder erwähnen die Tester, dass der Homepod nur indirekt mit dem grössten Musikstreamingdienst harmoniert. Wie bei anderen Airplay-Lautsprechern kann Spotify nur per Handy oder Tablet Musik übers WLAN-Netz an den Homepod senden. Per Sprachsteuerung kann man nur Apple Music wirklich autonom bedienen.

Selbst der Apple-Blogger John Gruber empfiehlt zufriedenen Spotify-Nutzern darum, stattdessen einen Lautsprecher zu kaufen, der Spotify direkt unterstützt. Der gewöhnlich gut informierte Blogger habe zwar keine Insider-Informationen, warum der Homepod aktuell nicht mit Spotify harmoniere, doch zweifelt er, dass es dazu dient, die Konkurrenz auszuschliessen. Schliesslich würde Apple mit dem Verkauf eines Homepod mehr verdienen als mit dem Abschluss eines Apple-Music-Abos. Das stimmt freilich nur, wenn man ausblendet, dass sich Abogebühren mit den Monaten und Jahren zu stapeln beginnen. Trotzdem argumentiert Gruber, dass ein für andere Dienste offener Homepod längerfristig lukrativer sei für Apple. (zei)

Erstellt: 07.02.2018, 15:49 Uhr

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