12 Gründe, warum Sie trotz allem bei Facebook bleiben sollten

Die Liste mit Argumenten, das soziale Netzwerk zu verlassen, wird länger und länger. Hier die Gründe, weshalb man einen Rückzug überdenken sollte.

Daumen rauf oder Daumen runter?

Daumen rauf oder Daumen runter? Bild: Keystone

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Der schlechteste, faulste und trotzdem überzeugendste Grund, Facebook die Treue zu halten, gleich zuerst: Bequemlichkeit. Sich abzumelden ist mühsam und die entsprechende Funktion ist gut versteckt. Zudem riskiert man, den Zugang zu allen Diensten zu verlieren, für die man sich mit Facebook angemeldet hat. Und, wer weiss, vielleicht ist man ja irgendwann doch noch froh drum?

Auch wenn andere Dienste mit neuen Funktionen und mehr Datenschutz locken, bei Facebook sind nahezu alle dabei. Dadurch ist das soziale Netzwerk eine Art Telefonbuch und schwarzes Brett fürs Internet geworden. Dort erreicht man alle, und wer nicht dabei ist, läuft Gefahr, etwas zu verpassen.

Der eigene Facebook-Feed mag langweilig und uninteressant geworden sein, doch in einer Ecke ist Facebook spannender denn je. Für alle möglichen Themen, Hobbys und Anliegen gibt es Gruppen. Wenn man die richtigen findet, macht Facebook plötzlich wieder Spass.

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Von allen Social Networks ist Facebook immer noch das zugänglichste Netzwerk. Es ist nicht so möchtegernschlau wie Twitter, so verwirrend wie Snapchat, so streberhaft wie Linkedin - und so gut fotografieren wie auf Instagram muss man auch nicht können.

Wer gern Konzerte besucht, dürfte bemerkt haben, dass Facebook in den letzten Jahren und Monaten als Veranstaltungskalender grosse Fortschritte machte. Der Dienst informiert inzwischen besser als andere über Konzerte und Veranstaltungen, die einem gefallen könnten.

Wer seinen Freunden und Bekannten gern lange Texte unter die Nase hält, ist bei Facebook genau richtig. Da es keine Zeichenbeschränkung gibt, darf es auch mal ein Aufsatz sein. Und das grösste Publikum ist einem auch gewiss.

Der Facebook-Marketplace ist voller Ramschangebote. Doch hin und wieder findet man im eigenen Feed gute Angebote von Freunden, die einem auf Secondhand- oder Wohnungsplattformen längst jemand weggeschnappt hätte.

Auf Facebook zu verzichten, mag noch möglich erscheinen, aber auf Whatsapp und Instagram möchte man dann doch nicht verzichten. Da alle zum selben Konzern gehören, sind streng genommen alle guten Vorsätze dahin, wenn man nur einen Dienst kündet.

Apropos Messenger: Der Facebook Messenger mag nicht die erste Wahl sein, wenn es um Chat-Apps geht. Doch als Notlösung leistet er gute Dienste. Er funktioniert auf allen Geräten parallel, und man erreicht darauf Leute, deren Kontaktdaten man längst verloren hat. Ja hin und wieder sogar Leute, die nicht mal ein Smartphone haben.

Auch wenn man sich privat über Facebook ärgern mag, erfüllen das soziale Netzwerk und vor allem der Konzern dahinter doch eine wichtige Funktion. Er hält den Techgiganten Google in Schach. Ohne Facebook würden Google und der Mutterkonzern Alphabet ohne Zweifel noch weitere Bereiche unseres digitalen Alltags dominieren. Und dank den eigenen Werbeangeboten verhindert Facebook, dass alle Werbegelder in die Google-Kassen fliessen. Zwei konkurrierende Webgiganten sind unbestritten besser als nur einer.

Ein ebenfalls gesellschaftlich relevanter Grund, die Lösch-Keule stecken zu lassen, ist der folgende: Nur wer dabei bleibt, kann Facebook im Auge behalten und schauen, ob alles mit rechten Dingen zu und her geht. Die letzten US-Wahlen sind nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, welchen Stellenwert Facebook heute bei der Meinungsbildung und damit in unserem Alltag spielt. Nur wer dabei bleibt, bekommt mit, wenn ein gesellschaftlicher Diskurs plötzlich eine überraschende Wendung nimmt oder vermeintliche Nischenmeinungen weiter verbreitet sind als gedacht.

Wer sich zudem nicht zu schade ist, auf Facebook auch mit unliebsamen Bekannten und lästigen Zeitgenossen «befreundet» zu bleiben, bekommt so interessante Einblicke in andere Milieus und Gedankenwelten. Statt zu einer thematischen Wohlfühloase wird Facebook so zur nützlichen Anti-Filterblase. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.03.2018, 09:16 Uhr

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