«Du wirst genauso sterben wie Sabrina»

In Spreitenbach AG hat sich eine 13-Jährige nach Drohungen auf Instagram das Leben genommen. Nun ermittelt der Jugendstaatsanwalt.

Teilen und kommentieren: Jugendliche mit Smartphones in Zürich. (Archiv)

Teilen und kommentieren: Jugendliche mit Smartphones in Zürich. (Archiv) Bild: Christian Beutler/Keystone

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Auf der Online-Plattform Instagram verbreitete sich ein Video mit schockierendem Inhalt. Darin blickt eine Jugendliche aus Dietikon ZH in die Kamera und sagt: «Also du kleine Nutte. Wir finden dich schon. Du wirst genauso sterben wie Sabrina*.»

Die Drohung geht an eine Bekannte der Jugendlichen, die im Video zu sehen ist, berichtet die «Schweiz am Wochenende». Mit Sabrina ist ein 13-jähriges Mädchen aus Spreitenbach gemeint, das sich im August dieses Jahres das Leben genommen hat. Der Suizid hatte in den sozialen Medien vor allem unter Jugendlichen in der Schweiz ein grosses Echo ausgelöst.

Auf öffentlicher Instagram-Seite gepostet

In dem Instagram-Video behauptet die Jugendliche, dass sie es gewesen sei, die Sabrina in die Verzweiflung getrieben habe – die Empfängerin des aktuellen Videos müsse mit demselben Schicksal rechnen.

Das Video verbreitete sich zuerst in privaten Kanälen von sozialen Medien, bis es jemand auf Instagram öffentlich machte, schreibt die «Schweiz am Wochenende». Sofort war es nicht mehr nur für Freunde und Freunde von Freunden, sondern für alle sichtbar.

Jugendanwaltschaft ermittelt

Dies hatte zur Folge, dass die Täterin in einen Shitstorm geriet und damit selbst zum Opfer wurde. 8500 mal wurde das Video binnen einer Woche aufgerufen. Viele der rund 100 Kommentare richteten sich auf schonungslose Weise gegen die Mobberin. «Bring dich doch selber um», schrieb jemand.

Inzwischen wird gegen die Urheberin der Videobotschaft ermittelt. Eine Sprecherin der Jugendanwaltschaft Limmattal/Albis bestätigte gegenüber der Zeitung, dass eine Strafuntersuchung bezüglich Drohung gegen eine Jugendliche im Gang sei. «Die strafrechtlichen Untersuchungen laufen, es gilt die Unschuldsvermutung.»

«R.I.P. my Angel»

Nach dem Shitstorm hat die Jugendliche, die einer Gleichaltrigen mit dem Tod gedroht hatte, ihre digitale Identität gelöscht und ihre Accounts abgeschaltet. Das Video kursiert jedoch noch immer im Netz und kann weiterhin geteilt und kommentiert werden.

Auch die 13-jährige Sabrina, die sich vor zwei Monaten das Leben genommen hat, bleibt im digitalen Gedächtnis. Auf ihren Profilen drücken Teenager, die ihr nie begegnet sind, ihr Mitgefühl aus. Jemand schrieb: «R.I.P. my Angel». Laut der «Schweiz am Wochenende» fragte an der Beerdigung eine Freundin der Verstorbenen einige der Anwesenden, woher sie Sabrina denn kennen würden. Diese antworteten: «Von Instagram».

*Name geändert

(chi)

Erstellt: 07.10.2017, 09:53 Uhr

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