Zuversicht vor Art-Basel-Eröffnung nach Trendwende auf Kunstmarkt

Die an der diesjährigen Art Basel präsentierten Kunstwerke haben einen geschätzten Wert von 3 bis 3,5 Milliarden Franken.

Kunstmessen wie die Art Basel spielen eine zentrale Rolle im Kunstmarkt.

Kunstmessen wie die Art Basel spielen eine zentrale Rolle im Kunstmarkt. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stimmung ist gut vor der Eröffnung der 49. Art Basel am Dienstag, ist doch der Umsatz auf dem globalen Kunstmarkt nach einem Einbruch wieder kräftig gewachsen: um 12 Prozent auf 63,7 Milliarden Dollar. Wie im vergangenen Jahr, als 95'000 Besucher an die grösste Kunstmesse der Welt kamen, stellen wieder 291 Galerien aus 35 Ländern aus, darunter 27 Galerien aus der Schweiz. Für die Öffentlichkeit geht die Tür am Donnerstag auf.

«Es wird eine starke Ausgabe mit einigen wirklich aufregenden Galerien wie 47 Canal, Bergamin & Gomide, KOW und Tokyo Gallery BTAP, die zum ersten Mal im Hauptsektor teilnehmen, wo sie ihr Programm in ganzer Breite zeigen können», schwärmt Art-Basel-Kommunikationschefin Dorothee Dines gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Im dritten Jahr in Folge von Samuel Leuenberger kuratiert, präsentiere «Parcours» rund um den Basler Münsterplatz 23 ortsspezifische Kunstwerke von jungen und etablierten Künstlern, darunter Bächli und Eric Hattan, Nina Beier, stanley brouwn, Julian Charrière, Rivane Neuenschwander, Marina Pinsky, Julian Rosefeldt, Thomas Struth, Paloma Varga Weisz und Hannah Weinberger.

700 Galerien-Bewerbungen

«Basilea» ist das diesjährige Messeplatzprojekt und eine Zusammenarbeit mit Creative Time aus New York. Die Künstler Lara Almarcegui, Isabel Lewis und Santiago Cirugeda reflektierten mit einer Reihe immersiver Projekte, in denen sie Kontakt mit Basel und den über 90'000 jährlichen Besuchern der Art Basel aufnähmen, über die Möglichkeiten einer Stadt, sagt Dines.

Mehr als 700 Galerien haben sich nach Angaben von Kommunikationschefin Dines dieses Jahr für die 291 Stände an der Art Basel beworben, ähnlich viele wie in den vergangenen Jahren. Vertreten sind rund 4000 Künstler aus der ganzen Welt. Die Erholung auf dem globalen Kunstmarkt führt sie auf Zugewinne bei Auktionen zurück. Galerien im obersten Segment hätten sehr gut abgeschlossen, während die Ergebnisse in den unteren Segmenten «durchmischt» gewesen seien, sagt Dines.

Milliarden-Werte in Messehallen

Der Kunstversicherer Axa Art schätzt den Wert der an der Art Basel präsentierten Werke auf 3 bis 3,5 Milliarden Franken. Dabei handle es sich aber nicht um Verkaufszahlen, sondern um eine Schätzung des Wertes der Arbeiten, die an die Art Basel gebracht werden, präzisiert Dines.

Und wie gross ist der Anteil der Basler Kunstmesse am Umsatz des globalen Kunstmarktes? Das zu beziffern wäre schwierig, meint Dines. «Denn wie definiert man Messeverkäufe? Man müsste auch die Verkäufe mit einbeziehen, die in den Wochen und Monaten nach der Messe abgeschlossen werden, aber das Resultat von Gesprächen auf der Messe sind», sagt sie. Als Messeveranstalter habe man keinen Einblick in die Umsätze der Galerien.

Hälfte des Jahresumsatzes

Der Bericht «The Art Market 2018» im Auftrag der Art Basel und der Bank UBS kommt für 2017 zum Ergebnis, dass Kunstmessen eine zentrale Rolle im Kunstmarkt spielen. Auf Kunstmessen entfielen im Jahr 2017 schätzungsweise 46 Prozent der Umsätze von Galerien, ein Plus von 5 Prozent im Jahresvergleich. Hier gehe es um Kunstmessen allgemein, sagt Dines. Wie hoch der Anteil der Art Basel ist, könne sie nicht sagen.

Die Rolle der Art Basel sieht ihr Direktor Marc Spiegler so: «Wir verstehen es als unsere Aufgabe, Galerien die beste Plattform zu bieten, um neue Sammler kennenzulernen und mit ihnen langfristige Beziehungen aufzubauen. Was uns von anderen Messen unterscheidet, ist die Qualität der Galerien, Künstler und Kunstwerke - und die Qualität der Sammler, Museumsdirektoren und Kuratoren, die die Art Basel besuchen.»

Der US-Kunstmarkt ist laut dem Bericht «The Art Market 2018» unangefochten der grösste - mit einem Anteil von 42 Prozent im vergangenen Jahr, gefolgt von China mit 21 Prozent und Grossbritannien mit 20 Prozent. An vierter Stelle folgt mit grossem Abstand Frankreich mit 7 Prozent, weiter abgeschlagen trifft man auf Deutschland und die Schweiz mit je 2 Prozent. Die höchsten Preise erzielten im vergangenen Jahr dem Bericht zufolge Werke der modernen Kunst, gefolgt von denjenigen in der Kategorie Zeitgenössische Kunst.

Keine Expansionspläne

Expansionspläne in weitere Länder - zum Beispiel Russland - oder auf andere Kontinente wie Afrika sind laut Dines nicht geplant. Mit der Art Basel in Miami Beach, USA, und derjenigen in Hongkong, China, habe man bereits drei erfolgreiche Kunstmessen, sagt sie.

Die Art Basel 2018 startet am Dienstag und Mittwoch (12. und 13. Juni) mit den «Private Days» (mit Einladung), der Vernissage am Mittwoch (mit Einladung) und am Donnerstag, 14. Juni, mit den «Public Days» (für alle). Sie dauert bis Sonntag, 17. Juni. Während der Art bemühen sich im Übrigen auch alle Kunstmuseen mit Sonderausstellungen um das von weither angereiste Publikum. Von dessen Ansturm profitieren zudem diverse unabhängige Nebenmessen in Basel, allen voran die LISTE. Verfasser: Thomas Paul, SDA (amu/sda)

Erstellt: 11.06.2018, 11:32 Uhr

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Kommentare

Blogs

Sweet Home Versteckspiel mit dem TV

Tingler Immer schöner

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Die Welt in Bildern

Wo die Toten ruhen: Anlässlich des Feiertags Eid al-Fitr besuchen Muslime den Friedhof von Nadschaf im Irak, der mit 5 Millionen begrabenen Menschen als grösster der Welt gilt. (16. Juni 2017)
(Bild: Alaa Al-Marjani ) Mehr...