«Die Art Basel verdrängt die regionale Kultur»

Art-Cologne-Direktor Daniel Hug kritisiert die weltweite Expansion der Art Basel. Das sei eine Form von Kolonialismus.

Die Art Basel gibt es auch in Hongkong (im Bild) und Miami.

Die Art Basel gibt es auch in Hongkong (im Bild) und Miami. Bild: Keystone

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Art-Cologne-Direktor Daniel Hug hat in einem Interview die Schweizer Messegesellschaft MCH Group kritisiert, die mit der Art Basel die weltweit führende Kunstmesse betreibt. «Kunstmessen sollten den Kunstmarkt reflektieren, spiegeln - und nicht beeinflussen», sagte Hug in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

«Wenn die Schweizer nun aber überall in der Welt Ableger gründen, dann haben sie eine solche Macht über den Kunstmarkt, dass das viel regionale Kultur verdrängt. Das ist auch eine Form von Kolonialismus.» Die Art Basel hat erfolgreiche Ableger in Miami und Hongkong und expandiert stetig weiter.

Hug, der seit neun Jahren die grösste deutsche Kunstmesse in Köln leitet, warf der Schweizer Messegesellschaft vor, es gehe ihr nur um kommerziellen Erfolg. Die Art Cologne dagegen habe die wichtige Aufgabe, den deutschen Kunstmarkt zu stützen. Sie übernehme damit regionale Verantwortung.

Die MCH Group war Anfang des Jahres bei der Art Düsseldorf eingestiegen, die in diesem Jahr erstmals stattfinden soll. Beobachter halten es für möglich, dass sich die Art Düsseldorf mit Schweizer Unterstützung zu einem Konkurrenten der Art Cologne entwickeln könnte.

Die diesjährige Art Cologne wird am Mittwoch eröffnet und dauert bis am 29. April. Daniel Hug ist Amerikaner, stammt aber ursprünglich aus der Schweiz. (amu/sda)

Erstellt: 25.04.2017, 11:11 Uhr

Daniel Hug ist Direktor der Art Cologne.

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