Topfpflanze, Kunstgeröll und ein goldner Helm

Am Wochenende hat in 15 Institutionen zwischen Liestal, Strassburg und Freiburg i. Br. die 11. Regionale begonnen. Der Überblick über die aktuelle Kunst hat nochmals an Attraktivität gewonnen.

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Hier flauschige Wohnzimmeratmosphäre. Dort kühles Neonlicht, nackte Notwendigkeit. Hier Selbstfindung im Kollektiv. Dort «radikale Subjektivität» eines Kurators. An einem Ort gedankliche Schärfe und komplexes Arrangement. Am anderen Künstlerwerkstatt, Accrochage, buntes Kunstlabor: Selten hat sich die Regionale, die jährliche Ausstellung der hiesigen Kunstszene, in der Vielfalt so gegenläufig und widersprüchlich gezeigt wie in diesem Jahr. Mit der Abschaffung des verbindlichen Reglements stehen die Schleusen offen, jedes Haus ist sein eigener Chef, und wer alles beim Alten lässt, schwimmt bereits gegen den Strom.

Ein erster Blick auf die Basler Ausstellungen zeigt: Die Öffnung hat die Fantasie beflügelt und die Geister stimuliert, und dass es den professionellen Kunstbetrieben nicht schwer fällt, die Muskeln spielen zu lassen, hindert die Amateure nicht daran, mit originellen, individuellen Programmen ihren Teil zum grossen Kunstmenu beizutragen.

Revival

Nach dem alten Rezept gekocht haben nur ganz wenige; der Kunst Raum Riehen etwa, der weiterhin ganz auf die Dossiers setzt – und gleichwohl mit glücklicher Hand arrangiert. Andere haben sich fremde Hilfe ins Haus geholt. Im Kunsthaus Baselland, wo Eric Hattan die Regieanweisungen gab, feiern die verlorenen Söhne und Töchter der mittleren Generation ein triumphales Revival; im Palazzo Liestal waren Kunststudentinnen, im Ausstellungsraum Klingental Künstler, in Freiburg Kunstkritiker am Werk. Die Qualität der Ausstellungen ist hoch wie nie, was auch damit zu tun hat, dass die Region mittlerweile bis Karlsruhe und Strassburg reicht, beides Städte mit einer eigenen starken Kunstszene.

Auch wenn es für die lokalen Grössen auch schon einfacher war, ins Haupttableau zu kommen: Das heimische Kunstschaffen profitiert von den vielen Impulsen enorm, sein Horizont kann nicht gross genug sein. Denn letztlich geht es nicht um die Häuser oder ihre Kuratoren, sondern um die Künstler und ihre Kunst. So stellen wir einige Werke vor, die uns beim ersten Rundgang aufgefallen sind. Und bevor jemand in die Winterdepression fällt: Die nächste Regionale kommt bestimmt, und dann werden die Karten wieder neu gemischt – eine Änderung des Regelwerks gehört schon fast zur Regel. (Basler Zeitung)

Erstellt: 29.11.2010, 09:35 Uhr

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Info

> Regionale. Bis 2. 1. 2011.
www.regionale.org

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