Peter Zinsli gestorben

Der Bündner Ländlerkönig Peter Zinsli ist tot. Der Gründer der «Churer Ländlerfründe» starb am Samstag im Alter von 77 Jahren. Durch ein Kuriosum war er auch jüngeren Generationen ein Begriff.

Zürich wackelt: Peter Zinsli 1979 mit Josias Jenny und Sepp Simonelli.


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Der Bündner Ländlerkönig Peter Zinsli ist tot. Der Gründer der Churer Ländlerfründa starb am Samstag im Alter von 77 Jahren. Die Gemeindeverwaltung von Tschiertschen GR bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda einen entsprechenden Online-Bericht der Tageszeitung «Südostschweiz».

Zinsli, bis heute einer der bekanntesten Schweizer Folkloremusiker, hatte sich bereits 1996 von der Volksmusikbühne verabschiedet. Die Nachfrage nach traditioneller Volksmusik sei gering geworden, sagte er damals der Nachrichtenagentur sda. Mit ein Grund zum Leisertreten lieferte seine schwere Lungenkrankheit.

«Volksmusik fernsehtauglich gemacht»

«Peter Zinsli hat die Schweizer Volksmusik fernsehtauglich gemacht», schrieb die Tageszeitung «Blick» anlässlich des 70. Geburtstags des Komponisten und Kapellmeisters. Seit seinem ersten TV-Auftritt 1963 in der populären Sendung «Für Stadt und Land» mit Wysel Gyr kam kaum eine volkstümliche Sendung mehr ohne Zinsli und seine Ländlerfründe aus.

Der Schottisch «Wentalaschieber», dessen Komponist unbekannt ist, wurde in Zinslis Interpretation ein Hit und war jahrelang das meistgewünschte Stück im Deutschschweizer Radio.

Musikalischer Metzgerssohn

Peter Zinsli wurde am 15. Juni 1934 in Chur als Sohn eines Metzgers geboren und zeigte schon früh Begeisterung für die Musik. Als Kind in der Churer Knabenmusik spielte er Flügelhorn, später im Militär Trompete, noch später kamen Klarinette und Bassgeige dazu.

Zinsli lernte zunächst Schriftsetzer, später zusätzlich Bankkaufmann. Bis zu seiner Pensionierung arbeitete er bei der Bündner Kantonalbank, zunächst in Chur, später in Tschiertschen. Als Zinsli 23 war, brachte er sich selber das Schwyzerörgelispielen bei. Nur zwei Wochen nach dem spontanen Kauf des Instruments trat er damit während einer 1.-Augustfeier in einem Restaurant auf. Kurz darauf gründete er mit Peter Conrad seine erste Formation: das Schwyzerörgeli-Duett Gotschnabuaba.

Ein Ländlerkönig

1959 entstand seine Stammkapelle, die Churer Ländlerfründa. Eine später mit Unterländern verstärkte weitere Formation, Peter Zinsli und sini Ländlerfründa, wurde dank Radio und Fernsehen schweizweit so bekannt, dass sie die vielen Engagements nur durch Doppelbesetzung zu bewältigen vermochte.

In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren gehörte Peter Zinsli zu der von Sepp Trütsch formierten Kapelle D'Ländlerkönige, welche die besten Schweizer Volksmusiker versammelte, darunter etwa auch Walter Alder und Carlo Brunner.

Crossover mit Gotthard

Zinsli komponierte um die 500 Stücke und veröffentlichte 50 Tonträger. Im Jahr 2000 wurde ihm der Anerkennungspreis des Kantons Graubünden zugesprochen – für «seine grossen Verdienste als Ländlermusikant und Komponist sowie für seinen Einsatz zu Gunsten der Ländlermusik im bodenständigen Bündner Stil», wie es in der Begründung hiess.

Dank einem Kuriosum ist Peter Zinsli heute, lange nach seinem Karriereende, auch noch einigen jüngeren Leuten bekannt: 1995 spielten er und seine Ländlerfründa mit Gotthard den Song «Mountain Mama» ein, den die beiden Formationen auch in der Sendung «Benissimo» präsentierten. (phz/sda)

Erstellt: 07.12.2011, 22:31 Uhr

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