Gredig und der Insekten-Ekel

Das SRF-Publikum kennt ihn als «Tagesschau»-Moderator und Grossbritannien-Korrespondenten. Gestern leitete Urs Gredig nun erstmals den «Club». Wie schlug er sich?

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Für seinen Einstand hatte Urs Gredig etwas mitgebracht: Heuschrecken-Knabberzeugs aus England. Das passte. Vier Jahre lang war Gredig Grossbritannien-Korrespondent fürs SRF, gestern nun hatte er seine Premiere als Moderator des «Clubs». Das Thema: Insekten essen.

Ab dem 1. Mai dürfen in der Schweiz Mehlwürmer, Grillen und Wanderheuschrecken verkauft und verzehrt werden. Im «Club» wollte man wissen: Sind Insekten tatsächlich ein umweltfreundlicher Proteinlieferant? Ist das einfach ein neuer Food-Trend? Und wie schmecken die überhaupt?

Urs Gredig springt bekanntlich für Moderator Thomy Scherrer ein, der Ende 2016 einen Hirnschlag erlitt. Das SRF-Publikum kennt Gredig bereits als gewinnenden «Tagesschau»-Moderator und souveränen Korrespondenten und Reporter. Doch wie würde sich der 46-jährige Journalist in einer Diskussionsrunde schlagen?

Gredigs Einstand ist gelungen. Der Moderator führte informiert und ruhig durch die Sendung. Er lenkte vom lockeren Einstieg zu Ernsterem, holte die Anwesenden gezielt in die Diskussion. Er steckte das Terrain ab, wo das Gespräch in Einzelheiten zu versanden drohte, hakte nach, wo der Fachjargon geflogen kam. Dazwischen lockerte er auch einmal auf.

Der Hirschkäfer beisst

Das Resultat war ein über weite Teile spannender «Club». Schnell einmal ging es nämlich nicht mehr nur um Insekten-Ekel und -Geschmack (Andrea Staudacher: «Popkorn, Sonnenblumenkerne, Haselnuss»), sondern um unsere Ernährung als Ganzes. Lenkt der Insekten-Hype nur davon ab, dass wir Westler nicht von unserem überbordenden Fleischkonsum abweichen wollen? Wie nachhaltig ist der Verzehr von Insekten wirklich? Wie müssen die Tiere gehalten und gefüttert werden, dass nicht dieselben Fehler passieren wie bei der Massentierhaltung von Hühnern und Schweinen? Das regte zum Nachdenken an.

Dass sich die Diskussion dann irgendwann doch noch etwas im Kreis drehte, liegt hauptsächlich an der Länge des Formats. Zum Glück gab es da noch den Insektenzüchter Daniel Ambühl. Auch der hatte nämlich etwas mitgebracht: einen schönen Hirschkäfer. Und der biss Ambühl dann prompt in den Finger. Auch das passte.

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(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.04.2017, 10:20 Uhr

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