Die Funkelfüchse und andere seltsame Kreaturen

«Star Wars: The Last Jedi» ist gute Unterhaltung – aber kein Höhepunkt der Saga.

In «The Last Jedi» droht der Film wegen zu vieler schräger Fantasiefiguren öfter mal zu kippen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der achte Teil von «Star Wars» läuft morgen weltweit in den Kinos an. Er wird mit Spannung erwartet, denn nach den drei ursprünglichen Episoden und den drei nachfolgenden Teilen, die aber die Vorgeschichte der Saga erläuterten, ging es vor zwei Jahren mit Teil VII «The Force Awakens» endlich dort weiter, wo es 1983 mit «The Return of the Jedi» aufgehört hatte. Neue Gesichter wie die kesse und mutige Schrottsammlerin Rey (Daisy Ridley), der abtrünnige Stormtrooper Finn (John Boyega) und der heissblütige Kampfpilot Poe Dameron (Oscar Isaac) hielten Einzug. Eine neue Generation. Neues Leben wurde eingehaucht. Toll.

In «The Last Jedi», Teil VIII der Geschichte, die vor ganz langer Zeit in einer Galaxie ganz, ganz weit weg sich zugetragen hat, erleben diese Jungen nun ihr zweites grosses Abenteuer. Regie führt nicht wie 2015 J. J. Abrams, sondern Rian Johnson – und das merkt man. Das Gleichgewicht zwischen deftigen Kampf- beziehungsweise Kriegsszenen, Szenen, in denen die Charaktere weiterentwickelt werden sowie all dem Drumherum, das zwingend zu «Star Wars gehört, stimmt nicht.

Doch in der klugen Mischung dieser drei Kernelemente lag schon immer der Zauber dieser Filme, auch wenn es manchmal harzte. Man denke an die knuffigen Ewoks von 1983. Sie wirkten wie aus dem Kinderzimmer entkommen und in einen Kriegsfilm gestolpert.

Die Magie ist weg

In «The Last Jedi» droht der Film wegen zu vieler schräger Fantasiefiguren öfter mal zu kippen. Man sitzt im Kino, abgetaucht in die Welt, die sich George Lucas vor nunmehr 40 Jahren ausgedacht hat, und fühlt sich plötzlich wie aus einem Traum gerissen, die ganze Magie ist weg. Man erkennt einige dieser Tierwesen auf einmal als das, was sie sind: lächerliche, dümmliche Trickfiguren. Zum Beispiel die Funkelfüchse, die sich für die bedrohten Rebellen als so hilfreich erweisen. Ist das jetzt ein Kinderfilm oder ist das «Star Wars»? Es braucht manchmal einige Anstrengung, um der Handlung wieder zu folgen, wieder einzutauchen.

Schade. Denn die Geschichte ist nicht uninteressant. Ohne zu viel zu verraten: Der böse Kylo Ren (Adam Driver), gleichaltriger Gegenspieler von Rey, Finn und Poe, kann als Beherrscher der Macht, die sowohl dunkel als auch hell sein kann, mit Rey über alle Grenzen hinweg Kontakt aufnehmen. Sie, die auf der schroffen Insel des «Wasserplaneten» den resignierten Luke Skywalker (Mark Hamill) dazu überreden will, in Zeiten grösster Not wieder den Rebellen beizustehen, steht unversehens in direktem Kontakt mit dem Enkel von Darth Vader auf dem Kampfschiff. Telepathie für Fortgeschrittene.

Böse oder gut?

Doch ist Ren so böse, wie man am Ende von «The Force Awakens» zu wissen glaubte? Ist Rey so gut und rein, wie wir angenommen haben?

Das ist eine der grossen Fragen von «The Last Jedi», einer der wichtigen Handlungsstränge. Gleichzeitig versucht Finn einen Codeknacker aufzutreiben, denn die Raumschiffe der Rebellen können vom Imperium locker aufgespürt werden. Der Codeknacker soll mithelfen, den «Tracker», also den Apparat, mit dem die Bewegungen der Rebellen kontrolliert werden, auf dem Mutterschiff des Imperiums auszuschalten. Finn erhält dabei Hilfe von Rose (Kelly Marie Tran), einer klein gewachsenen, vifen Asiatin.

Und schliesslich sind wir unmittelbar vor einer Schlacht im Weltraum. Mit der gealterten Prinzessin Leia (Carrie Fisher), ihrer sehr, sehr weiblichen Crew (Laura Dern spielt eine Admiralin) und dem ruhelosen Poe. Selbstverständlich tauchen auch die ganzen Fantasiefiguren wie R2D2, BB-8 und Chewbacca auf. Und selbstverständlich gibt es Kampfhandlungen, Rettungen aus letzter Not und ein offenes Ende.

Bei der Pressevorführung am Dienstag sorgten einige Gags für Lacher. Eine Prise Humor gehörte schon immer zu diesen Filmen dazu. Nur hat auch diesbezüglich Rian Johnson etwas weniger Geschick als J. J. Abrams. (Basler Zeitung)

Erstellt: 13.12.2017, 09:13 Uhr

Artikel zum Thema

In einer Galaxie ganz, ganz nah

Star Wars ist längst zum allgemeinen Kulturgut avanciert. Mehr...

Kommentare

Blogs

Von Kopf bis Fuss Der «Revenge Body» ist Schwachsinn

Welttheater Adieu, Albatros!

Die Welt in Bildern

Sie kann gar nicht gross genug sein: Beobachtet von Schaulustigen, reitet ein Surfer vor der Küste von Nazaré, Portugal, auf einer Monsterwelle. (18. Januar 2018)
(Bild: Armando Franca/AP) Mehr...