Schauspielerin Maria Schneider ist tot

Im Filmklassiker «Der letzte Tango in Paris» spielte sie an der Seite von Marlon Brando ihre berühmteste Rolle: Maria Schneider. Heute Donnerstag verstarb die französische Schauspielerin.

Mit dieser Rolle wurde sie weltberühmt: Maria Schneider an der Seite von Marlon Brando im Film Der letzte Tango in Paris.

Mit dieser Rolle wurde sie weltberühmt: Maria Schneider an der Seite von Marlon Brando im Film Der letzte Tango in Paris. Bild: Keystone

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Die französische Schauspielerin Maria Schneider, die durch den Film «Der letzte Tango in Paris» berühmt wurde, ist tot. Die 58-Jährige sei einer langen Krankheit erlegen, teilte die Familie am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit.

Schneider wirkte in mehr als 50 Filmen mit, darunter 1977 in «Violanta» des Bündner Regisseurs Daniel Schmid. International bekannt wurde sie bereits mit 19: Im Kultfilm des Italieners Bernardo Bertolucci aus dem Jahr 1972 spielte sie neben Marlon Brando eine jungen Französin, die sich mit einem älteren Amerikaner zu Gesprächen und Sex trifft.

In einem TV-Interview 2007 beklagte sie sich, dass Bertolucci sie manipuliert habe. Auch Brando habe sie zu Dingen gezwungen, die sie nicht mochte. Die berühmte «Butter-Szene» - eine anale Vergewaltigung - sei Brandos spontane Idee gewesen. Sie habe sich so erniedrigt gefühlt, dass sie echt geweint habe.

«Meine Karriere wäre weniger heftig gewesen ohne diesen sehr durch die Medien gepushten Film, der seine Zeit so sehr geprägt hat», sagte Schneider der Zeitung «Le Parisien» 2004. Am meisten habe sie selbst der Film «Profession: Reporter» von Michelangelo Antonioni berührt, in dem sie 1975 an der Seite von Jack Nicholson eine junge Terroristin spielte. «Das war am nächsten an dem dran, was ich im Leben war».

Suchtprobleme

Weitere Filme, in denen sie mitwirkte, sind «Haine» von Dominique Goult mit Klaus Kinski (1980), «Bunker Palace Hôtel» von Enki Bilal mit Jean-Louis Trintignant (1989), «Jane Eyre» (1996) von Franco Zeffirelli und zuletzt «Cliente» von Josiane Balasko mit Nathalie Baye (2008).

Die Tochter des Schauspielers Daniel Gélin litt unter Alkohol- und Drogenproblemen. Die Dreharbeiten zu Bertoluccis «1900» brach sie 1975 überraschend ab. Im Jahr drauf rannte sie vom Set des pornografischen Kunstfilms «Caligula» davon und liess sich in eine psychiatrische Klinik in Rom einweisen. «Ich bin eine Schauspielerin, keine Hure», begründete sie das später.

Maria Schneider soll auf dem Pariser Prominentenfriedhof Père Lachaise beigesetzt werden. (mrs/sda)

Erstellt: 03.02.2011, 16:38 Uhr

Im Alter von erst 58-Jahren ihrer Krankheit erlegen: Maria Schneider auf einer Archivnahme aus dem Jahr 2004. (Bild: Keystone )

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