«Blue My Mind» zieht alle Augen auf sich

An der Award-Gala des 13. Zurich Film Festivals hat mit drei Preisen der Schweizer Film «Blue My Mind» von Regisseurin Lisa Brühlmann abgeräumt.

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Das Schweizer Filmschaffen hat sich am diesjährigen Zurich Film Festival (ZFF) unter anderem mit starken Coming-of-Age-Filmen hervorgetan. «Blue My Mind» von Lisa Brühlmann wurde an der 13. Ausgabe des internationalen Filmtreffens gleich mehrfach ausgezeichnet. Allen voran hat die Zürcher Regisseurin an der Award Night vom Samstagabend das Goldene Auge in der Kategorie «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» entgegennehmen können.

In ihrem überzeugenden Erstling erzählt sie die Geschichte der 15-jährigen Mia, die sich mit ihrer ersten Periode in eine Meerjungfrau zu verwandeln beginnt. Das Besondere an diesem Film ist, dass die Probleme des jungen Mädchens ausgerechnet mittels eines Märchenelements besonders nachvollziehbar und authentisch werden.

«Blue My Mind» hat an der Preisverleihung im Zürcher Opernhaus neben der mit 20'000 Franken dotierten Hauptauszeichnung auch den Kritikerpreis gewonnen. Dieser wird jeweils vom Schweizerischen Verband der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten für den besten Erstlings-Spielfilm vergeben. Ausserdem wurde Lisa Brühlmann zuvor auch schon der erstmals verliehene Filmpreis der Zürcher Kirchen übergeben.

Gentrifizierungs-Essay lobend erwähnt

Das mit 25'000 Franken verbundene Goldene Auge für den besten Film in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» ging an Regisseurin Kirsten Tan aus Singapur für ihr Roadmovie «Pop Aye». Tan schrieb auch das Drehbuch für den Streifen über einen Architekten Bangkoks, der sich nach beruflichen Tiefschlägen mit einem Elefanten auf den Weg in sein abgelegenes Heimatdorf macht.

Besondere Erwähnungen gingen in dieser Sparte an den französischen Thriller «Jusqu'à la garde» von Xavier Legrand sowie die isländisch-dänisch-polnische Koproduktion «Under the Tree» von Hafsteinn Gunnar Sigurðsson.

Erfolgreich endete das Festival auch für «Machines» (Indien, Deutschland, Finnland). Der Film über die miserablen Arbeitsverhältnisse in einer indischen Textilfabrik von Rahul Jain gewann den ebenfalls mit 25'000 Franken dotierten Preis in der Kategorie «Internationaler Dokumentarfilm».

Besonders erwähnt wurde an dieser Stelle «Al otro lado de muro», eine spanisch-mexikanische Doku über eine Immigranten-Familie von Pau Ortiz sowie der spannende und witzige Essay «Die Gentrifizierung bin ich: Beichte eines Finsterling» des Schweizer Filmemachers Thomas Haemmerli.

Förderpreis für Roadmovie

Der mit 10'000 Franken dotierte Förderpreis für den besten Schweizer Film im diesjährigen ZFF-Programm ging an das schweizerisch-französische Roadmovie «Avant la fin de l'été» von Maryam Goormaghtigh. Der Erstling der gebürtigen Genferin handelt von dem Iraner Arash, der nach fünf Jahren Studium in Paris die Nase voll von Frankreich hat. In der Hoffnung, dass er bleibt, überzeugen ihn seine Freunde, eine letzte gemeinsame Reise zu unternehmen.

Lobend erwähnt wurde in dieser Kategorie der ebenfalls im «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich»-Wettbewerb gezeigte Mystery-Film «Tiere» von Greg Zglinski um ein Paar, das während einer halbjährigen Auszeit die Beziehung kitten will.

Der diesjährige Publikumspreis ging an den amerikanischen Regisseur Mark Grieco für seinen im Internationalen Dokumentarfilmwettbewerb gezeigten Film «A River Below». Im Weiteren durfte die in Berlin lebende Schweizerin Seraina Nyikos ihren bereits im Vorfeld bekanntgegebenen Preis für das beste Treatment zum Thema «Selfie» entgegennehmen. Die mit 5000 Franken dotierte Auszeichnung wurde heuer zum fünften Mal verliehen. Die Gewinnerin erhält weitere 25'000 Franken für die Drehbuchentwicklung.

Prominenz auf dem Grünen Teppich

Bereits bekannt war, dass der US-amerikanische Regisseur, Schauspieler, Autor und Produzent Rob Reiner («Stand by Me», «When Harry Met Sally») an der Award Night den diesjährigen «A Tribute to... Award» entgegennehmen würde.

Er ergänzt somit die Reihe weiterer Film-Berühmtheiten – unter ihnen US-Schauspielerin Glenn Close (Golden Icon Award), der New Yorker Drehbuchautor Aaron Sorkin (Career Achievement Award) und die beiden Filmstars Jake Gyllenhaal und Andrew Garfield (Golden Eye Awards) – die ihre Auszeichnungen im Verlauf des Festivals persönlich abholten.

Neben viel Schweizer Prominenz beehrte am Samstagabend auch US-Schauspieler Bill Pullman die Gala. Für den abschliessenden Sonntagabend wird der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore erwartet, der seinen neusten Film «An Inconvenient Sequel: Truth to Power» persönlich vorstellt. (foa/sda)

Erstellt: 08.10.2017, 04:29 Uhr

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