Diese Filme des Zürcher Festivals sind Hingucker

Sind Sie ein Kristen-Stewart-Fan? Oder lieben Sie Blockbuster? Dieser Ratgeber führt sicher durch den Filmdschungel.

Emma Stone und Ryan Gosling in «La La Land».

Emma Stone und Ryan Gosling in «La La Land». Bild: PD

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Hugh Grant, Uma Thurman, Daniel Radcliffe, so viel dazu, nun aber möchten wir wissen: Was läuft eigentlich am 12. Zurich Film Festival abseits des grünen Teppichs? Im Grunde das ZFF-Gemisch aus Vorpremieren, Festivalentdeckungen und Spezialvorführungen, insgesamt sind es rund 172 Filme, davon 17 Weltpremieren.

Die Blockbuster

«La La Land». Quelle: Youtube.

Unter den Blockbustern respektive Vorpremieren von Filmen, die im Verlauf des Herbsts regulär ins Kino kommen werden, finden sich dieses Jahr Oliver Stones biografische Annäherung an Edward Snowden in «Snowden», der dritte Teil der Liebeskomödienreihe «Bridget Jones», in dem die Titelheldin von einem gut aussehenden Amerikaner schwanger wird, wobei vielleicht auch jemand anders der Vater war. Und das Musical «La La Land» mit Emma Stone und Ryan Gosling, gedreht vom Amerikaner Damien Chazelle, dem wir «Whiplash» verdanken, also die Erfindung des Genres des Schlagzeuglehrerfilms.

Die Genrefilme

«Under the Shadow». Quelle: Youtube.

Der staubtrockene US-Rachethriller «Hell or High Water» mit Ben Foster wäre hier hervorzuheben, fast ein sozialkritisches Stück Genrekino, aber wir wollen nicht zu viel verraten. Von dem viel gelobten Horrorfilm «Under the Shadow» aus dem Iran über die Präsenz von irgendetwas hat man gehört, dass die Zuschauer vor Schreck beinahe aus dem Sitz fallen. In der Hongkong-Reihe übrigens: «Office» von Johnnie To, ein kurios anmutendes Musical. An dieser Stelle sei auch der verstörende Pornobusinesskrimi «Demonlover» von Olivier Assayas erwähnt: Der französische Regisseur erhält den «A Tribute to...»-Award, in diesem Rahmen läuft am ZFF eine Retrospektive.

Alles mit Kristen Stewart

«Certain Women». Quelle: Youtube.

Wo wir schon dabei sind: Assayas' «Sils Maria» und sein neuestes Werk «Personal Shopper», eine ernsthaft trashige Geisterstory über eine Einkaufsassistentin, die mit den Toten kommuniziert, sind beides Filme mit der jungen Amerikanerin Kristen Stewart, bekannt aus «Twilight». Zu sehen ist diese auch in Kelly Reichardts «Certain Women», ihrem Mosaikfilm über drei Frauenleben im hügeligen Bundesstaat Montana.

Nur am ZFF

«Weiner». Quelle: Youtube.

Wer schauen will, was nur am Festival zu sehen ist, dem sei zum Beispiel der Dokumentarfilm «Weiner» angeraten, ein Porträt des von Sex- und anderen Skandalen geplagten Politikers Anthony Weiner aus New York. Für den Umweltsünderkrimi «Salt and Fire» hat Werner Herzog wieder mit Michael Shannon gedreht, was einiges verspricht, falls man Herzogs «My Son, My Son, What Have Ye Done?» gesehen hat. In der Nebenreihe «Neue Welt Sicht» über das Filmland Mexiko sei «Un monstruo de mil cabezas» lobend erwähnt, ein Thriller mit bereits beachtlicher Festivalkarriere. Und freilich ist in den Wettbewerben so einiges programmiert, worüber es fahrlässig wäre, etwas zu sagen, bevor man es tatsächlich gesehen hat.

Weit voraus

«Aquarius». Quelle: Youtube.

Für jene, die am ZFF das sehen wollen, was erst viel später ins Kino kommt, um anderen sagen zu können, dass man bereits gesehen hat, was diese noch nicht haben sehen können: «Aquarius» ist ein langes, lohnendes Drama aus Brasilien über die stolze Hartnäckigkeit einer nicht mehr jungen Frau, gespielt von der grossen Sonia Braga. Die Schweizer Oscar-Eingabe 2017, der Puppentrickfilm «Ma vie de courgette» über ein Heim für vernachlässigte Kinder, läuft bereits am ZFF, allerdings in deutscher Synchronisation. Und mit «Skizzen von Lou» hat Lisa Blatter, einer der Köpfe hinter dem «Heimatland»-Projekt, ihren ersten Langspielfilm über eine Drifterin gedreht.

Abseits

«Safari». Quelle: Youtube.

Abseitiger und vermutlich regelrecht unerträglich wird es in «Safari» von Ulrich Seidl über das Treiben von Jagdtouristen in afrikanischen Busch. Der essayistische Dokumentarfilm «National Bird» behandelt Technologie und Kultur der Drohne, während «Clash» aus Ägypten die Nachwirren des Arabischen Frühlings als druckvolle Politfarce rekapituliert. «Les sauteurs» gibt die Kamera für einmal jenen in die Hand, die aus ihrer afrikanischen Heimat fliehen müssen. Und mit «Porto» des US-Amerikaners Gabe Klinger läuft eine vielversprechende Romanze am ZFF, in der der jüngst verstorbene «Star Trek»-Darsteller Anton Yelchin zu sehen ist.

Alle Spielzeiten: www.zff.com.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.09.2016, 11:14 Uhr

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