Roberts flieht, Foster strahlt – und Clooney wettet gegen Trump

George Clooney, Julia Roberts und Jodie Foster machten in Cannes ihre Aufwartung – unter ein wenig Geschrei. Fürs grösste Sternchen hielt man aber jemand anderes.

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Kaum zu glauben, dass Julia Roberts noch nie am Filmfestival von Cannes war. Ist aber so, sie kam dafür dieses Jahr und sagte, sie freue sich sehr. Zusammen mit George Clooney spielt sie im Medienthriller «Money Monster» von Jodie Foster, der hier ausser Konkurrenz läuft und Ende Mai auch in unsere Kinos kommt. Darin nimmt ein sehr zorniger junger Mann den Moderator einer TV-Börsenshow (Clooney) vor laufenden Kameras zur Geisel, während die Produzentin im Studio (Roberts) die Situation zu retten versucht.

Der Trailer zu «Money Monster». Video: Sony Pictures Entertainment

An der Pressekonferenz wies Jodie Foster auf unser aller Mitschuld an der Finanzkrise hin, da jeder gern für sich etwas heraushole. Clooney beteuerte, einen Präsidenten Trump werde es nicht geben – hoffentlich ein besserer Wetttipp als jene, die er als Moderator in seiner Finanzsendung in «Money Monster» gibt. Und Roberts strahlte vor allem.

Roberts nimmt Reissaus

Zur Premiere am Donnerstagabend am Teppich wurden dann die Selfiesticks gewachst und die iPads gebohnert. Julia Roberts war zur Pressekonferenz davor in gestreifter Weste erschienen, und man fragte sich, wo man sie eigentlich zuletzt gesehen hatte. In «Eat, Pray Love»? Hatte das jemand ausgehalten? Auch beim Dreh von «Money Monster», erzählte Regisseurin Foster in einem Interview, sei die Roberts nach dem letzten Take immer gleich rausgelaufen. Sie habe ihr jeweils «Julia, warte doch» hinterhergerufen – aber es half nichts. Sie hat ja auch Familie jetzt.

Ausserdem kenne sie die Grenzen ihrer Geduld, wie Julia Roberts gegenüber der Presse verriet: «Ich halte es nicht aus, wenn mich in einer Stunde mehr als vier Leute etwas fragen.» Vielleicht gabs deshalb nur Fernsehinterviews mit ihr, bei den Zeitungsjournalisten sitzen nämlich immer fünfzehn um einen Tisch.

Die Anwältin als Star?

Aber nun der Teppich. Wo ist sie eigentlich, die Roberts? Zuerst kamen Jessica Chastain und Julianne Moore, die sind offenbar die ganze Woche hier. Dann die Roberts, das Geschrei war gar nicht so laut. Sie kam im schulterfreien und lustig gewinkelten Kleid. Jodie Foster sah daneben aus wie ein Schulmädchen. Roberts sagte «Wow» und meinte wohl damit Cannes oder die Übertriebenheit des Ganzen, schwer zu sagen. George Clooney wiederum hatte seine Frau Amal am Arm, man hielt sie auf den ersten Blick für den grössten Star. Dabei ist es nur eine Anwältin. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.05.2016, 20:34 Uhr

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